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Samsung Galaxy A72 im Test: Top-Smartphone für wenig Geld

futurezone-Logo futurezone 08.05.2021 florian.christof

Das Galaxy A72 soll eine hochwertige Ausstattung zu einem leistbaren Preis bieten. Wir haben das überprüft.

© Florian Christof

Die meistverkauften Samsung-Phones entstammen nicht der hochpreisigen S-Reihe, sondern vielmehr aus der preisgünstigeren A-Serie des Mittelklassesegments. Im vergangenen Jahr zählte etwa das Samsung Galaxy A51 zu den globalen Verkaufsschlagern.

Nun hat Samsung seine A-Reihe aufgefrischt. Unter anderem locken wieder das Galaxy A52, das A52 5G und das A72 mit einem vergleichsweise niedrigen Preis und einer hochwertigen Ausstattung. Die Unterschiede der 3 Smartphones sind im Detail zu finden.

Wir haben das Samsung Galaxy A72 genauer unter die Lupe genommen und uns angesehen, ob die verlockenden Werbeslogans auch halten, was sie versprechen.

Alles "awesome"?

Laut Samsung sind die neuen Smartphones der A-Reihe durch und durch "awesome": Erstklassige Kamera, super Display, lange Akkulaufzeit und wassergeschützt.

Im Detail heißt das beim Galaxy A72: Ein AMOLED-Screen mit 90 Hz, ein Akku mit einer Kapazität von 5.000 mAh und eine Vierfach-Kamera mit 64 MP und einem 3-fachen optischen Zoom.

Auch in der Praxis hat sich schnell gezeigt, dass man beim Samsung Galaxy A72 gegenüber den deutlich teureren Geräten der S-Reihe nur wenige Abstriche machen muss.

Screenshot von der Samsung-Website © Screenshot Screenshot von der Samsung-Website

Handling

Die Rückseite des Galaxy A72 besteht aus Kunststoff, der sich nicht allzu hochwertig anfühlt, dafür aber recht gut aussieht. Wesentlich robuster wirkt hingegen der Aluminiumrahmen. Die Frontpartie ist beim A72 leider nicht durch Gorilla Glass geschützt.

Wer ein größeres Handy bevorzugt, wird mit dem 6,7 Zoll großen Bildschirm des A72 seine Freude haben. All jene, die lieber ein kleineres Gerät haben, sollen sich beim A52 und beim A52 5G umsehen.

Diese Geräte haben einen 6,5 Zoll Screen und zum Teil bessere Spezifikationen - mehr dazu aber weiter unten.

© Florian Christof

Hochwertiges Display

Am Bildschirm des Galaxy A72 gibt es im Grunde nichts auszusetzen. Wie man es von Samsung gewohnt ist, bietet das 6,7 Zoll große AMOLED-Display ausreichend Helligkeit (800 Nits) und ist farblich und vom Kontrast her bestens abgestimmt.

Die Auflösung beträgt 1.080 x 2.400 Pixel, die Refresh-Rate 90 Hz. Vor allem beim Scrollen durch Apps und beim Spielen können die 90 Hz ihre Stärke ausspielen. Eine adaptive Refresh-Rate, die sich an die angezeigten Bildschirminhalte anpasst, kann leider nicht eingestellt werden.

Designtechnisch gesehen ist der Rahmen, der den Screen einschließt etwas prominenter als es bei Spitzengeräten der Fall ist. Ansonsten befinden sich im Bildschirm die Frontkamera sowie der Fingerabdrucksensor.

Fingerprintsensor

Während bei der hochwertigeren S-Serie ein Ultraschallsensor zum Einsatz kommt, setzt Samsung bei der A-Serie auf einen optischen Fingerabdrucksensor. Im direkten Vergleich wird deutlich, dass der optische Sensor schlechter ist.

Im Großen und Ganzen funktioniert der Fingerprintsensor beim A72 zuverlässig und augenblicklich. Allerdings kommt es dennoch manches Mal vor, dass man mehrere Versuche benötigt, um das Handy entsperren zu können.

