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Der Föhn hat den Schnee verblasen

KURIER-Logo KURIER 22.11.2016 Thomas Sendlhofer, Christian Willim, Gilbert Weisbier, Wolfgang Atzenhofer

Ungewöhnlich mildes Wetter macht Liftbetreibern derzeit einen Strich durch die Rechnung.

Nach dem Kälteeinbruch Anfang November mit Naturschnee bis in die Täler herrschte unter den Liftbetreibern Jubelstimmung. Etliche Skigebiete sperrten am Wochenende erstmals auf. Die Freude über den frühen Winter währte aber nur kurz: Die Temperaturen stiegen am Montag in den Föhngebieten über 15 Grad. Abkühlung ist erst am Wochenende in Sicht. Der geplante Saisonstart ist damit zumindest in manchen kleineren Skigebieten im Westen wie im Osten vom Tisch.

"Wir wären eigentlich schon bereit gewesen und wollten am Samstag loslegen. Aber der Föhn hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht", sagt Hansjörg Schwaninger von der Axamer Lizum. Das Skigebiet, das seinen Saisonstart auf kommende Woche verschieben muss, liegt in der Nähe von Innsbruck, über das am Montag Sturmböen hinwegpeitschten. Am Patscherkofel, Hausberg der Landeshauptstadt, wurden bereits am Vormittag Windspitzen von 158 km/h gemessen.

Für die Beschneiung der Areit-Talabfahrt bei Zell am See hat es nicht gereicht © KURIER/Walter Schweinöster Für die Beschneiung der Areit-Talabfahrt bei Zell am See hat es nicht gereicht

Skibetrieb gesichert

Den Saisonauftakt von Ischgl hat der Warmwettereinbruch hingegen nicht ins Wanken gebracht. "Wir haben super Verhältnisse und werden am Donnerstag fast alle Pisten aufsperren", sagt Andreas Steibl vom Tourismusverband des Orts. Entwarnung kommt auch aus Mayrhofen im Zillertal, wo am Samstag, wie geplant, mehrere Seilbahnen angeworfen werden.

In den großen Salzburger Skigebieten herrscht angesichts des Wetterumschwungs betonte Gelassenheit. "Den Föhneinbruch haben wir alle Jahre wieder", sagt Ernst Brandstätter, Geschäftsführer der Flachauer Bergbahnen. "Jetzt müssen wir noch nicht nervös werden. Das Hauptgeschäft beginnt erst am 20. Dezember." Seit Freitag sind die ersten drei Lifte durchgehend in Betrieb. Am kommenden Samstag sollen alle Abfahrten im Skigebiet bis zur Mittelstation freigegeben werden. Für die Talabfahrten brauche es noch einige kalte Tage für die Beschneiung.

Im Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn ist man "sehr zuversichtlich", bis zum Saisonstart am 2. Dezember den Skibetrieb im gesamten Gebiet aufzunehmen. "Wir haben in der Zeit, in der es kalt war, genug beschneit", sagt Helmuth Thomas, Chef der Saalbacher Bergbahnen. An die 1000 Beschneiungsgeräte seien im Skicircus vier Tage und Nächte durchgelaufen.

In saftigem Grün präsentieren sich derzeit hingegen fast alle Skipisten in Niederösterreich. Nur das Hochkar bot vergangenes Wochenende 800 Ski-Fans die Chance, heuer erstmals die Brettln anzuschnallen. Karten wurden zum halben Preis ausgegeben. "Diese Unterlage hält garantiert auch für das nächste Wochenende", sagt Betriebsleiter Heinz Huber. Da soll dann der Wochenendbetrieb nochmals starten, bevor am 3. Dezember offiziell die Saison beginnt.

Winter in weiter Ferne

"Gäste und Touristiker müssen jedenfalls immer flexibler werden, weil immer öfter Wärmeperioden Wanderer statt Skifahrer dazu bringen, Bergbahnen zu nutzen", sagt Marlies Frey von vom Niederösterreich-Tourismus. Mit Nachschub aus den Schneekanonen müssen sich die Liftbetreiber gedulden, meint Ubimet-Meteorologe Josef Lukas. Die Frostgrenze liege derzeit um 3000 Meter Höhe. Das warme Wetter dürfte sich noch zumindest bis Ende der Woche fortsetzen, prognostiziert Lukas.

Spätestens am Freitag soll der Föhn zusammenbrechen. Das soll zumindest für leichte Abkühlung sorgen. "Ein richtiger Wintereinbruch ist aber nicht in Sicht", meint Lukas. "Auf den Bergen könnte es aber ab Montag oder Dienstag wieder möglich sein, Kunstschnee zu produzieren." Der wurde bereits während der Kälteperiode reichlich hergestellt und liegt vielfach noch in Depots. Auch das lässt die Branche beruhigter Richtung Saison blicken.

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