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Schwere Unwetter: Zwei Tote durch umgestürzte Bäume – Tornado fegt an Hamburg vorbei

Berliner Kurier-Logo Berliner Kurier 23.06.2017 berliner-kurier
1495AC007CAB206A © dpa 1495AC007CAB206A

Mit bis zu 36 Grad wird der heutige Donnerstag der bislang heißeste Tag des Jahres. Auf die große Hitze folgen jetzt Unwetter mit Sturm, Hagel und heftigen Regengüssen. 

Toter bei Unwetter © dpa Toter bei Unwetter

Besonders schlimm traf es den Norden und Osten Deutschlands. Zwei Menschen sind durch umgestürzte Bäume gestorben. In Uelzen (Niedersachsen) starb ein Mann (50), als eine Eiche auf sein Auto krachte. Unweit davon kam wenige Stunden später eine 83-Jährige ums Leben, als sie in einen Baum fuhr, der direkt vor ihr umstürzte.

Während in der Nähe von Hamburg ein Tornado für Verwüstung sorgte, traf ein schwerer Sturm Mittelhessen. Mit Hagel und heftigem Regen. Und auch die Feuerwehr in Berlin und Brandenburg ist im Dauereinsatz. 

Alles zum Unwetter im Rheinland lesen Sie hier. 

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Hier die aktuellen Unwetter-Meldungen im Überblick:

Land unter in Hannover

Mehrere Zentimeter hoch steht das Wasser nach den schweren Regenfällen in Hannovers Straßen. Autos, Fahrräder, Roller kämpfen sich durch die Wassermassen, wie hier im Stadtteil Ricklingen. 

Das Guns n’ Roses Konzert in der Stadt wurde nach drei Songs aufgrund des Unwetters unterbrochen.

Hochwasser in Hannover © dpa Hochwasser in Hannover

Hotelzug für Gestrandete

Gute Idee! Auf dem Hauptbahnhof in Hamburg wird extra für gestrandete Reisende ein Hotelzug bereitgestellt. Alle, die aufgrund der extremen Wetterlage nicht weiterreisen können, finden hier ein Bett, um sich auszuruhen oder zu schlafen.

Hotelzug Hamburg © dpa Hotelzug Hamburg

Video zeigt Tornado in Hamburg

In Hamburg entwickelte sich für fünf Minuten etwa zehn Kilometer vom Stadtzentrum entfernt ein Tornado. Im Internet tauchte ein Video auf, das zeigen will, wie der Rüssel entsteht. Der Tornado im Kreis Harburg südlich der Stadt nach Angaben der Feuerwehr große Verwüstung hinterlassen.

Video wiedergeben

Frau stirbt durch umgestürzten Baum

Das Unwetter fordert das nächste Opfer: In Niedersachsen ist eine 83-jährige Frau durch einen umgestürzten Baum gestorben. Noch ist unklar, wie sie genau ums Leben kam. Anscheinend fuhr sie mit ihrem Auto durch das Geäst des Baumes. Der müsse unmittelbar vor der Frau auf die Bundesstraße gekippt sein, teilte die Polizei mit. Die gesamte Dachpartie sei eingedrückt worden, der Wagen kam aber erst später zum Stehen. 

Bäume knicken um, Keller stehen unter Wasser

Das Unwetter fegt über Mittelhessen hinweg. In Gießen hat ein heftiger Sturm Bäume abgeknickt, sagte ein Polizeisprecher. Sie seien auf Straßen und Autos gefallen. Straßenschilder seien umher geschleudert worden, ein Baugerüst drohte umzustürzen. Außerdem seien Keller vollgelaufen.

Weitere Gewitter bei „Hurricane”

Nach einem kurzen aber heftigen Unwetter beim „Hurricane“-Festival warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor weiteren schweren Gewittern in der Region. „Am Abend und in der Nacht drohen im Norden weiterhin Gewitter mit Hagel und Starkregen“, sagte DWD-Meteorologe Thomas Ruppert.

Im Hinblick auf das „Hurricane“ sagte er: Natürlich könne ein Unwetter im Freien sehr gefährlich sein – etwa wenn Blitze einschlügen, große Hagelkörner herunter kämen oder Panik wegen eines solchen Wetterereignisses ausbreche. Im vergangenen Jahr waren bei einem Blitzeinschlag auf dem Festival „Rock am Ring“ in der Eifel mehrere Menschen verletzt worden.

Unwetter zieht Richtung Osten

Das schwere Unwetter mit orkanartigen Sturmböen, bei dem am Donnerstag mindestens ein Mensch ums Leben kam, ist im Laufe des Nachmittags von Norddeutschland nach Osten gezogen. Die Gewitterzelle habe sich nochmals zu einem „extremen Bereich aufgeblasen“, sagte Andreas Friedrich, Tornado-Beauftragter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach.

Nachdem in den Mittagsstunden bereits in Hamburg ein Tornado gesehen wurde, galt für den Nordosten Deutschlands weiterhin ein Tornadorisiko. Allerdings drohen Friedrich zufolge vor allem durch die Gewitterfront schwere Schäden. „Wittenberg im Focus, Fernziel Dresden“, twitterte der DWD am Nachmittag.

Die Sturmböen könnten Geschwindigkeiten bis zu 140 Kilometern in der Stunde erreichen. Außerdem drohten Hagel und Starkregen. 

Viele Feuerwehreinsätze in Brandenburg

Unwetter haben am Donnerstag einmal mehr die Feuerwehren zwischen Elbe und Oder auf Trab gehalten. In der Regionalleitstelle in Brandenburg/Havel herrsche Ausnahmezustand, sagte der Lagedienstführer Goran Ihrig. Am häufigsten seine umgestürzte Bäume und herabgefallene Äste gemeldet.

Unwetter im Norden: Wegen schwerer Unwetter mit Starkregen und Hagel hat der «Hurricane»-Veranstalter Festivalgäste gebeten, möglichst erst am Freitag zu kommen. Schwere Unwetter und ein Tornado: Mindestens zwei Tote

Besonders betroffen seien die südlichen Bereiche der Landkreise Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming. „Wir ertrinken in Einsätzen“, hieß es. Etwa 250 Fahrzeuge waren zeitweise im Bereich der Regionalleitstelle unterwegs.

Flugverkehr in Tegel wieder normal

Nach Durchzug eines Gewitters hat sich der Flugverkehr in Tegel am Donnerstagnachmittag wieder normalisiert. Zuvor war er vorübergehend erheblich eingeschränkt. Für den Flughafen in Schönefeld gab es zunächst jedoch keine Entwarnung.

Die Bodenabfertigung an beiden Airports war zwischenzeitlich eingestellt, wie ein Sprecher am Nachmittag mitteilte. Maschinen, die am Flughafen Tegel bereits abgefertigt waren, konnte starten und auch Flugzeuge im Landeanflug auf Berlin wie geplant landen. 

Auch Flugverkehr behindert

Wegen der heranziehenden Unwetterfront ist am Donnerstagnachmittag der Flugverkehr an den Berliner Flughäfen Schönefeld und Tegel eingeschränkt worden. Das sagte ein Sprecher der Flughäfen Berlin Brandenburg GmbH. Einige Maschinen blieben im Regen am Boden. 

Die Berliner Feuerwehr rief um 14.48 Uhr den Ausnahmezustand für das Stadtgebiet aus. Bis 14.45 Uhr war die Feuerwehr trotz des starken Regens und Blitzeinschlägen nicht vermehrt zu Einsätzen gerufen worden, sagte ein Sprecher.

Mann stirbt bei Unwetter

Bei dem schweren Unwetter über Norddeutschland ist in der Nähe von Uelzen ein 50 Jahre alter Mann gestorben. Er wartete am Donnerstag während des Sturms in einem Auto auf einem Parkplatz in Holdenstedt, als ein Baum auf den Wagen stürzte.

Seine Frau überlebte leicht verletzt, für den Mann kam jede Hilfe zu spät, sagte ein Polizeisprecher in Lüneburg. Unweit davon wurde eine Radfahrerin auf einer Hauptstraße ebenfalls von einem umstürzenden Baum getroffen und schwer verletzt.

Waldbrandgefahr in Rheinland-Pfalz

Nach der Hitze der vergangenen Tage bleibt die Waldbrandgefahr in Rheinland-Pfalz hoch. So galt am Donnerstag dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge für Mainz-Lerchenberg, Alzey, Worms und Bad Dürkheim die höchste Warnstufe.

