Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

JK Rowling verärgert mit transfeindlichen Tweets Fans weltweit

Futter-Logo Futter 08.06.2020 Martina Marx

Mitten im Pride-Month setzt JK Rowling zum zweiten Mal transphobe Tweets ab. Und widerspricht damit dem Bild der offenen Gesellschaft, dass sie selbst über Jahr in ihren Harry-Potter-Universum erschaffen hat. Potterheads weltweit sind enttäuscht. 

„Help will always be given at Hogwarts to those who ask for it”. Das schreibt Joanne K. Rowling, Autorin und Mastermind in ihrer Harry-Potter-Serie. Gesprochen werden diese Worte von Albus Dumbledore. Der übrigens homosexuell ist, wie Rowling nach Ende der Serie Potterfans wissen ließ. Es ist so ihre Art, immer wieder Details aus dem Potter-Universum zu verkünden, auch noch Jahre nach dem der letzte Band „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ erschienen ist. Zur Erinnerung: Es war im Juli 2007. Zum einen passiert das über die Website „Pottermore“, zum anderen hat Rowling immer wieder Side-Kick-Bücher veröffentlicht. Oder zuletzt, mit der Website „Harry Potter at Home“, um den Corona-Lockdown etwas besser zu überstehen.

Diese kleinen Einblicke freut die internationale Community der Potterheads. Doch zuletzt gab Rowling Einblicke in ihre Weltsicht — zumindest in Teile davon. Und diese hat sehr wenig mit Hogwarts und dem Miteinander zu tun, dass Rowling in Harry Potter so eindringlich und herzerwärmend beschrieben hat.

Transphobe Tweets

In der Nacht auf Samstag setzte Rowling eine ganze Reihe von Tweets ab. Das Thema: Das biologische Geschlecht. „Wenn das biologische Geschlecht nicht real ist, gibt es auch keine homosexuelle Zuneigung. Wenn das biologische Geschlecht nicht real ist, löscht das die Realität von Frauen weltweit aus“, tweetete sie. Und weiter: Sie kenne und respektiere Transmenschen. Stelle man aber das Konzept des biologischen Geschlechts infrage, führe dies dazu, dass viele nicht mehr bedeutsam über das Leben von Männern und Frauen diskutieren könnte. Die Wahrheit zu sage sei kein Hass.

Dieser Tweet-Serie hat ihr den Vorwurf der Transphobie eingebracht. Vor allem, weil Rowling nicht zum ersten Mal diese Ansicht äußert. Auch im Dezember 2019 setze sie einen ähnlichen Tweet ab.

Biologisches und soziales Geschlecht

Was steckt hinter diesen Tweets und wieso sind sie derart kontroversiell? Transmenschen fühlen sich dem anderen Geschlecht zugehörig. Das bedeutet: Transfrauen sind etwa mit männlichen Geschlechtsorganen geboren, sehen sich aber dennoch als Frau. Aus diesem Grund gibt es in der Forschung die Unterscheidung zwischen biologischem Geschlecht (englisch: sex) und sozialem Geschlecht (englisch: gender). Biologisches Geschlecht ist an den Geschlechtsorganen zu erkennen, das soziale Geschlecht durch die Rollenerwartungen der Gesellschaft, schreibt die FAZ.

In feministischen Kreisen wird das soziale Geschlecht als wichtig bzw. ausschalggebend angesehen. Wie schon oben geschrieben: Transfrauen sind Frauen. Jede Person kann und soll mit dem Geschlecht leben, dem sie/er sich zugehörig fühlt. Mit welchen biologischen Geschlechtsmerkmalen man geboren ist, spielt im Verständnis des sozialen Geschlechts keine Rolle.

Ist Rowling eine TERF?

Es gibt aber im Feminismus auch andere Ansichten. Oft sind es ältere Frauen. Diese sprechen Transfrauen das Frausein ab. Nur wer bei der Geburt dem weiblichen Geschlecht zugeordnet wurde, sei eine echte Frau. Diese Gruppe hat auch eine eigene Bezeichnung. Diese lautet: TERF. Diese Abkürzung steht für transexklusive Radikalfeminist_innen. Für sie ist das biologische Geschlecht ausschalggebend.

Und genau diese Bezeichnung — TERF — finden nun viele für Rowling. Denn mit ihrem Tweet habe sie das das biologische Geschlecht real und damit entscheidend genannt. Und sich somit auf die Seite transfeindlicher Feministinnen gestellt.

Rowling = Umbridge

Auf Twitter erhielt Rowling etwas Zuspruch und Unterstützung. Aber noch viel mehr Gegenwind. Zahlreiche Fans machten ihrer Enttäuschung Luft, die Äußerungen Rowling mitten im Pride-Monat ließen sie fassungslos zurück. Vor allem, weil viele von Rowlings Leser_innen selbst Minderheiten angehören. Und Rowling durch ihre Bücher immer für eine offene Gesellschaft plädiert hat. Doch damit scheint es vorbei zu sein. Denn ein User hat Rowling gar mit Dolores Umbridge verglichen. Und schlimmer geht im Potter-Universum fast gar nicht.

Außerdem auf Futter: 

„Ickabog“: JK Rowling arbeitet an einem neuen, kostenlosen Buch

Der Beitrag JK Rowling verärgert mit transfeindlichen Tweets Fans weltweit erschien zuerst auf Futter.

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von Futter

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon