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Bayern: Schnee ohne Ende

Tagesspiegel-Logo Tagesspiegel 13.01.2019

Straßenlaterne im bayerischen Oberstdorf © Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand Straßenlaterne im bayerischen Oberstdorf

Bayern

Das seit Tagen andauernde Schneechaos in den bayerischen Alpen ist noch lange nicht vorbei. Nach einer kurzen niederschlagsfreien Atempause für Helfer und Anwohner schneit es seit der Nacht zum Sonntag in Katastrophenregionen am Alpenrand weiter.

Bei Plusgraden begann es am Sonntagmorgen teilweise zu tauen. Dadurch könnte der Schnee nass und schwer werden - eine zusätzliche Belastung für die Dächer von Wohnhäusern und Gebäuden. „Wir verzeichnen am Morgen 25 Zentimeter Neuschnee in Teisendorf, 30 Zentimeter in Ruhpolding und 21 Zentimeter in Garmisch“, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Menschen in den oberbayerischen Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach, Berchtesgadener Land und Traunstein, wo teilweise seit Tagen der Katastrophenfall gilt, müssen demnach mit zusätzlichen Schneemassen zurechtkommen. Die Experten rechneten zudem mit starken Böen, die tagsüber Verwehungen und Schneebruch auslösen könnten. Ab Montag soll es wieder kälter werden - dann könnte örtlich über ein Meter Neuschnee fallen. In den Alpen herrscht zudem erhebliche Lawinengefahr.

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Auch im Harz macht das Wetter Probleme. Wegen heftiger Schneeverwehungen ist die Fahrt mit der Brockenbahn auf den höchsten Berg des Harzes eingestellt worden. Am Sonntagmorgen wurde entschieden, dass vorerst keine Dampfloks von Schierke zum Gipfel fahren würden, wie eine Mitarbeiterin der Harzer Schmalspurbahn (HSB) sagte. Am Samstag war erneut ein Zug mit Fahrgästen im Schnee stecken geblieben. Dampflok und Passagiere wurden wieder ins Tal gebracht. Bereits am Dienstag kam eine Dampflok auf dem Weg zum Gipfel nicht weiter und musste tagelang freigeschaufelt werden. 

Wintersportortler sitzen nach Lawine fest In bayerischen Wintersportort Balderschwang sitzen nach einem Lawinenabgang rund 2000 Einwohner und Touristen fest. „Der Riedbergpass ist vorsorglich gesperrt, weil auch hier Lawinengefahr herrscht“, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Damit ist die einzige Verbindung von deutscher Seite aus zum beliebten Tourismusziel im Allgäu blockiert. Zuvor war auf österreichischer Seite bei Hittisau eine Lawine abgegangen. Verletzte gab es nicht. Die Versorgung für die in rund 1000 Meter Höhe liegenden Gemeinde ist vorerst gesichert. Die Stromleitungen sind intakt. „Eine Evakuierung ist derzeit nicht geplant“, hieß es. Wann der Ort wieder erreichbar ist, war zunächst unklar. Wegen der Schneelast auf den Bäumen und der Lawinengefahr ist das Befahren des Passes riskant. Eine Kommission mit Experten der Bergwacht und der Behörden wollte am Mittag das weitere Vorgehen beraten.

Unfällen und Straßensperrungen in Niederbayern

In Niederbayern führte der Neuschnee in der Nacht zum Sonntag in Niederbayern zu zahlreichen Unfällen und Straßensperrungen, Polizei und Feuerwehr verzeichneten deswegen mehr als 150 Einsätze. Wie die Polizei mitteilte, gab es bis zum Morgen 24 Unfälle. Ein Mensch wurde schwer verletzt. Vielerorts stürzten - etwa in den Landkreisen Deggendorf und Straubing-Bogen - Bäume auf die Straßen, weil das Gewicht des Schnees zu groß war. Etliche Straßen seien deswegen nicht passierbar. Bergungsarbeiten sind den Angaben zufolge für die Helfer derzeit zu gefährlich, weil weitere Bäume umstürzen könnten. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte am Samstag angekündigt, 500 weitere Bereitschaftspolizisten in die betroffenen Gebiete zu schicken. Sie sollen vor allem helfen, die Dächer einsturzgefährdeter Gebäude freizuschaufeln. „Es gibt keinen Anlass zur Panik, aber schon zu ernster Besorgnis“, hatte Söder bei einem Besuch in Bad Tölz gesagt. Insgesamt sind seinen Angaben nach dann 5000 Kräfte im Einsatz. In Kempten im Allgäu sperrte die Stadt am Samstagabend wegen der Schneelast vorsorglich elf Sporthallen. Diese sollen bis einschließlich Dienstag geschlossen bleiben, weil durch die angekündigten Niederschläge mit noch höherem Gewicht auf den Dächern zu rechnen sei, teilte ein Sprecher der Stadt am Samstag mit. (dpa)

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