Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Der Weg an den See: Wo man gute Plätze findet - und wo es heuer eng wird [premium]

Schaufenster-Logo Schaufenster 13.07.2020
© Bereitgestellt von Schaufenster

Es ist ein Sommer, wie er bisher noch niemals war, schließlich gilt auch in der Freizeit, beim Baden, das allgegenwärtige Präventions-Mantra der vergangenen Monate: Abstand halten, auf Hygiene achten. Und doch, in den Freibädern, an den Seen, herrscht, man hörte das zuletzt von vielen Orten, trotz teils limitierter Besucherzahlen, trotz Einbahnsystemen oder gesperrter Rutschen, fast so etwas wie Normalbetrieb. Aber mancherorts ist der Weg ans Wasser heuer ein wenig komplizierter als in früheren Jahren. Wo ist alles wie bisher? Wo gibt es Sonderregeln? Ein Wegweiser.

 

Burgenland

Um das „Meer der Wiener“ hat es zuletzt schon einige Diskussionen gegeben: Zunächst schränkte Burgenlands Landeshauptmann, Hans Peter Doskozil (SPÖ), den Seezugang während des Lockdowns stark ein (nur Anrainer hatten bis 1. Mai Zugang), Mitte Mai schließlich erreichte der Pegel des größten Steppensees in Europa ob der Trockenheit auch noch seinen historischen Tiefstand. Mittlerweile aber hat sich die Lage in beiden Fällen entspannt: Die Strandbäder in Rust, Podersdorf oder Illmitz bieten dank weitläufiger Liegeflächen auch in Coronazeiten genügend Platz; wer hier übernachtet genießt mit der Neusiedler-See-Card zudem freien Eintritt. Nach starken Regenfällen im Juni befindet sich auch der Wasserpegel wieder auf – seichtem – Normalniveau. Und so zählt man bereits dieses Wochenende Hunderte Kite- und Windsurfer, Segelboote und Stand-up-Paddler, die auf der moorfarbenen Lacke wie gewohnt die perfekte Welle suchen. juwe

 

Kärnten

„Rechts gehen, links liegen“, diese Devise gilt derzeit etwa auf den Stegen im Pörtschacher Promenadenbad. Sprich: Von 1000 Quadratmetern Brückenfläche werden nur 500 belegt, damit soll der „kontaktlose Zugang zum Wasser“ gegeben sein. Auch wenn sich einige Gäste dadurch ein neues Stammplatzerl suchen müssen, ist das Einhalten der Abstandsregel in diesem wie in vielen anderen Kärntner Strandbädern kein Problem. Und wenn der Bademeister doch ein engeres Zusammenrücken beobachtet, wird das meist nur mit freundlichen Aufforderungen geahndet. Wobei: Selten war es so voll am Wörthersee wie jetzt zu Ferienbeginn (Einheimische erinnern sich an die Hoch-Zeit des Badetourismus; ziemlich eng wurde es bereits im Klagenfurter Strandbad). Und seit Kurzem gibt es eine Maskenplicht in Velden, Pörtschach, Krumpendorf sowie in St. Kanzian am Klopeiner See von 21 bis 2 Uhr an frequentierten Stellen im öffentlichen Raum. Masken sind übrigens in den Strandbädern auch auf dem Weg zu den Toiletten oder beim Eintritt ein Thema. Und auch Desinfektionsmittelbedarf und Reinigungsaufwand sind hoch wie nie.

Nicht weniger gefragt sind die wenigen, schmalen öffentlichen Zugänge zum Wörthersee. Und gar nicht so versteckt – denn die vielen abgestellten Fahrräder oder parkenden Autoschlangen am Straßenrand sind ein Indiz für den Run auf Kärntner Badewasser. Mindestabstand geht sich naturgemäß direkt am See aus, trotz der vielen Stand-up-Paddler und Boote. Dass die Besitzer von Motorbooten ihre privaten Seezugänge mehr denn je zu nützen scheinen, ist unüberhörbar, vor allem an den Wochenenden. mad

 

Salzkammergut

Die Coronapandemie bringt beim Baden neue Regeln mit sich, und so musste man zuletzt etwa in Gmunden rasch reagieren: Seit Freitag gibt es im Strandbad keinen Zugang mehr für Tagesgäste, Baden kann dort derzeit nur, wer eine Saisonkarte besitzt. Es gilt, die Zahl der Gäste gering zu halten. Aber das betrifft nur das Strandbad, schließlich sei es voriges Wochenende da so zugegangen, heißt es in Gmunden. Im Solarbad Altmünster oder an den frei zugänglichen Badeplätzen ist alles wie bisher. Und hier gilt, etwa bei der Bräuwiese in Traunkirchen, früh kommen, denn das 30.000 Quadratmeter große Areal mit Bäumen, Fußballplatz und flachem Einstieg in den See ist sehr beliebt, auch bei Großfamilien. Der gebührenpflichtige Parkplatz ist rasch voll, danach wird Parken schwierig. Das gilt auch in Rindbach am Südufer, das sich vom Geheimtipp zum, vor allem bei Kitesurfern sehr beliebten, Hotspot entwickelt hat.

