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Fiakerfahrer: "Machen aus den Pferden Leberkäse"

KURIER-Logo KURIER 10.07.2019 bernhard.ichner

Fragwürdige Aussagen in einem geheim aufgenommenen Video belasten einen großen Fiakerunternehmer. Der will nun klagen.

Ein Screenshot aus dem Video. © Screenshot Ein Screenshot aus dem Video.

Für Aufregung unter Tierschützern sorgt aktuell ein Video, das den "Vier Pfoten" zugespielt wurde. Aufgenommen worden sei es von Touristen, die an der "Secrets of the Fiaker"-Tour eines Simmeringer Fuhrbetriebs teilgenommen hätten, heißt es bei der Tierschutzorganisation. Die Echtheit des Materials habe man verifiziert. In dem Filmchen, das mittlerweile auf Youtube zu sehen ist, erzählt ein Fiakerfahrer seinen Fahrgästen, man mache aus den Pferden Leberkäse, wenn sie nicht für ihr Futter arbeiten. "Es gibt keine Alternative. Die Wahrheit ist brutal", sagt er.

Weiters erzählt der Mann den Touristen, dass es angesichts des Innenstadtverkehrs nicht immer möglich sei, die Tiere unter Kontrolle zu halten. "Wenn er (das Pferd; Anm.) einmal rennt, dann kann man nichts mehr tun. Nur beten, dass man irgendwo stehen bleibt."

Zudem behauptet der Fiakerfahrer gegenüber seinen Gästen, dass die Pferde immer nur nachts gefüttert würden, nicht aber tagsüber. Was für die Tiere sehr schmerzvoll sein könne, wie Martina Pluda, Kampagnenleiterin der Vier Pfoten betont: "Das wäre Tierquälerei. Das Verdauungssystem der Pferde ist nicht für lange Fresspausen geeignet."

Fiaker-Unternehmer will klagen

Das Video ist Wasser auf die Mühlen der Vier Pfoten, die die Fiaker mittels Petition aus der Innenstadt verbannen wollen.

Als völlig aus dem Zusammenhang gerissen bezeichnet dagegen der betroffene Fiaker-Unternehmer, Hans Paul, die gefilmten Textpassagen. Er kündigt rechtliche Schritte gegen die Vier Pfoten an.

Abgesehen davon, dass es verboten sei, käme er auch niemals auf die Idee, ältere Pferde zu Leberkäse zu verarbeiten, sagt Paul - einer der größten Fiakerunternehmer der Stadt - zum KURIER. Seine beiden betagtesten Tiere, Max und Burli, die im Video zu sehen sind, würden ihr Gnadenbrot im niederösterreichischen Arbesthal genießen.

Der betreffende Fiakerfahrer sei zudem "der tierliebste Kutscher" überhaupt und mit Herzblut bei der Arbeit. Seine Aussagen wären aus dem Kontext gerissen.

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