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Wetter im Mai: Weder Wonnemonat noch „Tonnenmonat“

Berliner Zeitung-Logo Berliner Zeitung 23.04.2018 berliner-zeitung
Mai-Wetter in Berlin: picture alliance / dpa © picture alliance / dpa picture alliance / dpa

Das war's dann mit dem April-Sommer: Sonnenhoch Norbert hat uns verlassen. Höchstwerte bis zu 30 Grad, Sonnenschein satt: Daran können wir jetzt nur zurückdenken, denn die Zeichen stehen auf wechselhaftem Wetter mit Schauern, Gewittern und nur gelegentlichen sonnigen Phasen.

Atlantische Tiefausläufer lassen die Temperaturen sinken. In den kommenden Tagen geht es spürbar bergab. Schafften es die Höchstwerte am Montag noch über die 20-Grad-Marke, werden wir im Verlauf der Woche in Berlin tageweise so gerade noch die 14-Grad-Marke überschreiten.

Wetterexperte erwartet bald 27 Grad in Ostdeutschland

Dies ordnet Wetterexperte Dominik Jung (wetter.net) allerdings als für den April völlig normale Werte ein. Und vor allem: die nächste, moderate Hitzewelle steht bereits wieder vor der Tür: Am Wochenende steigen die Werte regional wieder in teils sommerliche Höhen. Und zwar wo? In Ostdeutschland! Dort erwartet Jung nämlich Höchstwerte bis zu 27 Grad.

Von einem dramatischen Kälterückfall kann jedenfalls bis Monatsende also nicht die Rede sein. Vielmehr bleibt der April mit einer Durchschnittstemperatur von etwa 12 Grad auf Rekordkurs.

Historischer Temperaturrekord möglich

TT23 © http://www.bernd-hussing.de/klima.htm TT23

Wetterexperte Jung spricht vom wärmsten April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Nun wird es spannend: Denn lange hatte es so ausgesehen, dass sogar der historische Rekord aus dem Jahre 1800 geknackt wird: Auch damals schon wurden nach einem anderen System Temperaturen aufgezeichnet - und aus dem Jahre ist ein Allzeit-Wärmerekord von durchschnittlich zwölf Grad überliefert.

Die kommenden Tage werden entscheiden, ob vielleicht sogar noch dieser Rekord fällt - nach über 200 Jahren, in einem April, der in unserer Region mehr als fünf Grad zu warm ausfällt.

Nun aber ein Ausblick in den Mai. Der Monatswechsel fällt voraussichtlich zwar nicht ganz störungsfrei aus, aber der Wettertrend sieht ab kommendem Wochenende im Osten wieder kräftig steigende Temperaturen. Der neue Monat wird demnach auch in unserer Region mit Werten deutlich über 20 Grad starten.

Wetterdienst rechnet mit örtlich zu nassem Sommer 

Wie es weitergeht, ist unklar - Diplom-Meteorologe Jung wirft dennoch schon einmal einen Blick auf die derzeit verfügbaren Langfrist-Prognosen für den Mai: Der soll weder deutlich zu warm, noch zu kalt ausfallen - weder zu trocken noch zu nass.

noaa © NOAA noaa

Weder Wonnemonat noch „Tonnenmonat“, letzteres meint vier Wochen schlechtes Wetter, wie Jung es formuliert - sondern völlig durchschnittlich soll der kommende Monat werden. Daraus kann man eigentlich nur Eines verlässlich ableiten: Die Hoffnung auf eine Fortsetzung des fulminanten April-Sommers ist erst einmal vergebens. 

„Es gibt übrigens auch erste Trends für den Zeitraum Juni bis August, also den meteorologischen Sommer", verrät Jung weiter. Allzu hohe Erwartungen sollte man demnach nicht in den Sommer 2018 setzen: Die Forscher des US-Wetterdienstes erwarten in Deutschland ganz durchschnittliche Temperaturen, allerdings gebietsweise wieder viele Niederschläge. Davon betroffen sein soll aber weniger unsere Region als der Süden - auch weite Teile Frankreichs und Spaniens seien betroffen.

Soweit diese Prognose eintrifft, ist dies eine gute Nachricht für alle Berliner und Brandenburger: Wir erinnern uns noch gut an die apokalyptischen Bilder nach den nicht enden wollenden Starkregen-Fälle des Sommers 2017.

Über Wochen geflutete Tiefgaragen, Felder, Gärten - unsere Feuerwehr im tagelangem Ausnahmezustand und Helfer am Ende ihrer Kräfte. Wenn uns eine Wiederholung einer solchen Katastrophe erspart bleibt, freuen wir uns schon einmal auf einen völlig durchschnittlichen Sommer 2018. (JSt)

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