Die Zahl der Parkplätze als (informelles) Limit für die Besucher, das gilt auch bei den öffentlichen Badeplätzen etwa am Attersee. Bei den Strandbädern, in Attersee oder in Unterach, gibt es heuer coronabedingte Höchstzahlen an zugelassenen Besuchern. Die Plätze werden hier nach dem „First come“-Prinzip vergeben, vorher reservieren kann man nicht. Aber abgesehen davon, so heißt es beim regionalen Tourismusverband, setzt man bei den freien Badeplätzen statt auf Zugangslimits auf die „Vernunft der Gäste“.

Und so wird das auch im übrigen Salzkammergut gehandhabt. Etwa auch im Ausseerland, wo es ja ohnehin keine Strandbäder in dem Sinn gibt sondern die Naturbadeplätze prinzipiell frei zugänglich sind, sowohl am Grundlsee, am Altausseer See und am Ödensee. Es gebe keinerlei Corona-Einschränkungen, die Region sei zwar gut besucht, aber überlaufen sei man heuer noch nicht, heißt es im Ausseerland. kiki, cim

Salzburg

Auch in Salzburg sucht „derzeit jeder ein ruhiges Plätzchen am Wasser“, das beobachtet Alexander Leitner. Er ist der Leiter der Salzburger und der Österreichischen Berg- und Naturwacht. Schon in den vergangenen Jahren ist der Druck auf die Seeufer gestiegen, und durch Corona ist das einsame Plätzchen am Wasser noch begehrter geworden. „Seit Mai haben wir massivste Probleme an den Seeufern“, sagt Leitner. Am Wasser darf man sich als Schwimmer, Stand-up-Paddler oder Kajakfahrer frei bewegen, aber am Ufer gilt es, auf Landschafts- und Naturschutz Rücksicht zu nehmen. „Schilf ist ein gesetzlich geschützter Lebensraum“, so Leitner. Respektiert werden diese Einschränkungen am Ufer aber nicht immer. Besonders das illegale Parken auf meist geschützten, seenahen Feuchtwiesen ist ein Problem.

So stehen an schönen Tagen im Bereich Zell am Wallersee immer wieder Autos im Landschaftsschutzgebiet, um Parkgebühr zu sparen. Dass Dutzende Autos an schönen Tagen im Naturschutzgebiet Trumer Seen auf geschützten Flächen stehen, die Leute im Schilf herumtrampeln, Müll hinterlassen, ärgert auch den Bürgermeister von Mattsee, Michael Schwarzmayr. Dabei gebe es gerade am Mattsee genügend Möglichkeiten, das Seeufer über öffentliche Zugänge zu erreichen. Eine ist das Strandbad von Mattsee, mit 18.000 Quadratmeter Liegefläche und einem langen Seeufer gibt es auch an heißen Tagen kaum Platzprobleme. Wo kann man in Salzburg noch Abkühlung finden? Zu den schönsten Seen gehört der Fuschlsee, Innergebirg ist der Zeller See mit den Strandbädern in Zell am See, Schüttdorf und Thumersbach ein Tipp für Wassersportler. Weniger bekannt, aber nicht minder idyllisch: das Naturbad Ritzensee in Saalfelden. Der See in Goldegg ist mit seiner historischen Badeanstalt ein Juwel, auch wenn es hier eng werden kann.

In der Stadt Salzburg ist der Almkanal besonders bei Jugendlichen beliebt. In den Freibädern Salzburgs hat die Stadt coronabedingt die Besucherzahlen limitiert.

Steiermark

Als grünes Bundesland ist die Steiermark bekannt – und passenderweise ist ihr wohl berühmtestes Gewässer auch der Grüne See. Mit seinen fünf Grad würde dieser zwar eine ordentliche Abkühlung bieten – schwimmen darf man dort aber nicht.

