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Onkel begrapscht Nichte, wird mit Kochtopf verprügelt

Heute 27.11.2022
Der Prozess findet am Landesgericht in Korneuburg statt. © Daniel Schreiner Der Prozess findet am Landesgericht in Korneuburg statt.

Ein 69-Jähriger soll seine Nichte in die Garage gezerrt und versucht haben, sie zu küssen. Dafür soll ihn die Familie des Opfers verdroschen haben.

Ein gebürtiger Kosovare (69) musste sich am Freitag wegen geschlechtlicher Nötigung und sexuellen Missbrauchs von Unmündigen vor einem Schöffengericht am Landesgericht Korneuburg verantworten.

Der 69-Jährige soll seine damals neunjährige Nichte vor seinem Haus im Weinviertel abgepasst und in die Garage gezerrt haben. Der Onkel soll sie festgehalten und versucht haben, das Kind auf den Mund zu küssen. Das Mädchen leistete Gegenwehr, stieß den Mann weg, daraufhin soll er sie laut Anklage von hinten gepackt und begrapscht haben.

Doch das Mädchen versetzte dem 69-Jährigen einen Ellbogen-Check in die Magengrube, der Onkel stutzte kurz und das Mäderl ergriff die Gelegenheit zur Flucht. 

Zu Hause berichtete die jetzt Zehnjährige ihrer Familie, die daraufhin den 69-Jährigen besucht haben soll. Mit einem großen Kochtopf, einem Blumentopf sowie einen Kau-Spielzeug für Hunde soll die Familie den Onkel in einer handfesten Auseinandersetzung verletzt haben.

Der "gute Onkel" beteuerte stets seine Unschuld, es folgten wechselseitige Anzeigen. Am Donnerstag kam es am Bezirksgericht Korneuburg zur Verhandlung wegen der angeblichen Körperverletzung. Angeklagt dabei: zwei Familienmitglieder (eine Frau und ein Mann, für beide gilt die Unschuldsvermutung).

Dabei wurde dem Richter auch die mutmaßliche Tatwaffe, der Riesenkochtopf, präsentiert. Ein Gutachter soll jetzt die Schwere der Verletzungen beurteilen, der Prozess wurde vertagt.

Tags darauf, am Freitag, musste der 69-jährige Onkel, vertreten von der renommierten Strafverteidigerin Astrid Wagner, in Korneuburg auf die Anklagebank. Seine Version: "Ich wollte dem Kind doch nur ein Babykätzchen in der Garage zeigen. Dabei bin ich gestolpert und fast zu Sturz gekommen und habe mich am Kind festgehalten."

"Wollte Kind nur Babykatze zeigen, dabei bin ich gestürzt und hielt mich am Mädchen fest" - so der Angeklagte

Der vorsitzende Richter sowie die Laienrichter glaubten indes dem Opfer samt Familie. Das Urteil: acht Monate bedingte Haft für den Onkel. Das Urteil ist bereits rechtskräftig. "Mein Mandant ist ein guter Mensch und ein netter Onkel, ich bin von dessen Unschuld überzeugt. Wir haben das Urteil nur deshalb angenommen, damit mein Mandant mit dem Fall endlich abschließen kann", erklärte Astrid Wagner. 

Der Prozess wegen Körperverletzung am Bezirksgericht geht nach Einlangen der Expertise weiter.

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