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In den Bundesländern wächst die Sorge um Impfmüdigkeit

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Wien und die Steiermark appellieren an Nichtgeimpfte. "Sonst könnte es ein böses Erwachen geben."

© APA/dpa/Christoph Soeder

Im hinteren Teil der Messehalle lassen sich die Grazer impfen, weiter vorne stellte sich die steirische Politikspitze, flankiert von obersten Ärztevertretern, am Donnerstag auf, um für die Covid-Impfung zu werben. Es herrsche eine „gewisse Impfmüdigkeit“, konstatierte ÖVP-Landeschef Hermann Schützenhöfer. „Die Zahl der Anmeldungen geht zurück, es gibt viele, die zum Termin nicht erscheinen.“ Jüngst verschoben laut Koordinator Michael Koren 40.000 von 140.000 angemeldeten Steirern ihre Buchungen, es ist Urlaubszeit.

Doch auch ohne diese Probleme zählt das Bundesland beim Impftempo zu den Langsameren: Laut Info-Plattform des Sozialministeriums lag die Steiermark am Donnerstag bei einer Erstimpfungsrate von 45 Prozent, nur in Oberösterreich und Wien ist sie noch niedriger; bei der Vollimmunisierung standen die Steirer an letzter Stelle. Im Bundesland selbst wird anders gezählt, nämlich rund 50 Prozent Erstimpfungsquote oder 560.000 erste Stiche. Aber dennoch, das ist noch weit weg vom Ziel, bis Ferienbeginn eine Quote von wenigstens 70 Prozent zu erreichen. Das wären also rund 700.000 zumindest mit der ersten Dosis versorgte Personen. Als impfbar gelten 1,1 Millionen Menschen ab zwölf Jahren.

Schützenhöfer, der am Sonntag laut über Impfpflicht für Kindergarten-Personal nachdachte, appellierte nun, den Ärzten, Wissenschaftern und der Impfung zu vertrauen. „Sonst könnte es ein böses Erwachsen geben“, warnte der Landeshauptmann. „Viele genießen die alte Freiheit und glauben, es ist vorbei. Aber Gnade uns Gott, wenn wir in Leichtsinn abgleiten und noch einmal in einen Lockdown taumeln.“ Die Impftermine sind seit Ende Mai für alle Altersgruppen ohne Priorisierung freigegeben.

Terminfreigabe in Wien

Indes hat die Stadt Wien, wo das Impfen noch nicht allgemein freigegeben ist, 223.000 weitere Impftermine freigeschaltet. Rund die Hälfte davon für Arbeitnehmer, die viel Kundenkontakt haben, aber baulich geschützt sind. Dazu gehören etwa Bankangestellte am Schalter. Weitere Impftermine gibt es für jene Personen, die nach der Altersreihung drankommen, das sind jetzt die Wiener ab 50 Jahren (bisher ab 55 Jahren).

Eigene Termine gibt es jetzt auch wieder für Ärzte und Mitarbeiter in Spitälern und Ordinationen sowie in den Alten- und Pflegeheimen. „Dabei handelt es sich um fix eingeplante Kontingente für Gruppen, bei denen die Impfung an sich bereits abgeschlossen ist“, sagt ein Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ). Immer noch würde es unter ihnen Personen geben, die keine Impfung erhalten hätten. Der Start der dritten Teilimpfungen würde hingegen erst im Oktober erfolgen.

Wie berichtet gab es zuletzt wieder Engpässe bei der Impfstoff-Lieferung. Deshalb konnte die für die Vorwoche geplante Vergabe von 51.000 Terminen nicht erfolgen.

Derzeit haben 40,7 Prozent der Wiener Bevölkerung zumindest eine Erstimpfung erhalten. Laut dem Sprecher strebe man eine Durchimpfungsrate von zumindest 70 Prozent an. Dieses Ziel könnte in der zweiten Juli-Hälfte erreicht sein. Der Hacker-Sprecher dazu: „Wenn wir nicht über 65 Prozent Durchimpfungsrate hinauskommen, besteht die Gefahr einer vierten Pandemie-Welle im Herbst.“

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