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Sterne-Koch, Autor, Entertainer: Roland Trettl bittet zum Date

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Roland Trettl über die neue Staffel von "First Dates Hotel“ bei Vox, das erste Kochbuch mit Frau Dani und spezielle "Kasperl“

Charmant, witzig und kochen kann er auch noch: Roland Trettl zieht beim Dating-Format „First Dates Hotel“ die Fäden im Hintergrund   © TVNOW / Boris Breuer Charmant, witzig und kochen kann er auch noch: Roland Trettl zieht beim Dating-Format „First Dates Hotel“ die Fäden im Hintergrund  

Die große Liebe im Urlaub treffen, das ist die Idee hinter dem Dating-Format "First Dates Hotel", das heute, Montag (20.15, Vox), in eine neue Staffel geht. Ob jung, ob alt –  Roland Trettl sind sie alle willkommen. Das gilt auch, wenn der Südtiroler, wie im Lockdown, mit Frau Dani auf den sozialen Kanälen aufkocht. Nur bei Restaurant-Testern gibt’s diesbezüglich erkennbar Abstriche … 

KURIER: Ihr seid für die neue Staffel von "First Dates Hotel" nach Kroatien "umgezogen“. Warum?

Roland Trettl: Nach der ersten Staffel in Frankreich haben wir uns gedacht, dass es am Mittelmeer noch viele weitere schöne Plätze gibt. In den Vorbereitungen und mit dem Dreh hat sich dann gezeigt, dass Kroatien eine gute Wahl war. Es sind ja einige Dinge die, neben den Kandidaten, bei einem solch großen Projekt passen müssen: Es braucht ein schönes Hotel, eine perfekte Restaurant-Location, ein tolles Umfeld. Denn wir machen Fernsehen und da sind letztendlich immer noch Bilder das ausschlaggebende.

Weil wir in Österreich sind - wäre eine Winter-Staffel vorstellbar?

Ja, doch. Wir wissen aber alle aus eigener Erfahrung, dass bei mediterranen Temperaturen von 30 Grad und weniger Kleidung das Verlieben doch ein wenig leichter fällt als in Moonboots und im dicken Mantel.

Ihre Rolle bei "First Dates Hotel" ist die des Gastgebers und dafür geben Sie in Folge eins sogar ihr Sakko her...

Die wichtigste Voraussetzung für einen Gastgeber ist einfach eine gesunde Portion Empathie. Man braucht ein Gefühl für die Situation, wie auch bei der mit dem Sakko. Man muss spüren, wann man zum Beispiel in ein Gespräch hineingrätscht, wie lange man am Tisch bleibt, welche Themen man anspricht, wann man Ratschläge gibt – oder wann man es besser lässt. Man muss sich da auch bewusst sein, dass es nicht um einen selbst geht, sondern darum, bei den anderen ein wenig lenkend einzugreifen. In dieser Rolle als Gastgeber fühle ich mich sehr wohl.

Die beginnt ja schon, wenn sie die Gäste beim Ankommen begrüßen. Wie viel ihrer Spontanität ist möglich, wie viel geben Drehplan oder Buch vor?

In Wahrheit ist fast alles spontan. Ich kenne den jeweiligen Gast nicht, auf den ich bei der Ankunft treffe. Was der Gast in seinem Leben schon gemacht hat, was ihm vielleicht in seiner Vergangenheit widerfahren ist, das sind alles Dinge, die ich dann spontan im Gespräch erfahren möchte. Das einzige, was ich vor dem ersten Zusammentreffen weiß ist, dass der Gast bei der Hotel-Einfahrt eingetroffen ist und wir uns in zwei Minuten sehen werden. Ob dieser Gast 20 oder 80 Jahre alt ist, ob es eine Frau oder ein Mann ist, ob die Person eine Frau oder einen Mann sucht, das weiß ich alles nicht.

Das wissen, wie die erste Folge der neuen Staffel zeigt, auch manchmal die Gäste nicht.

Die Liebe spielt uns immer wieder komische Streiche (lacht).

Haben Sie beim Verhalten der Teilnehmer an "First Dates Hotel" Unterschiede festgestellt. Gehen zum Beispiel Ältere zielgerichteter an das Kennenlernen heran?

Man würde denken, dass jemand mit 60 eher weiß, was er will als jemand mit 20. Aber das ist weniger eine Altersfrage als eine der Erfahrungen, die die Gäste schon gemacht haben – und manchmal auch eine Frage, ob sie diese Erfahrungen hinter sich lassen können. Man kann auch nicht sagen, dass sich Junge leichter tun damit, einen Partner in der Öffentlichkeit des Fernsehens zu suchen und zu finden. Ich habe 70-Jährige erlebt, die absolut unbefangen waren und jüngere, bei denen man erstaunt war, was für eine alte Seele in diesem Menschen steckt. Und das ist ja auch das Spannende an diesem Format, man weiß nicht, was kommt.

