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Pollensturm nach Gewitter: Mehrere Todesfälle

KURIER-Logo KURIER 27.11.2016 em

Das seltene "thunderstorm asthma" hat in Melbourne bei Tausenden Menschen gesundheitliche Beschwerden ausgelöst, für bisher sechs Personen waren sie tödlich. Was man über das Phänomen weiß.

Von einem Sturm aufgewirbelte Pollen haben bei mindestens sechs Menschen in Australiens zweitgrößter Stadt Melbourne tödliche Atemwegsprobleme ausgelöst. Das Unwetter war bereits am Montag vor einer Woche über die Metropole an der Südküste des Kontinents hinweggezogen und hatte bei Hunderten Menschen gravierende gesundheitliche Probleme ausgelöst. Fünf Patienten starben im Laufe der Woche, ein sechstes Opfer erlag am Samstagabend den Folgen der Atemwegserkrankung, wie die Gesundheitsbehörden am Sonntag mitteilten.

Das Gewitter hatte den bisherigen Erkenntnissen zufolge Weidelgraspollen zum Platzen gebracht und über der gesamte Stadt verteilt. Nach der gängisten Theorie absorbieren die Pollenkörner so viel Wasser, bis sie platzen. Die daraufhin entstehenden kleinsten Pollenpartikel konnten so tief in die Lungen der Betroffenen dringen.

Ein Mann aus Melbourne sagte dem australischen TV-Sender ABC, das "thunderstorm asthma" fühle sich an, also ob ein Elefant einen Fuß auf seine Brust gestellt hätte.

Insgesamt sind seit Beginn des Unwetters mehr als 8500 Menschen wegen Atemproblemen in australischen Spitälern behandelt worden.

Ein schweres Gewitter sorgte in Melbourne für eine Pollenexplosion. © REUTERS/MICK TSIKAS Ein schweres Gewitter sorgte in Melbourne für eine Pollenexplosion.

"Einige Todesfälle gehen offenbar direkt auf das Gewitter-Asthma zurück, einige möglicherweise auf andere Erkrankungen, die durch das Asthma verschlimmert wurden", sagte der Gesundheitsminister des Bundesstaates Victoria, Jill Hennessy.

Was man über "thunderstorm asthma" weiß

Voraussetzung für ein derartiges Phänomen sind zunächst hohe Pollenkonzentrationen in der Luft, wie das derzeit zum Frühlingsende in Australien der Fall ist. Ein starkes Gewitter mit heftigem Sturm wirbelt alle auch bereits am Boden abgelagerten Pollenkörner auf.

Die Pollenkörner werden naß und platzen, wodurch ganz kleine Teilchen freigesetzt werden. Diese Minipartikel können nicht durch die kleinen Nasenhärchen zurückgehalten werden und dringen ungehindert in das Bronchialsystem und die Lunge vor. Dort können sie - auch aufgrund ihrer Menge - heftige Asthmaattacken mit schwerer Atemnot auslösen.

Das erste derartige Ereignis wurde 1980 aus Birmingham (England) berichtet, danach 1987 und 1989 aus Melbourne. Weitere Berichte gibt es aus London (1994) und 2004 aus Neapel (Italien).

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