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Der Deutsche Filmpreis wird in einer TV-Sendung ohne Publikum vergeben

k.at-Logo k.at 22.04.2020 Redaktion k.at

Die geplante Gala mit Hunderten Gästen in Berlin fällt aus. Stattdessen werden die Lolas am Freitag (24. April/22.15 Uhr) in einer TV-Sendung vergeben. Erstmals überträgt ARD live.

© APA - Austria Presse Agentur

Ganz absagen wollten die VeranstalterInnen den Abend trotz Krise nicht. "Wir wollten ein Zeichen setzen der Zuversicht, der Solidarität. Und auch ein Zeichen dafür, dass das vergangene Kinojahr großartige Leistungen hervorgebracht hat", sagte Schauspieler Ulrich Matthes, der seit einem Jahr Präsident der Filmakademie ist.

Es gebe natürlich auch in der Filmbranche viele Ängste, viele ökonomische Verwerfungen. "Es besteht die Gefahr, dass kleinere Produktionsfirmen die Krise nicht überstehen, dass Kinos eingehen", sagte er. Um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen, mussten Kinos schließen, und viele Dreharbeiten ruhen derzeit.

Dass die Preise nun "nicht so glamourös mit Tschingderassabum und rotem Teppich" verliehen würden, liege auf der Hand, sagte Matthes. Stattdessen sollen nur wenige Leute im Fernsehstudio sein. LaudatorInnen wie Anke Engelke, Charly Hübner und Iris Berben sollen für kurze Besuche vorbeikommen oder von zuhause sprechen, kündigte die Akademie an. Auch andere würden "aus ihren Wohnzimmern" zugeschaltet.

Wichtigste nationale Auszeichnung

Die Lolas gelten als wichtigste nationale Auszeichnung für die Filmbranche. Ähnlich wie bei den Oscars in den USA stimmen die rund 2.000 Mitglieder der Deutschen Filmakademie über die GewinnerInnen ab. Der Filmpreis wird zum 70. Mal verliehen. Die Preise sind insgesamt mit fast drei Millionen Euro für neue Projekte dotiert.

Im vergangenen Jahr hatte das Drama " Gundermann" die Goldene Lola als bester Spielfilm gewonnen. Regisseur Andreas Dresen erzählt darin vom DDR-Liedermacher und Baggerfahrer Gerhard Gundermann.

Heuer hat die Literaturverfilmung " Berlin Alexanderplatz" elf Nominierungen bekommen. Regisseur Burhan Qurbani verlegt den Roman von Alfred Döblin in die heutige Zeit, macht den Flüchtling Francis zum Protagonisten. Der Film mit Welket Bungué, Albrecht Schuch ("Bad Banks") und Jella Haase ("Fack ju Göhte") lief auf der diesjährigen Berlinale, nach der Corona-Krise soll er ins Kino kommen.

Das Drama "Systemsprenger" kommt auf zehn Nominierungen in neun Kategorien. Regisseurin Nora Fingscheidt erzählt darin von einem Mädchen, das zu Gewaltausbrüchen neigt und immer wieder durch das Raster der Jugendhilfe fällt. Schauspielerin Helena Zengel ist mit gerade einmal elf Jahren als beste Hauptdarstellerin nominiert.

Die Filme "Berlin Alexanderplatz" und "Systemsprenger" sind als bester Spielfilm vorgeschlagen - ebenso wie das Drama "Es gilt das gesprochene Wort" von Ilker Çatak über eine Scheinehe, der Musikfilm "Lindenberg! Mach dein Ding" von Hermine Huntgeburth, das Großstadtmärchen "Undine" von Christian Petzold und das Drama "Lara" von Jan-Ole Gerster mit Corinna Harfouch in der Hauptrolle.

Regisseur Edgar Reitz ("Heimat") soll in diesem Jahr den Ehrenpreis der Filmakademie bekommen. Die Komödie "Das perfekte Geheimnis" mit Elyas M'Barek wird als besucherstärkster Film ausgezeichnet.

Moderiert wird der Abend von Schauspieler Edin Hasanović ("Skylines"). Außerdem sollen laut Ankündigung dabei sein: "Ein DJ. Und ein Hund. In einer 2.400 qm großen Studiohalle." Der Rest sei Überraschung. Sie hätten hoffentlich eine schöne Mischung aus digital und analog gefunden, sagte Matthes. "Und ich hoffe, dass wir zumindest in diesen zwei Stunden ein bisschen Freude in die Branche hineintragen können." Sie habe es wie viele andere dringend nötig.

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