Kameraausstattung

Das Kameramodul auf der Rückseite ist an das Design der S-Serie angelehnt. Es ist allerdings nicht mit dem Aluminiumrahmen verbunden, sondern wird komplett von der Kunststoffrückseite eingeschlossen.

Beim Galaxy A72 setzt sich die Kamera aus insgesamt 4 Objektiven zusammen: 64 MP, f/1,8; OIS / 12 MP Weitwinkelkamera, f/2,2 / 5 MP Makroobjektiv / 8 MP Teleobjektiv für 3-fachen optischen Zoom, f/2,4, OIS.

Die Kamera arbeitet mit Tetra-Binning. Das bedeutet, dass 4 Pixel zu einem größeren Bildpunkt zusammengefügt werden, wodurch die Kamera mehr Licht aufnehmen kann. Standardmäßig werden mit der 64 MP Hauptkamera dadurch Fotos mit 12 MP (4.624 x 2.604 Pixel) aufgenommen.

© Screenshot

In Sachen Video sind mit der Hauptkamera 4K-Aufnahmen mit 30 fps und 1080p-Clips mit maximal 60 fps möglich. Superzeitlupe ermöglicht maximal 240 fps in HD-Qualität.

Bei 4K (30 fps) und 1080p (30 fps) kann man im Video-Modus zwischen allen 3 Objektiven - Hauptkamera, Tele und Weitwinkel - wählen. Bei 1080p und 60 fps fällt diese Wahlmöglichkeit unter den Tisch.

Selfie-Kamera

Die Frontkamera löst mit 32 MP (f/2,2) aus. Aufgenommen werden Fotos allerdings standardmäßig mit 8 MP. Die Auflösung von 32 MP kann aber auch gewählt werden.

Auch mit der Selfie-Kamera sind 4K-Aufnahmen sowie 1080p-Videos mit 30 fps möglich.

Kameraqualität

Die Kameraqualität des vergleichsweise günstigen Smartphones hat mich tatsächlich überrascht. Vor allem im Freien bei guten Lichtverhältnissen entstehen mit dem Galaxy A72 wirklich tolle Bilder.

Solange ausreichend Licht vorhanden ist, können sowohl mit dem Standardmodus als auch mit dem Weitwinkelobjektiv Fotos in hoher Qualität aufgenommen werden. Wobei der Dynamikumfang der Hauptkamera im Vergleich zur Weitwinkellinse auffallend höher ist - ähnlich verhält es sich bei der Farbbalance.

Was mit dem Galaxy A72 wirklich gut funktioniert, ist der Bokeh-Effekt. Dafür muss kein eigener Modus gewählt werden. Die Hauptkamera schafft es meist ohne Weiteres, den Vordergrund scharf darzustellen und dem Hintergrund eine entsprechende Tiefenunschärfe zu verleihen.

Auch der 3-fache optische Zoom enttäuscht bei guten Lichtverhältnissen und einer ruhigen Hand meist nicht. Je dunkler es wird, umso schlechter wird auch die Fotoqualität mit dem Zoom-Objektiv.

Porträt und Makro

Der Porträtmodus funktioniert weitgehend ausgezeichnet. Praktisch ist, dass die Stärke der Hintergrundunschärfe im Nachhinein angepasst werden kann.

Während bei den meisten Smartphones die Makro-Linse mehr oder weniger unbrauchbar ist, gelingen beim Galaxy A72 sogar mit dem Makro-Objektiv so manches Mal ansprechende Bilder - mit etwas Glück allerdings. Denn den korrekten Abstand und den richtigen Fokuspunkt zu treffen, ist nicht immer ganz so einfach.

Makromodus © Florian Christof

Makromodus

Im Innenraum und bei Nacht

Überrascht hat mich auch, die Fotoqualität im Innenraum bei Kunstlicht. Auch hier schafft es die Hauptkamera, sowohl im Standardmodus als auch im Porträtmodus, Fotos in einer ansprechenden Qualität aufzunehmen.

Im Nachtmodus können Weitwinkel, Makro-Objektiv oder der 3-fache optische Zoom nicht genutzt werden. Hier ist man ausschließlich auf die Hauptkamera angewiesen.

Zwar kann der Nachtmodus nicht mit den Smartphones der hochwertigeren S-Reihe mithalten, dennoch lassen sich damit auch mit dem A72 passable Bilder schießen. Allerdings kommt auch hier etwas Glück ins Spiel: Manches Mal kann man die Nachtbilder kübeln, manches Mal schauen sie wirklich gut aus.

Nachtmodus © Florian Christof

Nachtmodus

Qualität der Selfie-Kamera

Nutzt man die Frontkamera kann auch hier zwischen Standard-, Porträt- und Nachtmodus gewählt werden. Enttäuscht werden A72-Nutzer auch hier nicht.

Im Standard- und im Porträtmodus ermöglicht die Selfie-Kamera ebenso gute Bilder. Im Porträtmodus kann auch hier die Hintergrundunschärfe im Nachhinein angepasst werden.

Selfie - Standardmodus © Florian Christof

Selfie - Standardmodus

Fazit Kameraqualität

Alles in allem bietet das Samsung Galaxy A72 ein wirklich gutes Kamera-Setup. Im Vergleich zu den Smartphones der S-Reihe sind hier natürlich kleinere Abstriche zu machen, was aber der deutlich niedrigere Preis wieder ausbügelt.

Auch wenn der Nachtmodus nur passable Aufnahmen liefert, ermöglichen Standard-, Porträt- und Weitwinkelmodus Fotos mit weitestgehend einwandfreier Qualität.

In unserem Kamera-Blindtest hat sich sogar gezeigt, dass das A72 in manchen Situationen mit dem wesentlich teureren Samsung Galaxy S21 Ultra mithalten kann.

Anschlüsse und Konnektivität

Bei den Anschlüssen und Einschüben ist das Galaxy A72 den Spitzengeräten der S-Serie sogar voraus: Es gibt einen 3,5mm-Kopfhöreranschluss und einen Einschub für eine microSD-Karte. Die Speicherkarte muss allerdings in einem der 2 SIM-Slots eingelegt werden.

WiFi beherrscht das Galaxy A72 nach den Standards 802.11 a/b/g/n/ac. WiFi 6 ist nicht an Bord, genauso wenig wie 5G; Bluetooth 5.0 und NFC hingegen schon.

© Florian Christof

Software und Chipsatz

Softwaremäßig ist das Galaxy A72 auf dem neuesten Stand. Das heißt Android 11 und Samsung Benutzeroberfläche One UI 3.1. Verlockend ist auch das Versprechen, das Gerät 4 Jahre lang mit Software-Updates zu versorgen. Das bedeutet auch, dass die nächsten 3 Android-Versionen auf das A72 kommen sollen.

Wie für Samsung üblich, ist auch das Galaxy A72 vollgepackt mit sogenannter Bloatware. Die Samsung-Apps sind zum Teil praktisch, lassen sich allerdings zum Großteil nicht deinstallieren.

Angetrieben wird das Galaxy A72 von einem Snapdragon 720G (8 nm). Dieser ist zwar nicht der stärkste Prozessor, für die durchschnittliche Nutzung und sämtliche Alltags-Apps reicht seine Power aber ohne Weiteres.

Erhältlich ist das Samsung-Phone mit den Speichervarianten 6/128 GB, 8/128 GB und 8/256 GB.

Akku

Der Akku des A72 hat eine Kapazität von 5.000 mAh. Bei durchschnittlicher Screen Time kommt man damit ganz leicht über einen vollen Tag. Bei mir wurden am Abend manchmal sogar noch etwas mehr als 50 Prozent angezeigt.

Beim Aufladen ist das A72 gemächlich unterwegs. Mit den extrem hohen Ladeleistungen von Realme- oder Xiaomi-Phones kann es leider absolut nicht mithalten. Positiv ist jedoch, dass das passende 25-Watt-Ladegerät im Lieferumfang inkludiert ist.

In 10 Minuten lässt sich das Galaxy A72 damit von 0 auf 17 Prozent aufladen. Nach insgesamt 30 Minuten ist der Akku zu 50 Prozent geladen. Nach einer Stunde an der Steckdose zeigt das Gerät 89 Prozent.

Das Samsung Galaxy A52 (li.) und das Galaxy A72 (re.) © Samsung Das Samsung Galaxy A52 (li.) und das Galaxy A72 (re.)

Wodurch unterscheiden sich die Handys der A-Reihe?

Die technischen Spezifikationen des Galaxy A72, des A52 und des A52 5G sind weitgehend gleich bis ähnlich. Das A72 zeichnet sich durch einen größeren Bildschirm und einem Zoom-Objektiv aus. Das A52 5G sticht die 5G-Fähigkeit hervor und beim A52 steht der günstige Preis im Mittelpunkt.

Die Display-Diagonale des A72 beträgt 6,7 Zoll, jene der beiden A52-Geräte beträgt 6,5 Zoll. Aufgrund der kleineren Bauart, ist auch der Akku bei den A52-Handys etwas kleiner: Das A72 bietet eine Akku-Kapazität von 5.000 mAh, die A52-Geräte 4.500 mAh.

Das Display des Galaxy A52 5G hat eine Refresh-Rate von 120 Hz, das reguläre A52 und das A72 haben eine Bildwiederholfrequenz von 90 Hz.

Samsung Galaxy A32, A52 und A72 © Samsung Samsung Galaxy A32, A52 und A72

Beim Kamera-Setup besteht der einzige Unterschied im Zoom-Objektiv des A72. Die beiden A52-Handys haben statt des optischen Zooms einen Tiefensensor verbaut.

Aufgrund der 5G-Fähigkeit wird das Galaxy A52 5G von einem stärkeren Prozessor (Snapdragon 750G 5G) angetrieben. Das A52 und das A72 haben einen Snapdragon 720G verbaut.

Da eben die Unterschiede nur im Detail zu finden sind, lassen sich die 3 Geräte der A-Reihe gut miteinander vergleichen. Sollte man nicht auf die wenigen Einzigartigkeiten (5G oder Zoom) der Geräte angewiesen sein, werden die Unterschiede im alltäglichen Gebrauch kaum auffallen.

© Florian Christof

Fazit

Das Samsung Galaxy A72 kann tatsächlich als "awesome" bezeichnet werden. Es bietet alles, was ein gutes Smartphone im Jahr 2021 ausmacht: Top-Display mit erhöhter Refresh-Rate, ausreichend Leistung, ausdauernder Akku und eine Kameraqualität, die sich sehen lassen kann.

Das Galaxy A72 wird auf Preisvergleichsportalen ab einem Preis von 394 Euro angeboten. Das günstigste Gerät der S-Reihe, das Samsung Galaxy S21, kostet hingegen mindestens 749 Euro.

Auch wenn das teurere Gerät in einigen Details eine hochwertigere Ausstattung bietet, rechtfertigen diese Unterschiede eine derartig hohe Preisdifferenz nicht wirklich.

Wer sich ein erstklassiges Smartphone mit einer vergleichsweise hohen Kameraqualität zulegen will, wird vom Preis-Leistungs-Verhältnis des Samsung Galaxy A72 nicht enttäuscht sein.

Alternativ stehen noch das Galaxy 52 (ab 323 Euro) und das Galaxy A52 5G (ab 375 Euro) zur Auswahl. Diese Geräte bieten eine nahezu deckungsgleiche Ausstattung in einem kompakteren Formfaktor zu einem leicht niedrigeren Preis.

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