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Wohnen wie YSL und Bergé

Die Presse-Logo Die Presse 10.06.2018 von Eva Komarek
© Styria Digital One GmbH

Bis zur Auktion der Sammlung Rockefeller heuer im Mai war die erfolgreichste Versteigerung einer Privatsammlung die des französischen Modeschöpfers Yves Saint Laurent. Das Londoner Auktionshaus Christie's erzielte 2009 in Paris für die Sammlung YSL einen Gesamterlös von 373 Millionen Euro.

Nach dem Ableben von Pierre Bergé, dem Lebensgefährten und Geschäftspartner von Yves Saint Laurent, kommen nun im Oktober bei Sotheby's in Paris Kunstwerke und Möbel aus den Luxusresidenzen der beiden unter den Hammer. Bergé hatte im Jahr 1958 den Maler Bernard Buffet für den erst 22-jährigen Yves Saint Laurent verlassen und half diesem Wunderkind zwei Jahre später, sein eigenes Modehaus zu gründen, dessen kühl rechnender Kopf er war. Gleichzeitig bauten sie eine der vielfältigsten Privatsammlungen auf, die Werke von der Antike bis zu den Klassikern der Moderne umfasste.

Erhalt der Fondation. Wie schon bei der ersten Auktion sollen die Erlöse der Stiftung Pierre Bergé – Yves Saint Laurent zugutekommen, die sich vorrangig um den Erhalt der Werke des 2008 verstorbenen Modeschöpfers kümmert. Zu dieser Stiftung gehören heute auch die beiden Yves Saint Laurent-Museen in Paris und Marrakesch.

Versteigert werden in drei Auktionstagen rund 800 Objekte aus vier Luxusresidenzen in der Normandie, der Provence, der Villa Mabrouka in Tanger und dem Haus in der Rue Bonaparte an der Pariser Rive Gauche, in dem Edouard Manet 1832 geboren wurde.

Zu den Höhepunkten der Auktion gehören zehn Gemälde aus den 1950er Jahren von Bergés ehemaligen Liebhaber Bernard Buffet. Sie waren zuletzt als Leihgabe in zwei Ausstellungen, 2016 in der Buffet-Retrospektive im Musée d'Art moderne de la Ville de Paris und aktuell noch bis September im Musée Estrine à Saint-Rémy-de-Provence. Auf dem Kunstmarkt sind die Preise für Arbeiten von Buffet in den letzten Jahren wieder gestiegen. Seine Preise litten eine Zeit lang darunter, dass zahlreiche seiner populären Bilder reproduziert und in Kaufhäusern gerahmt angeboten wurden. Er war schnell als Kitschmaler verrufen. 2016 erzielte Christie's für „Les clowns musiciens, le saxophoniste“ mit einem Hammerpreis von 1,1 Millionen Euro einen neuen Rekord. Ein weiteres Toplos der Bergé-Auktion ist die Skulptur „Masque“ von Pablo Picasso aus dem Jahr 1961.

Bibliothek wird versteigert. Im Dezember findet eine weitere Auktion statt. Versteigert wird Bergés legendäre Bibliothek mit Manuskripten und Büchern vom 15. bis zum 20. Jahrhundert. Während ein Großteil seiner Bücher Romane sind, gibt es auch einige Fachbücher über Philosophie, Politik, Botanik und Gartendesign. Unter den Büchern befinden sich wertvolle Erstausgaben von Gustave Flaubert, Charles Dickens, Samuel Johnson und Oscar Wilde.

Die Versteigerung der Sammlung Bergé wird von dem amerikanischen Landschaftsarchitekten Madison Cox gemanagt. Er war langjähriger Partner, ab 2017 auch Ehepartner von Bergé, er ist auch sein offizieller Erbe.

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