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Klimaforscher warnt die USA vor Ausstieg aus Klimaverhandlungen

AFP-LogoAFP 24.01.2017
Eisberg in der Antarktis: Der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber hat vor "desaströsen und unumkehrbaren Folgen" für die Welt gewarnt, sollten die USA unter Präsident Trump aus den internationalen Klimaverhandlungen aussteigen. Auch die USA selbst würden darunter leiden. © Bereitgestellt von AFP Der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber hat vor "desaströsen und unumkehrbaren Folgen" für die Welt gewarnt, sollten die USA unter Präsident Trump aus den internationalen Klimaverhandlungen aussteigen. Auch die USA selbst würden darunter leiden.

Der deutsche Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber hat vor "desaströsen und unumkehrbaren Folgen" für die Welt gewarnt, sollten die USA unter Präsident Donald Trump aus den internationalen Klimaverhandlungen aussteigen. "Es wäre tragisch, wenn die USA als Partner im internationalen Klimaschutz ausfielen - auch für das Land selbst, da Nordamerika von zunehmenden Wetterextremen besonders hart getroffen würde", sagte Schellnhuber den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstagsausgaben). Erst in den vergangenen Tagen hatten Stürme und Unwetter in mehreren südlichen US-Bundesstaaten gewütet, mindestens 20 Menschen kamen ums Leben.

"Würde das Pariser Klimaabkommen nicht umgesetzt, würden wir die direkten Folgen erst in 20 oder 30 Jahren spüren - und später noch viel schmerzhafter", sagte Schellnhuber. Von Trump spräche dann niemand mehr, die Welt müsste sich mit den desaströsen und unumkehrbaren Auswirkungen seiner Politik abfinden.

Klima-Risiko-Index: Der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber hat vor "desaströsen und unumkehrbaren Folgen" für die Welt gewarnt, sollten die USA unter Präsident Trump aus den internationalen Klimaverhandlungen aussteigen. Auch die USA selbst würden darunter leiden. © Bereitgestellt von AFP Der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber hat vor "desaströsen und unumkehrbaren Folgen" für die Welt gewarnt, sollten die USA unter Präsident Trump aus den internationalen Klimaverhandlungen aussteigen. Auch die USA selbst würden darunter leiden.

Unter US-Klimaforschern herrsche blankes Entsetzen darüber, dass sich ihr Land vom Geist der Aufklärung verabschiede. "Darauf läuft es doch hinaus, wenn plötzlich die wissenschaftlichen Fakten nicht mehr als Entscheidungsgrundlage dienen sollen", sagte Schellnhuber.

Heute sei es "der Reflex der frustrierten Mittelschichten, eigene Interessen in den Vordergrund zu stellen und die Rücksichtnahme auf künftige Generationen einfach zu ignorieren", kritisierte der Klimaexperte. Dieses Denken sei leider hoffähig geworden. "Und es brauchte Menschen wie Donald Trump, ihm ein Gesicht zu geben." Wider alle Vernunft sei die Menschheit auf dem Weg zurück in ein vordemokratisches Politikverständnis, in dem sich jeder selbst der Nächste sei.

Aus Sicht des Klimaforschers müsse alles getan werden, um den Anstieg der globalen Mitteltemperatur auf unter zwei Grad zu beschränken. "Entweder wir dekarbonisieren in den nächsten Dekaden die komplette Weltwirtschaft, oder wir können alle Vorstellungen über eine Klimastabilisierung auf beherrschbarem Niveau vergessen", mahnte Schellnhuber, der die Bundesregierung und auch die EU berät. Es sei ein fataler Verdrängungsprozess, wenn Klimaschutzpläne routinemäßig in die nächste Legislaturperiode geschoben würden und Gewerkschaften jeden Arbeitsplatz in der Braunkohle verteidigten.

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