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Experten warnen vor Gewittern mit "hohem Unwetterpotenzial"

SZ.de-Logo SZ.de 22.06.2017 Von Marlene Weiß
In vielen Deutschlands sollen sich Gewitterwolken zusammenziehen und für heftigen Regen sorgen. © dpa In vielen Deutschlands sollen sich Gewitterwolken zusammenziehen und für heftigen Regen sorgen.

• Der Deutsche Wetterdienst warnt vor unwetterartigen Gewittern in Deutschland.

• Für weite Teile von Schleswig-Holstein und Niedersachsen gilt bereits eine amtliche Unwetterwarnung.

• Ursache ist eine Kombination verschiedener Faktoren: hohe Luftfeuchtigkeit, Temperaturuntschiede und ein "Gewitter-Fahrstuhl".

Strahlende Sonne, schon morgens hohe Temperaturen - eigentlich hat es am Donnerstagmorgen an vielen Orten in Deutschland noch nach einem perfekten Tag fürs Freibad und einem nicht ganz so perfekten fürs Büro ausgesehen. Aber aus Sicht von Meteorologen ist dieser Donnerstag, der wohl der bisher heißeste Tag des Jahres wird, alles andere als entspannt. Vieles deute darauf hin, dass "eine Schwergewitterlage mit hohem Unwetterpotenzial" bevorstehe, warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD).

Inzwischen scheint sich das zu bestätigen: Für weite Teile von Schleswig-Holstein und Niedersachsen gilt bereits eine amtliche Unwetterwarnung. Experten rechnen im gesamten Rest des Landes - mit Ausnahme von Südbayern und der Region an der Grenze zu den Niederlanden - am Nachmittag mit schweren Gewittern. Laut aktuellem Warnlagebericht ziehen von der Nordsee her Gewitter nach Deutschland, die bis mittags in Sachsen-Anhalt ankommen dürften.

Hagel in Golfballgröße - und Tornados

Später entwickeln sich dann auch in anderen Regionen Gewitter. Zudem ist mit lokalen Hagelschauern zu rechnen, wobei die Hagelkörner vereinzelt Durchmesser von mehr als drei oder gar fünf Zentimetern erreichen können - etwa Golfballgröße also. Überall im Gewitterbereich seien Starkregen und Sturmböen möglich, teils sogar Orkanböen. Das sind Winde mit Geschwindigkeiten von mehr als 120 Kilometern pro Stunde. Im Osten sind überdies Tornados wahrscheinlich.

Der Grund für diese Suppe, die sich da zusammenbraut, liegt in einer Kombination verschiedener Faktoren, die gemeinsam ziemlich perfekte Voraussetzungen für Unwetter bilden. Zum einen die hohe Luftfeuchtigkeit; die vergangenen Tage waren vielerorts schwül und drückend. Außerdem fällt die Temperatur in hohen Luftschichten deutlich ab, etwa weil die Sonne die Luft am Boden stark erwärmt, während in der mittleren Atmosphäre kalte Luftmassen unterwegs sind. Für ein richtiges Unwetter fehlt dann nur noch der Gewitter-Fahrstuhl, die "Hebung": Irgendwie muss feuchte Luft nach oben strömen, etwa durch eine heranziehende Front - wie die Tiefdruck-Zone, die momentan von Westen aus nach Deutschland zieht - oder am Hang eines Berges.

Ob daraus nun ein harmloses Gewitter oder gleich ein Unwetter mit Starkregen, Hagel oder Sturm wird, hängt auch von der "vertikalen Windscherung" ab: Wenn sich der Wind in höheren Lagen stark von dem in tieferen unterscheidet, etwa viel stärker oder in eine ganz andere Richtung weht, erhält das Wetter zusätzlich Schub, und kann sich mit großer Wucht entfalten. Auch eine solche Windscherung ist momentan laut DWD oft vorhanden. Schwer vorherzusagen bleibt nur wie üblich das Entscheidende - wo und wann genau es schließlich kracht.

Eine aktuelle Unwetterkarte des Deutschen Wetterdienstes finden Sie hier.

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