Zum Baden empfiehlt sich schon eher einer der wärmsten Seen des Landes: Der Stubenbergsee, mit seinen 26 Grad. Bekannt ist dieser außerdem für seine großzügige Liegefläche – das ist gerade in Coronazeiten besonders praktisch. Insgesamt über 70.000 Quadratmeter stehen zur Verfügung. Das schaffe „genügend Platz für alle Gäste, auch bei starkem Besucheransturm“, heißt es dort. Pro Person sollten aber mindestens zehn Quadratmeter Liegefläche eingeplant werden, so die Vorschrift am Stubenbergsee.

Der Schwarzlsee, der Haussee der Grazer, sorgte während der Coronakrise für Schlagzeilen, da das Gelände ministeriell gesperrt blieb, während etwa in Kärnten schon wieder die Eröffnung der Badesaison angekündigt wurde. Ende Mai durfte der steirische Badesee dann aber wieder aufsperren.

Auch hier kommt es nun zu keinen Beschränkungen mehr: „Das gesamte Freizeitgelände Schwarzlsee ist so groß, dass es zu keinen Besuchereinschränkungen kommen kann und eine Voranmeldung nicht notwendig ist“, so die Betreiber des 140 Hektar großen Areals. Und auch beim Badesee in Kumberg setze man vor allem auf eines: Eigenverantwortung. wal

 

Tirol

Mehr als 60 öffentlich zugängliche Badeseen gibt es in Tirol, für alle gelten die Verhaltensregeln der Bundesverordnung – unabhängig davon, ob sie im Besitz des Landes, der Gemeinden oder der Stadt Innsbruck sind. Zusätzliche Beschränkungen wurden keine angeordnet.

Zu den am stärksten frequentierten gehören beispielsweise der Reinthaler See, der Plansee und der Heiterwanger See. Und natürlich der Achensee im Unterland, der den meisten Platz – sowohl auf Liegeflächen als auch im Wasser – und die verlässlichste Abkühlung bietet. Denn durch die enorme Tiefe (bis zu 133 Meter) bleibt er den ganzen Sommer über relativ kühl, weswegen sich die Region schon früh einen Namen als Sommerfrische-Destination gemacht hat. Wegen seiner für Surfer und Segler hervorragenden Windverhältnisse wird der sieben Quadratkilometer große Achensee sogar als Tiroler Meer bezeichnet.

Das Rofangebirge über dem Achensee bietet zudem ein Plateau, auf dem sich einige der attraktivsten Klettergebiete Tirols etabliert haben. Beliebte Almen sind unter anderem die Köglalm auf 1428 Metern Höhe über Achenkirch und die Dalfazalm am Rofan – der Weg dorthin führt am Dalfazer Wasserfall vorbei. Städtetouristen, die überschaubare und wärmere Seen bevorzugen, sei der Lanser See ans Herz gelegt, der mit seiner Umgebung und den vielen kleinen Stegen vielleicht schönste Tiroler See in unmittelbarer Nähe Innsbrucks. Allein die öffentliche Anfahrt mit der vor Jahrzehnten als Ausflugsbahn konzipierten Straßenbahnlinie 6, die durch eine Waldstrecke führt, ist ein Erlebnis. kb

 

Vorarlberg

Arg lang ist die Strecke nicht: Vorarlbergs Anteil am Bodensee erstreckt sich über 28 Kilometer, doch ist das Ufer, im Gegensatz zu Deutschland und der Schweiz, gänzlich frei zugänglich. Wie überfüllt die Badeabschnitte im Juli und August letztlich sein werden, wird von der Reisefreudigkeit der Radtouristen aus den Nachbarländern abhängen. Abgesehen davon heißt es aus den Strandbädern in Bregenz, Lochau und Hard: Die Wiesen- und Liegeflächen sind weitläufig, und solange die Abstandsregeln eingehalten werden, gibt es keine Zugangsbeschränkungen für Badegäste. In Bregenz kontrolliert jedoch der Bademeister, ob sich nicht zu viele Menschen gleichzeitig im Becken aufhalten.

Die Abstandsregeln gelten freilich auch für die frei zugänglichen Abschnitte ohne Freibäder und die Naturbadeplätze. Beliebt sind etwa die Pipeline – die Strecke, die direkt am See von Bregenz bis zur deutschen Grenze führt –, das Binnenbecken am Grünen Damm in Hard und das Rheindelta; auch hier lassen sich erfahrungsgemäß leicht ruhige Plätze finden, wenn nicht gerade Touristenmassen und das halbe Ländle den See bevölkern wollen. Die Ausflugsfahrten am Bodensee sind im Übrigen seit Ende Mai wieder möglich, die Linienschifffahrt hat Mitte Juni den Betrieb wieder aufgenommen. duö

| Anzeige
| Anzeige

Mehr vom SCHAUFENSTER

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon