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Schulöffnung: Ablehnung der Schul-Maskerade

KURIER-Logo KURIER 02.12.2020 patrick.wammerl

Ab Montag gilt eine Maskenpflicht für alle ab zehn Jahren. Die Reaktionen fallen scharf aus.

© Kurier/Juerg Christandl

Ab 7. Dezember nehmen Pflichtschulen und Kindergärten ihren Regelbetrieb wieder auf, allerdings mit weitreichenden Einschränkungen. Das hat nach Bekanntwerden am Mittwoch zu heftigen Reaktionen geführt.

Erstmals müssen Schüler ab der Unterstufe auch während des Unterrichts Mundnasenschutz tragen, selbst wenn die Schule bis zum Nachmittag dauert. Kaum hatte Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) diesen Schritt verkündet, setzte es heftige Proteste von Seiten der Elternschaft, von Elternvereinen und teilweise auch von Schulen und der Politik. „Es gibt starke Emotionen und eine breite Ablehnung. Nach einer gewissen Zeit wird es vor allem zu einem hygienischen Problem für die Kinder“, sagt der Vorsitzende des nö. Landesverbandes der Elternvereine, Stefan Szirucsek. So sehr von Eltern begrüßt werde, dass der für die Kinder „ganz wichtige“ Präsenzunterricht wieder losgehe, müsse man bei der Maskenpflicht unbedingt nachschärfen. „Ich habe Rückmeldungen von neun Stunden Unterricht in einer vierten Klasse AHS. Das ist niemandem zumutbar. Hier muss man lange Pausen einschieben oder den Unterricht unterbrechen“, sagt Szirucsek.

Faßmann, der selbst im Sommer noch ein strikter Gegner der Maskenpflicht für Schüler war, sei bewusst, dass die Sache eine „heikle Angelegenheit“ ist. Als „gelinderes Mittel“ ist es ihm aber lieber, als alle Bildungseinrichtungen nochmals zuzusperren. Der Schritt sei kein Alleingang, sondern mit dem Roten Kreuz und der österreichischen Gesellschaft der Kinder- und Jugendärzte akkordiert.

Psychische Belastung

Eltern, die ihren Kindern das Tragen der Maske nicht zumuten wollen und weiterhin auf das Distance-Learning beharren, werden mit der Schulpflicht in Konflikt kommen. Denn das Home-Schooling nach der Schulöffnung ist nur aus Gründen der „unzumutbaren psychischen Belastung“, oder für Kinder erlaubt, in deren Familie es Risikopersonen gibt. Einige Direktoren rechnen dennoch mit einem Fernbleiben vieler Schüler vom „Maskeraden-Unterricht“. „Es ist für die Eltern ein massives Thema und wir bekommen echt Probleme mit der Umsetzung. Keiner der jungen Direktoren-Kollegen wird sich jetzt mehr trauen, das Distance-Learning weiterhin zu akzeptieren“, sagt der Direktor des Bundesgymnasium Zehnergasse in Wiener Neustadt (NÖ), Werner Schwarz. Anfragen der Eltern gebe es genug.

Weil von den 14- bis 18-Jährigen das größte Infektionsrisiko in der Schule ausgehe, bleibt die Oberstufe weiterhin im Fernunterricht zu Hause. Die Ausnahme stellen die achten Klassen dar. Die Maturanten würden die intensive Vorbereitungszeit auf die Reifeprüfung benötigen.

Weil allerdings an den wenigen verbliebenen Schultagen kein überbordender Prüfungsstress aufkommen soll, hat man sich dazu entschieden, in diesem Semester zur Notenfindung es bei nur einer Schularbeit pro Fach zu belassen. Dafür sollen andere Kriterien wie die Mitarbeit mehr Gewicht bei der Benotung bekommen.

Bildungsminister Heinz Faßmann © APA/GEORG HOCHMUTH Bildungsminister Heinz Faßmann

Lokale und Festsäle als Klassenräume?

Was die Öffnung von Festsälen, Hallen oder sogar Gastronomielokalen als Ersatzquartier für beengte Bildungseinrichtungen anbelangt, halte sich der Bedarf laut Ministerium in Grenzen. Auch der Wegfall der Oberstufenklassen schaffe hier mancherorts Abhilfe. „Die Schulen werden ab 7. Jänner verstärkt größere Räumlichkeiten nutzen, die sonst für den Unterricht nicht genutzt werden, wie beispielsweise die Aula oder den Turnsaal. Von einem generellen großen Bedarf an Ausweichquartieren kann nicht gesprochen werden“, sagt die Sprecherin der nö. Bildungsdirektion, Susanne Schiller.

Am kommenden Wochenende startet die Corona-Testreihe für alle Lehrkräfte. „Diese Maßnahme hilft uns, die Infizierten aus dieser Kette heraus zu nehmen“, so der Minister. Lehrkräfte die nicht an den freiwilligen Tests teilnehmen, werden FFP-2-Masken in der Schule tragen müssen. Die Schulen haben laut Ministerium von den bestellten sechs Millionen Stück bereits den Großteil bekommen.

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