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Was sagt die Regenwahrscheinlichkeit aus? Viele Deutsche können das Wetter und seine Risiken schlecht einschätzen — zeigen Max-Planck-Forscher

Business Insider Deutschland-Logo Business Insider Deutschland 28.05.2020 Klemens Handke
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Deutsche haben Schwierigkeiten damit, Wetterrisiken richtig einzuschätzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin. Die Wissenschaftler um die Psychologin Nadine Fleischhut fordern daher, die Kommunikation von Risikovorhersagen zu verbessern. Nicht nur das Wetter, sondern auch die Folgen und Gefahren bestimmter Wetterereignisse sollten transparent berichtet werden, schreiben sie.

Der Klimawandel ist aufgrund der Corona-Pandemie in den letzten Monaten in der Berichterstattung etwas in den Hintergrund gerückt. Trotzdem bliebt das Problem bestehen, in der Folge nehmen Wetterextreme zu. Wie gut aber verstehen Menschen, welche Risiken mit verschiedenen Wetter-Phänomen einhergehen? Die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts befragten knapp über 1.000 Deutsche im Alter zwischen 14 und 93 Jahren zu ihrem Verständnis von Wetterereignissen und deren Auswirkungen.

In der Umfrage stellte sich heraus, dass viele der Befragten Wissenslücken bei der Einschätzung von Wetterrisiken haben. So gingen 66 Prozent der Befragten zum Beispiel davon aus, dass eine höhere Temperatur auch eine höhere UV-Strahlung bedeutet. Dabei ist die UV-Einstrahlung durch den Stand der Sonne immer mittags am höchsten — auch, wenn die Temperaturen im Laufe des Tages noch steigen.

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Auch glaubten 44 Prozent der Befragten, dass Bodenfrost, und damit glatte Straßen und Gehwege, erst bei einer Lufttemperatur von 0 Grad Celsius oder darunter möglich ist. Tatsächlich aber kann die Temperatur kurz über dem Boden unter null fallen, auch wenn die in Wettervorhersagen angegebene Lufttemperatur über null liegt, weil diese üblicherweise in zwei Metern Höhe gemessen wird. Dieses Missverständnis kann gefährlich werden.

Ebenso gefährlich kann es werden, sich vor einem drohenden Gewitter nicht rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Doch nur ein Fünftel der Befragten konnte richtig angeben, dass bei 30 Sekunden zwischen Blitz und Donner ein Gewitter etwa zehn Kilometer entfernt ist. Mehr als ein Viertel dachte, es sei etwa 30 Kilometer entfernt — sie unterschätzten also die Nähe des Gewitters deutlich.

Nur wenige konnten die Regenwahrscheinlichkeit richtig deuten

Auch die Wahrscheinlichkeitsvorhersagen wurden von vielen Teilnehmern falsch verstanden. Nur ein Fünftel der Befragten wusste, dass eine Regenwahrscheinlichkeit von 30 Prozent bedeutet, dass es an 30 von 100 Tagen aller Tage mit gleicher Wetterlage geregnet hat und daher die Wahrscheinlichkeit auch für den kommenden Tag bei 30 Prozent liegt. Viele Teilnehmer gingen davon aus, dass es in 30 Prozent der Region oder an 30 Prozent des Tages regnen wird.

Bei Fragen zum Klimawandel zeigten sich die Befragten etwas sicherer. So wussten 70 Prozent der Befragten wohl, dass die Durchschnittstemperatur in Deutschland seit 1880 nachweislich gestiegen ist. Trotzdem zeigen die Ergebnisse, dass die Risiken von Wetterereignissen besser kommuniziert werden müssen. Die Studienautoren empfehlen deshalb eine transparentere Berichterstattung über die Sicherheit von Vorhersagen und deren Auswirkungen.

"Die Kommunikation solcher Vorhersagen muss sorgfältig gestaltet und getestet werden, um unerwünschte Effekte wie Überreaktionen oder Verharmlosung der Risiken zu vermeiden", sagt Co-Autor Stefan Herzog, Leiter des Forschungsschwerpunktes „Stärkung von Entscheidungskompetenzen“ am Berliner Max-Planck-Institut.

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