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Das steckt hinter dem "Neuschnee" in Berlin und Stuttgart

DIE WELT-Logo DIE WELT 08.12.2016
Schnee in Asperg (Baden-Württemberg), allerdings war es laut DWD lediglich "Industrieschnee", der von Wasserdampf aus Industrieanlagen stammt © dpa Schnee in Asperg (Baden-Württemberg), allerdings war es laut DWD lediglich "Industrieschnee", der von Wasserdampf aus Industrieanlagen stammt

Eigentlich war kein Schnee gemeldet, dennoch lag in Teilen Deutschlands am Mittwochmorgen zarter Neuschnee über den Bäumen und auf den Straßen. Doch das Wetterphänomen wurde von Menschenhand gemacht.

Dieser Schnee ist kein Naturprodukt: Eine weiße Decke hat sich in der Nacht zum Mittwoch über Asperg in Baden-Württemberg gelegt. Das gleiche Phänomen war auch in einigen Stadtteilen in Berlin sowie in Teilen Stuttgarts zu beobachten. Das teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) auf Anfrage mit.

Was vergleichsweise feinkörnig vom Himmel schwebte, war Industrieschnee, erzeugt durch Wasserdampf aus Fabriken. Die winzigen Eiskristalle haften sich auch an Schadstoffe wie Feinstaub.

Für den überraschenden Winterzauber im Berliner Stadtteil Neukölln war laut "Bild"-Informationen das Heizkraftwerk Mitte verantwortlich. In Berlin Wedding sorgte das Kraftwerk Reuter West für Schnee, in Charlottenburg das lokale Heizkraftwerk.

Kein Schnee gemeldet

Voraussetzung für das Winterschauspiel sind laut DWD Kälte und hohe Luftfeuchtigkeit. Das Phänomen sei in der Regel lokal sehr begrenzt.

Ulfried Wohlfart vom Deutschen Wetterdienst sagte der Zeitung: "Wenn ich es morgens nicht im Radio gehört hätte, hätte ich gesagt: Stimmt nicht." Auf dem Radar des Diplom-Meteorologen fanden sich keine entsprechenden Daten für einen Schneefall in Berlin. "Die betroffenen Gebiete sind zu klein, um von uns erfasst zu werden", so Wohlfart weiter.

Meteorologisch herrschte am Dienstag das stabile Hochdruckgebiet "Uwe". Das sorgte für einen fast wolkenlosen Himmel, brachte keinen Niederschlag, aber bis zu minus fünf Grad. In den kommenden Tagen wird es wieder wärmer, bis zu acht Grad mit Regen. Echter Schnee ist weiter nicht in Sicht.

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