Für den Rest des Landes bestand mit wenigen Ausnahmen die zweithöchste Warnstufe, ebenso wie im gesamten Saarland. Der DWD warnte zudem in Rheinland-Pfalz und im Saarland vor Gewittern mit schweren Sturmböen, Hagel und Starkregen, die sich am Donnerstagnachmittag entwickeln könnten. Es seien Schäden an Gebäuden möglich, Bäume könnten entwurzelt werden und Dachziegel herabstürzen. 

Mehrere ICE-Strecken unterbrochen

Umgestürzte Bäume haben beinahe alle ICE-Strecken im Norden lahmgelegt, wie eine Bahnsprecherin in Berlin am Donnerstag sagte. Die Strecken Hamburg-Berlin, Hamburg-Hannover, Bremen-Hannover und Hannover-Wolfsburg-Berlin seien derzeit unterbrochen. Wann die Strecken wieder befahrbar seien, lasse sich noch nicht absehen. 

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Bahn stellt Verkehr ein

Wegen eines heftigen Unwetters hat die Deutsche Bahn den Verkehr zwischen Hannover, Hamburg, Kiel und Bremen eingestellt. Das teilte die Bahn am Donnerstag über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Das regionale Bahnunternehmen Metronom teilte mit, durch das starke Unwetter und dadurch umgestürzte Bäume seien Strecken kaum oder nur mit großen Einschränkungen zu befahren.

Betroffen seien die Linien von Uelzen, Bremen und Cuxhaven nach Hamburg. Züge könnten gar nicht mehr oder nur mit großen Verspätungen fahren. In Hamburg warnten Polizei und Feuerwehr vor dem Unwetter mit Blitz und Donner, Hagel und starkem Regen.

Tornado in Hamburg

In Hamburg gab es am Donnerstagvormittag nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) einen Tornado.

Wetterbeobachter der Luftfahrtberatungszentrale hätten den typischen „Luftschlauch“ um 11.37 Uhr etwa zehn Kilometer vom Flughafen entfernt gesichtet, sagte der DWD-Tornadobeauftragte Andreas Friedrich.

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Es habe sich allerdings um einen schwachen und nur kurzlebigen Tornado gehandelt, der zudem nur kurz „Bodenkontakt“ hatte – daher seien die Auswirkungen wohl nur gering. Die Feuerwehr Hamburg schrieb auf Twitter, man habe keine Erkenntnisse über einen Tornado.

Ein Tornado hat im Kreis Harburg südlich von Hamburg nach Angaben der Feuerwehr große Verwüstung hinterlassen. Verletzte habe es aber nach bisherigem Stand nicht gegeben, sagte Feuerwehrsprecher Matthias Köhlbrandt am Donnerstag. Dächer seien abgedeckt worden, Bäume umgeknickt.

In der Gemeinde Fliegenberg sei eine Schafherde mit 20 bis 30 Tieren unter umgestürzten Bäumen begraben worden, zahlreiche Tiere seien verendet. „Die Spuren sprechen ein deutliches Bild hier. Das war ein Tornado-Ereignis“, sagte der Feuerwehrmann. Die Helfer seien zu 250 Einsätzen ausgerückt. 

Unwetter-Warnung für „Hurricane-Festival”

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Anreisende im niedersächsischen Scheeßel müssen mit schwerem Gewitter und Starkregen rechnen. Der Deutsche Wetterdienst hat am Donnerstagmittag bis 14 Uhr vor Orkanböen, heftigem Starkregen und Hagel mit Korngrößen um drei Zentimeter gewarnt. „Bitte begebt euch umgehend in die Autos zurück“, teilte der Veranstalter über Twitter mit. Der Einlass zum Festival werde sich wegen des Unwetters verzögern. Wartende in der Schlange sollten Schutz suchen.

Der „Hurricane“-Veranstalter hat die Festivalgäste gebeten, möglichst erst am Freitag zu kommen. „Damit wir eine problemlose An- und Abreise ermöglichen können, möchten wir alle Besucher, die Ihre Anreise noch nicht angetreten.haben, inständig darum bitten, auf eine Anreise am Freitag auszuweichen“, schrieb der Veranstalter am Donnerstag auf seiner Facebook-Seite. Auch die Polizei Rotenburg wies auf Twitter darauf hin. 

(dpa)

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