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Baum erschlägt Frau: Sturmtief erfasst Berlin: Zugverkehr teils komplett eingestellt

Berliner Kurier-Logo Berliner Kurier 18.01.2018 berliner-kurier
149864007C683B29 © dpa 149864007C683B29

Das Sturmtief „Friederike“ erreicht Berlin und Brandenburg: Der Deutschen Wetterdienst (DWD) rechnet damit, dass der Sturm ab 16 Uhr Berlin mit voller Kraft auf die Hauptstadt trifft. Bereits seit dem Vormittag gilt bundesweit eine amtliche Unwetterwarnung. Für weite Teile unserer Region gilt die Unwetter-Warnstufe 2 (markantes Wetter). Für die weiter südlichen Gebiete Ostdeutschlands gilt die zweithöchste Warnstufe 3.

dwd © DWD dwd

NRW stellt Zugverkehr ein - Autofahrerin erschlagen

In den frühen Mittagsstunden hatten bereits erste Ausläufer des Sturms unsere Region erreicht. „Friederike“ kann dabei bis zum Abend mit den Windgeschwindigkeiten des Sommer-Unwettertiefs „Xavier“ mithalten, sagt der Meteorologe Markus Eifried vom Deutschen Wetterdienst (DWD).

Kyrill Sturmschäden © imago Kyrill Sturmschäden

Bereits am Morgen fiel dichter Schnee in Westdeutschland und in Hamburg. In Belgien wurde eine Autofahrerin von einem umfallenden Baum erschlagen. Sie war in ihrem Fahrzeug auf einer Straße durch einen Wald südöstlich von Brüssel unterwegs, wie die Nachrichtenagentur Belga am Donnerstag meldete.

Am Vormittag stellte die Deutsche Bahn den Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen komplett ein - Fernzüge aus dem Westen fahren also auch nicht mehr nach Berlin! Auf der Strecke Berlin-Wolfsburg hat die Deutsche Bahn die Höchstgeschwindigkeit auf 140 km/h reduziert. Entsprechend kommt es auf vielen Strecken zu Ausfällen und erheblichen Verspätungen.

Spitzenböen bis 170 km/h

Inzwischen haben die Meteorologen die voraussichtliche Zugbahn von „Friederike“ präzisiert. Die heftigsten Spitzenböen in Ostdeutschland würden demnach nicht in Berlin, sondern in einem Streifen von Südbrandenburg bis Thüringen und Sachsen auftreten.

Wie stark „Friederike“ aufdreht, kann regional recht unterschiedlich ausfallen: So hält Wetterexperte Dominik Jung (wetter.net) Spitzenböen von bis zu 170 km/h am Brocken in Harz für möglich. Aber auch im Flachland seien Orkanböen von maximal 130 km/h zu erwarten.

Auch für Brandenburg rechnet DWD-Meteorologe Eifried Orkanböen mit Orkanböen: Geschwindigkeiten von bis zu 115 Stundenkilometern seien möglich. Vor allem Südbrandenburg könnte es treffen – für die Region besteht am Donnerstagmorgen bereits eine Unwetterwarnung. In Nordbrandenburg wird es mit Glück bei Windböen bleiben, vereinzelt werden auch Sturmböen auftreten.

S-Bahn erwartet Probleme, Flüge verspätet

Die S-Bahn Berlin erwartet laut ihrer Internetseite wegen des Sturmtiefs Einschränkungen im Betrieb. Außer im Zugverkehr kam es vor allem bei Flügen aus Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden zu teils stundenlangen Verspätungen.

Das Sturmtief habe auch Schnee im Gepäck, sagte Eifried. In Kombination mit kräftigem Wind könne es in Hochlagen ab Nachmittag zu Schneeverwehungen kommen. Seiner Vorhersage zufolge trifft der Sturm am Morgen auf den Südwesten Niedersachsens und den Westen von Nordrhein-Westfalen. Er ziehe danach „in einem breiten Streifen von West nach Ost“.

Kahle Bäume bieten Sturm weniger Angriffsfläche

Sturmtief „Friederike“ dürfte nach Einschätzung von Eifried allerdings nicht so große Schäden anrichten wie „Xavier“ im Oktober. Damals hätten die Bäume wesentlich mehr Laub getragen und damit dem Wind mehr Angriffsfläche geboten als jetzt im Januar, sagte. Er gehe nicht davon aus, dass „Friederike“ ein ähnliches Schadensniveau erreichen könne.

Beim Sturm „Xavier“ waren im Herbst sieben Menschen durch umstürzende Bäume oder herabfallende Äste getötet worden, der Bahnverkehr im Norden und Osten wurde lahmgelegt. 

In Regionen, denen Orkanböen drohen, empfehlen Meteorologen, Aufenthalte im Freien zu vermeiden. Sie warnen vor entwurzelten Bäumen, herabstürzenden Dachziegeln und Schäden an Gerüsten und Hochspannungsleitungen. (BK/dpa)

Meldungen der S-Bahn zum Sturm >>

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