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Stürmischer Wochenbeginn: Mindestens ein Schwerverletzter

dpa-Logodpa 05.03.2019 dpa

Sturmtief «Bennet» hat in Hessen den Rosenmontag ordentlich durcheinandergewirbelt. Davon betroffen waren nicht nur einige Fastnachtsumzüge, die abgesagt wurden, auch beim Betrieb am Frankfurter Flughafen gab es Einschränkungen, wie eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung (DFS) sagte. Die Anzahl der Landungen pro Stunde wurde am Vormittag von 60 auf 44 gesenkt. Zuvor waren wegen des Sturms kurzzeitig gar keine Landungen möglich gewesen. Es habe auch mehrere sogenannte Durchstarter gegeben, Flugzeuge also, die den Landeanflug abbrechen und durchstarten mussten. Ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport berichtete von Verspätungen und Flugausfällen.

Heftige Windböen wirbeln Blätter in einer Frankfurter Parkanlage hoch. © Foto: Arne Dedert Heftige Windböen wirbeln Blätter in einer Frankfurter Parkanlage hoch.

In der Kasseler Innenstadt drohte ein größeres, vom Sturm gelöstes Blech von einem Dach zu stürzen. Es sei offenbar eine Dachfläche von rund 60 Quadratmetern betroffen, berichtete ein Polizeisprecher. Der Bereich wurde für Fußgänger und Fahrzeuge bis zum Bahnhofsvorplatz gesperrt, dadurch kam es auch zu Verkehrsbehinderungen. Am späten Nachmittag wurde die Sperrung aufgehoben, nachdem die Gefahr beseitigt war. Ersten Schätzungen zufolge entstand an dem Dach ein Sachschaden in Höhe von etwa 5000 Euro.

Auch auf Straßen und Baustellen ging es stürmisch zu. Allein in Südhessen gab es bis 15 Uhr rund 40 Polizeieinsätze. «Neben einer Vielzahl an umgestürzten Bäumen und in deren Folge blockierten Straßen, wurden auch eher ungewöhnliche Sturmschäden wie ein umherfliegendes Zelt am Ortsausgang von Einhausen (Landkreis Bergstraße) oder ein vom Winde verwehtes Trampolin auf einem Feld Nahe Mörfelden-Walldorf (Landkreis Groß-Gerau) gemeldet», so ein Sprecher. Auf einer Baustelle in Lorsch (Kreis Bergstraße) wurde eine gerade fertiggestellte Mauer umgeweht und ein 48-jähriger Arbeiter schwer verletzt.

In Darmstadt und Umgebung hatte die Feuerwehr es nicht nur mit zahlreichen umgestürzten Bäumen und mehreren abgedeckten Dächern, sondern auch mit einem Baugerüst auf der Mathildenhöhe zu tun, das vom Wind teilweise zerstört wurde. Nach Feuerwehr-Angaben überfuhr außerdem eine Straßenbahn ein herabgewehtes Blechteil, das von Einsatzkräften unter der Bahn hervorgeholt werden musste, bevor die Fahrt weitergehen konnte.

Auf der Bundesstraße 486 bei Langen (Kreis Offenbach) hatten eine 28-jährige Mutter und ihr sieben Monate altes Baby Glück, als ein Baum direkt vor ihrem Auto auf die Straße fiel. Bei dem folgenden Aufprall blieben beide unverletzt, wurden aber vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht.

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In Frankfurt musste die Feuerwehr seit dem Morgen zu rund 40 Einsätzen ausrücken. Während eines Einsatzes an einem beschädigten Flachdach musste dabei etwa die vielbefahrene Hanauer Landstraße stadteinwärts vorübergehend gesperrt werden, wie die Feuerwehr mitteilte.

Auf der Bundesstraße 83 in Nordhessen wurde zwischen Grebenstein und Hofgeismar der Anhänger eines Lastwagens von einer Sturmböe umgeworfen. Der Fahrer blieb laut Polizei unverletzt.

In Darmstadt zählte die Feuerwehr ebenfalls zahlreiche Einsätze. Die Rettungskräfte mussten sich laut Mitteilung unter anderem um ein eingestürztes Baugerüst und gelockerte Fassadenteile kümmern. Die Polizei in Wiesbaden berichtete neben zahlreichen anderen Einsätzen von einer auf ein Nachbarhaus gefallenen Birke sowie von einer mobilen Toilette, die am ICE-Bahnhof Limburg umgeweht wurde.

Wie die Deutsche Bahn mitteilte, kam es durch das stürmische Wetter auch in Hessen zu Einschränkungen im Schienenverkehr. Im Rhein-Main-Gebiet waren unter anderem die S-Bahn-Linien 3 und 9 sowie mehrere Regionalbahn-Linien betroffen.

In Spitzenzeiten wurden in Hessen Windgeschwindigkeiten von bis zu 110 km/h in Gießen oder 102 km/h in Eschwege gemessen, wie Lars Kirchhübel vom Deutschen Wetterdienst (DWD) sagte. Das ganze Bundesland habe das Sturmtief mit einer generellen Windstärke von 8 bis 9 zu spüren bekommen. «Bei Gewitter sind die Geschwindigkeiten dann weiter nach oben geschossen», sagte der Meteorologe.

Der Hessische Waldbesitzerverband warnte die Menschen in einer Mitteilung davor, am Montag sowie den nächsten Tagen die Wälder zu betreten. Bäume würden bei einem Sturm oft nur angeschoben und fielen erst Tage später um, auch Äste könnten noch herunterfallen.

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