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Klimawandel könnte Trinkwasser im Harz beeinträchtigen

dpa-Logodpa 24.11.2020 dpa
Blick auf die Rappbodetalsperre. © Matthias Bein/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild Blick auf die Rappbodetalsperre.

Die Klimaerwärmung könnte die Qualität des Trinkwassers aus der Rappbodetalsperre im Harz verschlechtern. Das haben Forscher des Umweltforschungszentrums (UFZ) in Leipzig für den Fall errechnet, dass sich der Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen bis zum Ende des Jahrhunderts ungebremst fortsetzt. In diesem Fall könnten an der Talsperre Temperaturen herrschen wie derzeit am italienischen Gardasee, teilte das Team um UFZ-Seenforscher Karsten Rinke am Dienstag mit.

Die Rappbodetalsperre beliefert rund eine Million Menschen mit Trinkwasser, darunter vor allem den Süden Sachsen-Anhalts. In den vergangenen Jahren mussten die Betreiber bereits mit sinkenden Wasserständen aufgrund extremer Sommerdürren zurecht kommen. Den Angaben zufolge wurde das Trinkwasser dort bisher aber nie knapp.

Für die Zukunft der Rappbodetalsperre errechneten die Forscher mehrere Szenarien: Für den Fall, dass der Ausstoß von Treibhausgasen gestoppt würde, würde die Temperatur an der Wasseroberfläche bis zum Jahr 2100 um etwa 0,7 Grad Celsius steigen, bei einem weiteren Anstieg läge die Erwärmung bei 2,6 Grad. Im schlimmsten Fall würden die Treibhaus-Emissionen ungebremst steigen - und sich das Wasser an der Oberfläche der Talsperre um vier Grad Celsius erwärmen.

Dieses Szenario könnte sich auf die Qualität des Trinkwassers auswirken, hieß es. Es wird in 50 Meter Tiefe gewonnen, wo sich das Wasser im schlechtesten Szenario von 5 auf 8 Grad Celsius erwärmt. Wärmeres Wasser kann nach Angaben der UFZ-Forscher weniger Sauerstoff binden, zum anderen verdoppelt sich das Tempo, in dem Sauerstoff durch biologische Prozesse verbraucht wird. Das Wasser könnte demnach stärker verunreinigt werden und Bakterien schneller wachsen. Die Talsperrenbetreiber könnten darauf reagieren, in dem sie anders als bisher nicht Wasser aus tieferen Schichten über einen Überlauf in Flüsse ablaufen lassen, sondern das wärmere Oberflächenwasser, so die UFZ-Forscher.

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