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Unwetterartiger Dauerregen sorgt für Hochwasseralarm in Teilen Deutschlands

AFP-LogoAFP 26.07.2017
Der Fluss Innerste in Hildesheim: Unwetterartiger Dauerregen hat in Teilen Deutschlands für steigende Pegelstände und Überschwemmungen gesorgt. Vor allem Niedersachsen war stark betroffen, aber Hochwasserwarnungen bestanden unter anderem auch für Thüringen sowie Sachsen-Anhalt. © Bereitgestellt von AFP Unwetterartiger Dauerregen hat in Teilen Deutschlands für steigende Pegelstände und Überschwemmungen gesorgt. Vor allem Niedersachsen war stark betroffen, aber Hochwasserwarnungen bestanden unter anderem auch für Thüringen sowie Sachsen-Anhalt.

Land unter in Deutschland: Tagelanger unwetterartiger Dauerregen hat vor allem in der Mitte und im Osten des Landes kleinere Flüsse anschwellen und über die Ufer treten lassen. Vor allem das südliche Niedersachsen war am Mittwoch betroffen, der Landkreis Goslar rief den Katastrophenfall aus.

Hochwasserwarnungen bestanden unter anderem auch für Thüringen sowie Sachsen-Anhalt und Teile Bayerns. Auslöser war das Tief "Alfred", das nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts (DWD) in einem Streifen vom Niedersachsen über Hessen und Thüringen bis Nordbayern für teilweise extreme Niederschläge von weit mehr als 100 Litern je Quadratmeter in nur 48 Stunden sorgte.

Insbesondere in der Region rund um den Harz spitzte sich die Lage am Mittwoch zu, weil Bäche und kleinere Flüsse über die Ufer traten. Die Goslaer Altstadt war massiv betroffen. Nach Angaben von Feuerwehr und Stadtverwaltung wurden ein Altenheim und Teile einer Straße geräumt, die komplette Altstadt für den Autoverkehr gesperrt. Stromabschaltungen waren demnach möglich.

Ein weiterer Einsatzschwerpunkt war die Gemeinde Seesen. Im Ortsteil Rhüden waren nach Angaben des Kreisfeuerwehrverbands Goslar 200 Wohnungen oder Häuser von dem Hochwasser betroffen. Dort flössen "Wassermassen" durch den Ort und überfluteten Straßen. Rund 250 Einsatzkräfte seien in dem Gebiet im Einsatz.

Steigende Pegel: Unwetterartiger Dauerregen sorgt für Hochwasseralarm in Teilen Deutschlands. Grafik: Karte mit Hochwasserwarnungen. © Bereitgestellt von AFP Unwetterartiger Dauerregen sorgt für Hochwasseralarm in Teilen Deutschlands. Grafik: Karte mit Hochwasserwarnungen.

Ernst war die Situation nach Angaben des Verbands auch in Bad Harzburg, wo ebenfalls Wasser durch die Straßen floss. Wegen Überflutungen mussten in der Harzregion zudem Straßen gesperrt werden. Auch der Bahn- und Busverkehr war laut Deutscher Bahn (DB) beeinträchtigt. Es gab demnach Ausfälle und Verspätungen.

In Hildesheim bei Hannover trat in der Nacht laut Stadtverwaltung die Innerste zwischenzeitlich über die Ufer. Helfer von Feuerwehr und Hilfsorganisationen errichteten Sandsackbarrieren, die zunächst standhielten. Dennoch bestand noch die Gefahr, dass Teile eines Wohngebiets überflutet werden könnten. Evakuierungen wurden vorbereitet.

Nach Angaben des niedersächsischen Innenministeriums sollten die Hochwasserscheitel bis zum Mittwochabend voraussichtlich aber erreicht sein. Die Einsatzkräfte seien "entsprechend aufgestellt" und versuchten, "größere Schäden abzuwehren", erklärte Innen-Staatssekretär Stephan Manke nach einem Besuch in Goslar. So sei die Altenheim-Räumung problemlos verlaufen.

Aus dem benachbarten Sachsen-Anhalt meldete der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft am Mittwoch für die Ortschaften Mahndorf an der Holtemme sowie Hoppenstedt und Ilsenburg an der Ilse die zweithöchste Hochwasserwarnstufe.

In Wernigerode suchte die Polizei derweil nach einer 69-Jährigen. Es sei nicht auszuschließen, dass sie in die angeschwollene Holtemme gefallen sei, sagte eine Sprecherin in Halberstadt. Konkrete Hinweise darauf gab es demnach aber nicht.

In Thüringen meldete die Hochwasserzentrale erhöhte Pegel für die Einzugsgebiete der Flüsse Unstrut und Werra. Die Polizei berichtete dort außerdem von Behinderungen durch überflutete Straßen und von vollgelaufenen Kellern und Unterführungen.

Sandsäcke vor einem Fußweg in Holzminden: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte für den weiteren Tagesverlauf vor weiteren teils sehr ergiebigen Niederschlägen in der Mitte und im Osten. © Bereitgestellt von AFP Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte für den weiteren Tagesverlauf vor weiteren teils sehr ergiebigen Niederschlägen in der Mitte und im Osten.

Auch in Bayern berichteten die Behörden am Mittwoch von steigenden Pegelständen und gaben Hochwasserwarnungen für Landkreise und Städte heraus - darunter für die Kreise Ober- und Unterallgäu sowie die Städte Bamberg, Memmingen, Kempten.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte am Mittwoch weiter vor teils extrem ergiebigem Dauerregen in der Mitte und im Osten Deutschlands sowie zusätzlich im Schwarzwald, in den Alpen und im Alpenvorland. Bis Donnerstag sollte Tief "Alfred" aber nach Osten abziehen.

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