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So trösten Sie sich nach diesem miesen Sommer

DIE WELT-Logo DIE WELT 01.09.2017

Aus und vorbei. Das war's, Sommer. Auf der Zugspitze hat es geschneit, an manchen deutschen Orten werden Minusgrade in der Nacht erwartet. Und nun? 50 Überlebensstrategien für die kommenden Monate.

1. Es ist nur Wetter.

2. Der Spätsommer ist auch schön.

3. "Wer Sorgen hat, hat auch Likör."

4. Gehen Sie schwimmen. In Berlin hatten die Hallenbäder wetterbedingt schon im Juli wieder eröffnet. Schwimmen Sie entsprechend des Juli-Regenaufkommens. Also plus 142 % (Hamburg). Plus 316 % (Berlin). Plus 300 % (Göttingen). Plus 229 % (Köln). Plus 174 % (Konstanz). Plus 88 % (München). Das macht Sie stark.

5. Lesen Sie "Der Winter, der ein Sommer war".

6. Gehen Sie in den Wald und schauen nach Pilzen. Wenn Sie keine Ahnung von Pilzen haben, lassen Sie die giftigen Pilze lieber stehen.

7. Sagen Sie zu allen Bekannten: "Was war das ein tolles Pilz-Jahr! So früh im Sommer standen noch nie Pfifferlinge auf den Restaurantkarten."

8. Unterschlagen Sie, dass die Zahl der Pilzvergiftungen 2017 extrem gestiegen ist.

9. Es gibt mindestens 171 Versionen von "Sunny". Fangen Sie morgen an, diese zu hören. Bei einer pro Tag reicht Ihr "Sunny"-Vorrat bis zum. 23. Januar 2018.

10. Danach singen Sie jeden Morgen "Sunny" allein.

11. An Schnee- und Regentagen singen Sie "Sunny" morgens und abends.

12. Veranstalten Sie "Sunny"-Karaoke-Partys. Es darf kein anders Lied gesungen werden. Der Sieger bekommt ein Sunkist.

13. "Wir mussten uns überhaupt keine Sorgen um Waldbrandgefahr machen."

14. "Unsere Parks waren Mitte August so grün wie nie."

15. Lernen Sie die Abfolge der schlechten Sommer in Deutschland auswendig. 1909, 1913, 1916, 1918, 1919, 1923, 1956, 1962, 1965, 1978, 1985 und 1987.

Passiver Widerstand: Menschen in Potsdam trotzen Mitte August der Jahreszeit © dpa Passiver Widerstand: Menschen in Potsdam trotzen Mitte August der Jahreszeit

16. Zählen Sie beim Kauf von Herbstmänteln, Winterjacken, Schals, Mützen laut mindestens drei schlechte Jahre auf.

17. Hätte noch schlimmer kommen können. Vor 200 Jahren geriet das Weltklima durch den Ausbruch des Vulkans Tambora in Indonesien durcheinander. 1816 war der kälteste Sommer in Deutschland seit Beginn der Aufzeichnungen. Es regnete unaufhörlich in ganz Europa. Die Ernten waren miserabel. Der Volksmund: "Achtzehnhundertunderfroren". In den USA: "Eighteen hundred and froze to death". 1817 herrschte allerorten Hunger und Not.

18. Werfen Sie die vorsorglich gekauften Tuben, Flaschen, Dosen mit Sonnencreme-Lichtschutzfaktor 50 weg. Schauen Sie dabei glücklich.

19. Blass ist das neue Braun.

20. Erklären Sie bei jeder Einladung mit fester Dermatologen-Stimme: "Ich bin ja so dankbar für den Sommer ohne Sommer." Sprechen Sie wissend über Basalzellkarzinome, die durch UV-Belastung wachsen.

21. Führen Sie Buch über die Zustimmungsraten. Das wärmt.

22. Sind Intellektuelle und Wetter-Kenner anwesend, sagen Sie im überzeugten Ton: "Der beste Sommer seit 1816."

23. Zitieren Sie überall Hegel, "Vorlesungen über die Philosophie der Geschichte", Kapitel 3: "Die innere Sonne des Selbstbewusstseins verbreitet einen höheren Glanz."

24. Denken Sie an den Sommer 2016.

25. Trinken Sie Wein von 2016. Noch besser von 2015.

26. Leeren Sie ansonsten alle Flaschen aus dem Jahrhundertsommer 2003.

27. Planen Sie den Sommer 2018.

28. "Vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse haben wir uns entschlossen, das Flugprogramm zu erweitern und unsere bereits buchbaren Flüge für den kommenden Sommer zu ergänzen", sagte gerade Karsten Balke, CEO der Germania.

29. Für die Seehunde war 2017 ein super Jahr. Große Zunahme, sagen jedenfalls die Experten nach einer Zählung im niedersächsischen Wattenmeer.

30. Fortpflanzung und Fortpflanzungsversuche sind demnach nicht an gutes Wetter gebunden. Denken Sie täglich daran. Üben Sie fleißig.

31. "Vielen Dank für die schönen Monate. Ihre Regenschirmhersteller."

32. Gummistiefel sind die neuen Espadrillos.

33. Wahre Männer grillen nur im Winter.

34. Starten Sie eine Petition zur Abschaffung des Siebenschläfers. Der hat uns das schließlich alles eingebrockt.

35. Verfluchen Sie alle Bauernregeln.

36. Denken Sie mitleidig lächelnd an Länder der Südhalbkugel: Die haben jetzt Winter.

37. Sagen Sie bei Partys: "Also in den Jahrhundertsommern 1947 und 2003 war auch nicht alles leicht."

38. Fragen Sie sich, ob der kommende Sommer besser würde, wenn Donald Trump dies verspräche.

39. Fragen Sie sich auch, ob der Konjunktiv in diesem Fall richtig ist.

40. Posten Sie nächste Woche bei Facebook: "Prima, wir hatten weder Sonnenstich noch Wasser im Ohr oder Mallorca-Akne, nicht mal Zeckenbisse." Statusmeldung: "Erleichtert."

41. Holen Sie Ihre alten "Bravo"-Hefte vom Dachboden und lesen laut "Doktor Sommer" vor.

42. Vom 11. November bis 14. Februar ist die fünfte Jahreszeit. Wir sagen das der Vollständigkeit halber. Karneval gibt es in keinem Sommer. (Hören Sie aber niemals auf, "Sunny" zu singen.)

43. Sagen Sie: "Seit ich zur Lichttherapie gehe, bin ich ganz sommerunabhängig."

44. "Der Sommer war ja schlecht, aber versuch mal als SPD-Kandidat, die Wahl zu gewinnen."

45. Abwarten und Tee trinken.

46. Bei Regen Tee mit Rum.

47. Bei Schnee mit Stroh-Rum.

48. Der Winter ist auch schön, vom Frühling zu schweigen.

49. In 290 Tagen ist Sommeranfang.

50. Es. Ist. Nur. Wetter.

Der Autor verkündet mit sonnigen Grüßen, dass er eine dreiwöchige Reise nach Italien noch vor sich hat.

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