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Verrücktes Wetter in Italien: Weiße Strände nach heftigem Hagel

Die Presse-Logo Die Presse 26.07.2017

Das Wetter spielt in Italien verrückt. Während in mehreren Regionen des Landes weiterhin schwere Brände toben und Italien von einer beispiellosen Wasserknappheit belastet ist, hat am Dienstagnachmittag heftiger Hagel mehrere Adria-Badeortschaften der Region Marken belastet.

Badegäste posteten auf Facebook Bilder der mit Hagel übersäten weißen Adria-Strände von San Benedetto del Tronto und von Grottamare. Heftige Niederschläge wüteten auch in Jesolo und in der Provinz Venedig. Die Landwirtschaft meldete schwere Schäden. Unweit des Hafens Giulianova wurden die Leichen von zwei Fischern geborgen, nachdem ihr Boot vermutlich wegen der hohen Wellen gekentert war.

Po soll seinen Wasserspiegel bewahren

Inzwischen haben die norditalienischen Regionen entlang des Flusses Po beschlossen, wegen der schweren Dürre die Wassermengen zu reduzieren, die für die Landwirtschaft aus Italiens längstem Fluss gepumpt werden. Die Maßnahme tritt ab kommendem Montag in Kraft.

© Bild: (c) Screenshot/Facebook

Ziel ist es, dass der 652 Kilometer lange Fluss einen Wasserpegel bewahrt, der die Wasserversorgungder norditalienischen Provinzen Ferrara und Ravenna decken kann. Einige Gemeinden in Berggebieten von Piacenza, Parma und Bologna mussten wegen der Dürre mit Tanklastern mit Wasser versorgt werden.

Italien stöhnt schon seit Wochen unter einer Hitzewelle und extremer Trockenheit. Die Regierung in Rom hatte bereits im Juni den Notstand in den norditalienischen Provinzen Parma und Piacenza erklärt. 8,65 Millionen Euro wurden freigegeben, um Landwirte und Viehzüchter zu unterstützen.

Platz zwei im Ranking der trockensten Jahre

Die Wasserknappheit verschärfte sich bereits in den Frühlingsmonaten, in denen sich Wasserreserven für den Sommer sammeln sollten. Das Frühjahr 2017 belegte laut Statistiken des Forschungsinstituts CNR Platz zwei im Ranking der trockensten Jahreszeiten seit dem Jahr 1800. Die Trockenheit verursachte der Landwirtschaft bisher bereits Schäden in Höhe von zwei Milliarden Euro und wirke sich negativ auf die Preise der Agrarprodukte aus, berichtete der italienische Landwirtschaftsverband Coldiretti.

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