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Die Folgen, wenn Kinder zu früh mit Handys spielen

KLEINE ZEITUNG-Logo KLEINE ZEITUNG 16.01.2020 Kleine Zeitung
Die Folgen, wenn Kinder zu früh mit Handys spielen / Bild: Seventyfour - stock.adobe.com © Die Folgen, wenn Kinder zu früh mit Handys spielen / Bild: Seventyfour - stock.adobe.com Die Folgen, wenn Kinder zu früh mit Handys spielen / Bild: Seventyfour - stock.adobe.com

Wenn Kinder früh täglich und stundenlang ohne Kontrolle mit Geräten wie Smartphones oder Tablets spielen, können sie Sprachentwicklungsstörungen und Verhaltensstörungen sowie „Pseudo-Autismus“ entwickeln.

„Kinder, die sich schon vor einem Alter von zwei Jahren täglich bis zu drei Stunden mit einem Medium mit Bildschirm statt mit Bezugspersonen beschäftigen, fehlt es an Anregung. Denn Bezugspersonen reagieren emotional auf die Gesten und Äußerungen der Kinder, benennen Dinge, mit denen Kinder umgeben sind.

Ein Mangel an Austausch mit Eltern und anderen kann sich in einer verzögerten Sprachentwicklung auswirken. Es besteht die Gefahr, dass Kinder kaum soziale Fähigkeiten entwickeln – ähnlich wie autistische Kinder“, warnt Nicole Grois, Kinder- und Jugendärztin, Mitglied der Gesellschaft für Kinder und Jugendheilkunde (ÖGKJ).

Autistische Kinder können sich u.a. schwer länger auf etwas konzentrieren, sie können keinen Blickkontakt halten und haben Schwierigkeiten, Gefühle anderer zu erkennen und darauf zu reagieren.

Kein Lerneffekt über Bildschirme

Die ersten Lebensjahre sind eine kritische Zeit für die körperliche und geistige Entwicklung von Kindern. „Für Kinder unter zwei Jahren haben Fernsehprogramme oder andere über Bildschirmmedien vermittelte Inhalte keinen Lerneffekt – im Gegenteil. Diese Altersgruppe hat nicht die Möglichkeit, zwischen realem Leben und fiktiver Bildschirmwelt zu unterscheiden. Der Mangel Interaktion mit anderen Menschen geht noch dazu einher mit einem Mangel an körperlicher Aktivität und kann sich in dieser Phase besonders negativ auswirken.

Obwohl Experten empfehlen, Kinder in der frühen Entwicklungsphase ganz von den Medien fernzuhalten, nutzen manche junge Eltern die Medien als „Babysitter“, um ihre Kinder zu beschäftigen, vor allem wenn sie selbst im Alltag stark belastet sind“, gibt Grois zu bedenken.

Strukturelle Veränderungen im Gehirn

„Pseudo-Autismus“ oder „virtueller Autismus“ beruht auf äußeren Faktoren, wie einem Mangel an Stimulation bzw. Anregung, z.B. durch sehr frühen und übermäßigen Mediengebrauch. Forscher des Cincinnati Children’s Hospital haben in ihrer aktuellen in JAMA Pediatrics veröffentlichten Arbeit sogar gezeigt, dass die Menge an weißer Substanz im Gehirn von Kleinkindern, die mehr als zwei Stunden pro Tag vor einem Bildschirm verbringen, anscheinend geringer ist als bei Kindern, die keine Bildschirmmedien nutzten. Die weiße Substanz des Gehirns hilft bei der Verarbeitung und Organisation von Gedanken und anderen wichtigen Funktionen, wie Sprache.

Autismus beruht vorwiegend auf erblichen Faktoren

Für eine „richtige“ autistische Störung bzw. eine sogenannte Autismus-Spektrum-Störung gelten erbliche Faktoren als eine der Hauptursachen. Die Diagnose basiert auf dem Vorhandensein mehrerer Symptome, die die Fähigkeit eines kleinen Patienten zur Kommunikation, zum Aufbau von Beziehungen, zum Interesse an seiner Umwelt, zum Spielen und Lernen beeinträchtigen. Autismus hat eine lebenslange Beeinträchtigung zur Folge, die nicht geheilt werden kann, aber sich durch eine frühzeitige Behandlung erheblich verbessern lässt.

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