Sehr spontan geht es auch zu, wenn Sie zuhause am Herd stehen - von ihrer Frau Dani gefilmt und auch kommentiert -, was man via Facebook und Instagram verfolgen kann.  Da läutet schon mal der Bote an der Tür oder der Hund wird aktiv oder der Entsafter wird zur Hürde. Wie kam es zur Homecooking-Serie im Lockdown, die die Grundlage für Euer erstes gemeinsames Kochbuch, "Kochen zu Zweit", ist?

Das ist einfach passiert, wie so vieles im Leben der Familie Trettl, was nicht einem besonderen Plan folgt. Ich habe Mitte März einmal gesagt, dass ich Bolognese zu Mittag machen werde und Dani meinte, dann gehen wir damit aber live für die Menschen, die uns auf den sozialen Netzwerken folgen. Dort ist das Kochen ja immer ein Thema …

… zumal es ja die „weltbeste Bolognese“ ist …

… das sowieso, das muss ich gar nicht mehr betonen (lacht). Wir haben schnell gemerkt, dass das richtig gut ankommt. Als nächstes gab es die Rote-Beete-Knödel, das ging bei den Zugriffen durch die Decke und daraufhin haben wir beschlossen, das täglich zu machen: Um zwölf wird gegessen, um elf gehen wir live auf Sendung und kochen mit den Menschen da draußen. Das macht uns Spaß. Aber ich glaube auch, dass in solchen Zeiten, wo alles durcheinandergeht, eine tägliche Routine ganz wichtig ist. So bin ich auch jeden zweiten Tag, egal wie es draußen war, nach dem Kochen auf den Berg rauf. Damit hatte ich in meinem Tagesablauf, der sonst ja anders aussieht bei 200 Folgen "First Dates" und "First Dates Hotel" im Jahr, zwei Ankerpunkte, auf die ich mich konzentrieren konnte.

Was braucht es, wenn man zu zweit kocht?

Kochen ist etwas Emotionales, und deshalb sollte man es ohne Stress und am besten mit Menschen tun, mit denen es eine positive Energie gibt. Ich bin der Meinung, dass in Lebensmitteln gute Energie steckt und das kann man so noch verstärken, in dem man mit und für Menschen kocht, die man mag. Das schließt ja keineswegs aus, dass man mal unterschiedlicher Meinung ist. Harmonie auf dem Teller braucht Harmonie untereinander und das ist bei uns der Fall.

Wer putzt bei ihnen am Ende die Küche?

Der, der kocht … ich bin aber überzeugt davon, dass meine Frau etwas anderes behauptet (lacht).

Wenn man andere Menschen so nah an sich ran lässt via soziale Medien wie sie, kassiert man auch Kommentare, die man nicht braucht.

Man muss sich das schon vorher genau überlegen, was man zulässt und worüber man redet. Politik oder Religion werden kaum angesprochen. Dass ich oder wir mit der Institution Kirche nicht viel am Hut haben und ich kein Verständnis für rechtsradikale Denkweisen habe, das kann schon sein, dass ich das mal erwähne. Aber beim gemeinsamen Kochen geht es um etwas Schönes und da nehme ich auch gern die Leute mit in unsere Küche, wo Dani und ich uns wohlfühlen, wo wir Spaß haben und uns manchmal gegenseitig auch ein wenig aufziehen. Es gibt da draußen eh schon genug negative Energie, die zum Teil ja auch verständlich ist, weil die aktuelle Situation für viele schwer ist. Natürlich könnte ich mich über Kommentare ärgern und manchmal mache ich es auch. Aber wenn ich jemanden ein Dorn im Auge bin, hat dieser in Wirklichkeit meist doch ganz andere Probleme. Ich weiß ja, dass ich es  hier im Grunde nicht um mich geht. Menschen, die sich auf den sozialen Medien die Hörner abstoßen, würde ich, wenn ich die Muße hätte, am liebsten einfach mal umarmen und ihnen sagen, dass auch sie wertvolle Menschen sind und sie sich nicht fertig machen sollen.  

Video wiedergeben

Sie kommen ja ursprünglich aus der Sterne-Küche. In ein Restaurant drängt es sie nicht mehr zurück?

In einem separaten Bereich unseres Hauses haben wir den so genannten "Kitchen Club" eingerichtet. Es gibt schon einige Videos, die dort entstanden sind. Im Club können gut 20 Menschen – wenn wieder mehr Normalität herrscht – bewirtet werden. Das ist für mich ein schöne Alternative zum Restaurant, weil ich immer noch für andere kochen kann und hierbei auf Tester von Gault Millau, Michelin und andere Restaurantkritiker verzichten darf. Das ist für mich dann wirklich perfekt: Für Menschen zu kochen und sie und mich selbst damit glücklich zu machen. Das Problem, also Kasperl, die glauben, mich bewerten zu müssen, wird es in einem privaten Kitchen Club nicht geben.

Sie haben neben dem Fernsehen und dem Kochen ja noch weitere Engagements von der Gewürz-Linie Stay spiced bis zu hin zu Ozonos, dem Frischluft-Gerät. Aber wann kommt der Entsafter by Trettl?

Das ist eine gute Idee. Die hatte ich bis jetzt nicht. Aber es stimmt, ich brauch' den ja wirklich oft. Ich werde gleich mit dem Management reden.

Vielen Dank für das Gespräch.

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