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Pro und Contra: Autos raus aus der Stadt?

KURIER-Logo KURIER 24.07.2020 katharina.salzer,christoph.schwarz

Zwei KURIER-Autoren, zwei Meinungen. Soll es mehr Raum für Räder und Fußgeher geben? Oder ist die Debatte nur überheblich?

© APA/HERBERT NEUBAUER

PRO

Rund 66 Prozent der Verkehrsfläche in Wien stehen den Autos zur Verfügung – genauer gesagt dem motorisierten Individualverkehr. Das ist in anderen Städte nicht anders – und eindeutig zu viel.    Möglichst  viele Autos müssen raus aus der Stadt, vor allem wo genügend öffentliche Verkehrsmittel herumkurven. Und dann – nach einer klugen Planung – gibt es irgendwann hoffentlich genug qualitätvollen Platz für Fußgänger und Radfahrer.  Ja, das alles muss zulasten der Flächen für Pkw geplant werden. Die Veränderung wird nicht in wenigen Wochen oder Monaten vonstattengehen. Denn eines ist sicher: Man muss Projekten Zeit geben und sie ausreichend begleiten. Nicht wie  in Linz, wo innerhalb  von nur zwei Tagen  der autofreie Hauptplatz wieder Geschichte war. Die Empörung scheint zu groß gewesen zu sein. Und was ist mit der Empörung derer, die gerne über den Platz geschlendert wären?     Katharina Salzer

 

CONTRA

Ein Gefühl der moralischen  Überlegenheit   (Klimaschutz, Sie wissen schon!) macht es möglich:  Wer heutzutage die Verbannung des Autos aus der Stadt fordert, kann sich  des Applauses von Schönwetter-Radfahrern und Teilzeit-Fußgängern sicher sein. Ob er ein gut durchdachtes Konzept hat, ist dann zweitrangig. (All jene, die ein Beispiel suchen, mögen den grünen Pop-up-Radweg an der Hörlgasse abfahren.)   Und so passiert derzeit genau das Falsche: Die Gegner des motorisierten Individualverkehrs agieren mitunter mit der gleichen Überheblichkeit, die man jahrzehntelang – zu Recht! – den Autofahrern vorwarf.  Wenn das Pendel jetzt in die Gegenrichtung ausschlägt und Autofahrer gebrandmarkt werden, ist keinem geholfen.  Es gibt viele gute Gründe, mehr Platz für   Radler und Fußgänger zu schaffen. Es gibt aber ebenso gute Gründe, das Auto zu nutzen. Ja, auch in der (Innen-)Stadt. Christoph Schwarz

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