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Lkw-Verkehr auf Autobahnen nahm heuer massiv zu

Heute-Logo Heute 30.07.2021
Lkw © Ernst Weingartner / Weingartner-Foto / picturedesk.com (Symbolbild) Lkw

Die Lkw-Lawinen rollen wieder auf Niederösterreichs Autobahnen und Schnellstraßen. Der Verkehr hat im Vergleich zu 2020 zugenommen.

Die Lkw-Lawinen rollen wieder auf Niederösterreichs Autobahnen und Schnellstraßen. Im ersten Halbjahr hat der Lkw-Verkehr im Vergleich zum Vorjahr stark zugenommen, auf der A2 und A10 fuhren bereits mehr Lkw als vor der Coronakrise, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt.

Der Autobahnabschnitt mit der höchsten Lkw-Belastung in Niederösterreich war im ersten Halbjahr die A2 bei Biedermannsdorf. Um die Klimaziele im Verkehr erreichen zu können, müsse der Güterverkehr einen stärkeren Beitrag zum Klimaschutz leisten als bisher, betont nun der Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Nötig seien verstärkte Anreize zur Verlagerung von Güter auf die Bahn.

Es waren heuer auf etlichen Abschnitten sogar mehr Lkw unterwegs als vor Covid-19. „Mit mehr Lkw-Verkehr wird Österreich seine Klimaziele verfehlen. Und dieses Verfehlen würde, wie der Rechnungshof bereits festgestellt hat, sehr teuer kommen“, warnt VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

In Niederösterreich waren die meisten Lkw im ersten Halbjahr mit über 2,4 Millionen auf der A2 bei Biedermannsdorf unterwegs, um fast neun Prozent mehr als im 1. Halbjahr 2020, berichtet der VCÖ. Auf der S1 bei Vösendorf nahm der Lkw-Verkehr sogar um fast 14 Prozent auf 2,1 Millionen zu, auf der A1 bei St. Pölten um elf Prozent auf 1,7 Millionen. "Damit nimmt der Lkw-Verkehr deutlich stärker zu als die Wirtschaft wächst, was keine positive Entwicklung ist", heißt es seitens des VCÖ.

Auch auf der A21, der A4, A5, S33 und S5 nahm der Lkw-Verkehr mit über zehn Prozent zu, wie die VCÖ-Analyse zeigt. Und: Auf vielen Abschnitten sind so viele Lkw wie noch nie unterwegs, die bisherigen Rekordwerte des 1. Halbjahres 2019 wurden überschritten.

Zur Debatte um den Straßenausbau heißt es: „Der Ausbau von Straßen würde übrigens das Gegenteil bewirken: Der Transport auf der Straße wird dadurch beschleunigt, mehr Lkw-Transit ist dann die Folge“, erklärt VCÖ-Experte Schwendinger. Wie Daten des Umweltbundesamts zeigen, können in Österreich mit der Verlagerung von Lkw-Sattelzügen auf die Schiene die CO2-Emissionen des Transports um 95 Prozent reduziert werden. Vor allem das Potenzial der betrieblichen Gleisanschlüsse sei stärker zu nutzen.

Benachteiligungen der Gleisanschlüsse gegenüber der Straße seien rasch zu beseitigen. Während die Anbindung der Betriebe an das Straßennetz im Regelfall vollständig durch die öffentliche Hand finanziert werde, "bleiben die verladenden Unternehmen trotz Förderung auf einem großen Teil der Kosten für die Gleisanschlüsse sitzen. Wo Gleisanschlüsse nicht möglich sind, braucht es Anreize und Förderungen für kombinierten Güterverkehr, etwa terminalautonome Umschlagsysteme vom Lkw auf die Bahn", heißt es seitens des VCÖ in einer Aussendung. „Verlagerungswillige Unternehmen sind stärker als bisher zu unterstützen, finanziell und mit Know-How, etwa durch Verlagerungscoaches“, fordert VCÖ-Experte Schwendinger.

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