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Mit Alle Achtung, Marie und Gerda Rogers in die Disco

Futter-Logo Futter 19.06.2020 Georg Jung-Zsifkovits

Die steirische Popband Alle Achtung erlebt dieser Tage ihren kommerziellen Durchbruch. Im Interview erzählen sie von ihrer Single Marie, ihrem Plattendeal mit Universal Records und dem Videodreh mit Gerda Rogers.

Sechs Jahre nach ihrer Gründung haben Alle Achtung den Nachbrenner ihrer Bandkarriere gezündet. Er hört auf den Namen Marie und ist eingängig wie ein Zäpfchen. Die Band aus Thal bei Graz fürchtet sich bei der Single nicht vor kommerztauglichem Mitsing-Pop samt Schlager-Vibes. Das war dann wohl auch das Erfolgsrezept, denn Marie ist mittlerweile regelmäßiger Gast in den großen Radios und jüngst in die Charts eingestiegen. Auf Cordula Grüns Spuren könnte der Track zum Sommerhit 2020 werden.

Seit zwei Jahren bestehen Alle Achtung in ihrer heutigen Zusammensetzung aus Sänger Chrstian Stani, Schlagzeuger Patrick Freisinger, Gitarrist Max Bieder, Keyboarder Robert Veigl und der italienischen Bassistin Romina Denaro. Zumindest bei Gitarrist Markus Bieder mag der sich anbahnende Ruhm ein Déjà-vu ausgelöst haben. Vor neun Jahren veröffentlichte er mit Klimmstein und Joe Sumner, Sohn von Sting, den Hit Paris, Paris.

Dank Mitsing-Refrain zum Hit

Ihr habt in den Jahren seit eurem Debüt einen Wandel vom nachdenklichen, rockigen Indie hin zu einem kommerzielleren, poppigen Sound gemacht, der in Marie“ gipfelte. Ein astreiner Mitsing-Ohrwurm mit ausgewachsenen Schlageranleihen – wie fürs Radio gemacht. Wie viel Berechnung und Tüftelei war bei der Entstehung des Songs dabei?

Mit den Jahren und auch den Umbesetzungen in der Band hat sich natürlich auch der Stil etwas verändert, weil jeder von uns seine eigenen Einflüsse ins Songwriting einbringt. Bei Songs wie „Hol mich raus hier“, „Nirgendwo sonst“ und „Liebeslieder“ haben wir uns schon zuvor mit Popelementen und „Mitsing-Refrains“ gespielt. Wir lieben das! Natürlich wird es auch weiterhin Songs geben, die textlich mehr in „die Tiefe“ gehen. Wenn es durch Berechnung und Tüftelei möglich wäre, einen solchen Song oder einen Hit zu schreiben – dann entschuldigen sie mich kurz – ich geh tüfteln….

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Marie hat es zu Ö3 und in die österreichischen Charts geschafft. Wie sehr musstet ihr bei Ö3 intervenieren, um den Song anzubringen? Oder hatte da gar Gerda Rogers, die im Musikvideo mitspielt, ihre Finger im Spiel?

Schon beim Songwriting zu Marie wussten wir, dass der Song eine unglaubliche Energie hat. Wenn ein Song funktioniert und den Menschen gefällt, werden die Radiosender früher oder später darauf aufmerksam. Das wir jetzt so durchstarten und wirklich viele Airplay-Einsätze haben, freut uns natürlich sehr. Und ja, natürlich hat Frau Rogers da ihre Finger im Spiel. Sie dreht ja die Kugel im Video.

Wie die Sterne für Marie stehen

Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Frau Rogers?

Als wir beim Songwriting zu „Marie“ mit den Textzeilen zu spielen begannen, haben wir scherzhalber ein paar Zeilen umgedichtet und so stand neben „Heute esse ich das, was mir Frau Rogers brät“ auch „Heute rauche ich das, was mir Frau Rogers dreht“ im Raum! Beim Wort „drehen“ machte es plötzlich „click“ und die Idee, sie einfach zu fragen, ob sie Lust hat, die Hauptrolle im Video zu spielen, war geboren. Sie war sehr schnell begeistert vom Song und wir hatten unglaublich viel Spaß beim Dreh in ihrem Haus. Außerdem ist Frau Rogers die wohl charmanteste Persönlichkeit mit dem größten Weitblick im Land.

Ihr habt ein bisschen das Pech, das Lied derzeit nicht live spielen zu können. Könnte das dem momentanen Erfolg schaden?

Ehrlich gesagt nutzen wir die „Zwangspause“ einfach sinnvoll und arbeiten an neuen Songs und am Liveset. Außerdem stehen gerade einige Promotermine in Österreich und Deutschland an. Wir haben genug zu tun und freuen uns, wenn’s auch live wieder losgeht.

Alle Achtung: Nächster Schritt Major-Label

Vor wenigen Tagen habt ihr einen Plattenvertrag bei Universal Music unterzeichnet. Was sind eure Erwartungen? Glaubt ihr, ihr habt das Zeug, in die Fußstapfen von Wanda, Josh und Pizzera & Jaus zu treten?

Fühlt sich richtig gut an, mit diesen Bands in einem Satz genannt zu werden, und ja wir haben große Visionen. Aber wir wollen nicht zu viel auf die anderen schauen, sondern uns auf unseren Weg konzentrieren. Universal Music ist auf uns zugekommen und letzte Woche haben wir dort gesigned. Alles, was bisher passiert ist, haben wir in Eigenregie geschafft, doch jetzt sind wir bereit für den nächsten großen Schritt und freuen uns schon sehr auf die Zusammenarbeit und die Manpower eines Majors, die wir jetzt auch länderübergreifend nutzen können.

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Wie sehen die konkreten Pläne mit Universal aus? Wann kommt das nächste Album? Wann sieht man euch auf Tour?

Das große Ziel ist natürlich auch Deutschland und die Schweiz mit  unserer „Marie“ zu begeistern. Wir gehen einen Schritt nach dem anderen und so ist natürlich auch ein Album geplant. Vorerst wird es aber noch weitere Singles geben, von denen manche schon so gut wie fertig produziert sind. Was die Tourdaten betrifft, so hoffen wir, dass wir diese anlässlich unseres nächsten Interviews bekanntgeben können.

Viele Bands sind an Deals mit Major-Labels glorreich gescheitert. Das Album ist gefloppt und schon saßen sie wieder vor der Tür. Macht euch das nervös?

Das wär doch seltsam, wenn wir gleich nach der Unterschrift nervös werden würden. Ganz im Gegenteil. Wir fühlen uns im Moment so gut wie noch nie. Wir sehen Universal als einen Partner, mit dem wir gemeinsam wachsen können. Die Arbeit mit einer Plattenfirma ist immer auch eine Suche nach dem gemeinsamen Nenner. So wie jede Partnerschaft.

Alle Achtung blicken in die Zukunft

Wie werden Alle Achtung in Zukunft klingen? Geht es so poppig wie bei Marie und Liebeslieder weiter oder wird auch der nachdenkliche, rockige Indie von früher erhalten bleiben?

Wir experimentieren sehr gerne und das wird auch weiterhin so bleiben. Wir sind als Band jetzt an einem Punkt angekommen, an dem wir uns alle sehr, sehr wohlfühlen. Ich denke, dass die nachfolgenden Singles wieder überraschen werden. Wer weiß, vielleicht wird die nächste Single ja ein Country-Song.

Was hat euch Gerda Rodgers für die Zukunft der Band prophezeit?

Manche Geheimnisse bleiben ganz bei der Band.

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