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Studis und ihre Erfahrungen: Unilife in Zeiten von Corona

Futter-Logo Futter 19.03.2020 Martina Marx

Studieren während der Selbstisolation: Wir haben uns bei Grazer Studis umgehört, wie es ihnen in Zeiten der Coronavirus-Pandemie so geht. Spoiler: Es ist kompliziert.

Das öffentliche Leben steht still, fast alle sind in Selbstisolation, rausgehen ist in Zeiten der Coronavirus-Pandemie einfach nicht. Home-Office ist für viele von uns angesagt. Nicht nur für jene, die ansonsten in Büros sitzen, auch für die Grazer Studis gilt der Rückzug in die eigenen vier Wände. Grundsätzlich ja nicht so schlimm, denkt man sich, weil viele lernen ohnehin zu Hause am besten. Doch ganz so einfach ist es nicht, wie wir in Gesprächen mit Studis erfahren haben.

Mehr zum Thema: Hier haben wir die Info-Anlaufstellen der Grazer Unis für dich gesammelt

Grundsätzlich sollte ja, in den meisten Fällen auf E-Learning umgestellt werden: Webinare bei denen die Vortragenden online den Stoff präsentieren und sich die Studierenden dezentral und online hinzuschalten. Doch das funktioniert nicht überall, oft scheitert es schon an den digitalen Basics, wie uns Kathi erzählt. Sie studiert an der KF Uni Germanistik und Anglistik. Sie erzählt uns, dass einige Lehrende sich mit Moodle noch so gar nicht anfreunden können. Und auch nicht wirklich wissen, wie sie den Studis einen kompletten Kurs online zur Verfügung stellen sollen.

Gmail oder Google Drive — man weiß es nicht

Doch es wird noch besser: „Eine LV-Leiterin hat es tatsächlich geschafft, anstatt eines Google Drive Links an alle TeilnehmerInnen zu versenden, einen neuen Gmail-Account zu erstellen und uns die Zugangsdaten zu schicken, damit wir eben aufs Drive zugreifen können“, sagt sie im Gespräch mit Futter. „Eigentlich würd‘ es sich gehören, das Passwort zu verändern.“ Das ist natürlich nicht passiert! Was zwar als Anekdote zum Schmunzeln anregt, ist für die Studis aber bitterer Ernst. Denn im Fall von Kathi geht es darum, ob sie rechtzeitig mit ihrer Bachelorarbeit fertig wird. Was auch fraglich ist, weil die Uni-Bib nach anfänglich anders lautenden Ankündigung geschlossen ist. Und sie aktuell nicht an Literatur kommt.

© Bereitgestellt von Futter

Das Problem mit der Bib hat auch Magdalena (Name von der Redaktion geändert), sie studiert ebenfalls an der KF. „Anfangs der Krise hieß es, die Universitätsbibliothek hätte weiterhin geöffnet, jedoch wären die Lernbereiche gesperrt. Einen Tag darauf aus heiteren Himmel hatte diese nun auch geschlossen und ich konnte nicht mal die benötigte Literatur für meine anstehenden Prüfungen besorgen.“

„Alles in allem würde ich sagen, beeinflusst der Studienstandort maßgeblich, wie sehr Corona uns beeinflusst“ -Magdalena

Das Coronavirus bzw. der Kampf gegen die Ausbreitung stellt Studis wie Unis natürlich vor eine völlig neue Situation. Doch bei Kathi wie auch bei Magdalena macht sich nach dem ersten Tag Frustration breit. „Logistisch funktioniert es nicht wirklich“, sagt Kathi. Vor allem das digitale Knowhow würde vielen Lehrenden fehlen. „Alles in allem würde ich sagen, beeinflusst der Studienstandort maßgeblich, wie sehr Corona uns beeinflusst“, sagt Magdalena. Denn sie hat den direkten Vergleich. Ihr Freund studiert an der TU Graz, er habe ganz „normal“ Uni, auch zu den gewohnten Zeiten, schildert Magdalena. Der einzige Unterschied zu seinem normalen Alltag liege darin, dass er nicht das Haus verlassen muss und immer seinen Laptop in greifbarer Nähe haben muss. Gefühlt habe die TU für Videoübertragungen viel mehr Ressourcen im Vergleich zur KF, so Magdalena.

Gemischte Gefühle an der Pädag

Einen anderen Studienstandort hat auch Ines. Sie studiert an er Pädagogischen Hochschule, aktuell ist sie gerade mitten in ihrer Masterarbeit. Sie fühlt sich gut informiert von ihrer Uni. „Überraschenderweise funktioniert die Kommunikation gut, vieles wird über Facebook transportiert“, sagt sie im Gespräch mit Futter. Was E-Learning anbelangt, drückt sie sich sehr diplomatisch aus: „Bei manchen Vorlesungen gibt es noch Potenzial nach oben.“ Die Vortragenden seien unterschiedlich gut für das Unterfangen Webinar gerüstet. „Da merkt man, dass das Alter eine Rolle spielt, für unsere jüngeren Lehrenden ist die Technik nicht so das Problem.“

Was für Ines aber ein Problem ist: Sie arbeitet schon aktuell bei der Stadt Graz als Springerin in der Nachmittagsbetreuung. Und durch die Maßnahmen der Bundesregierung kommt sie im Moment nicht zum Unterrichten, weil der Bedarf einfach nicht da ist. Und so bleibt auch der Verdienst aus.

Meli studiert ebenfalls an der Pädag, auch sie werkt an ihrer Masterarbeit. Allerspätestens sollte sie diese am 1. Juli abgeben, damit sie im September zur Prüfung antreten kann. „Wenn nach Ostern alles normal läuft, sollte sich das ausgehen“, sagt sie. „Doch das kann man halt jetzt noch nicht sagen.“ Sie fühlt sich von Seiten der Hochschule gut informiert. „Wir bekommen die wichtigsten Neuigkeiten und Updates per Mail.“ Im Großen und Ganzen ist sie zufrieden, wie das Studium in Zeiten von Corona organisiert wird. „Ich finde es schon gut, wie sie das managen. Ich hoffe aber schon, dass dieser Ausnahmezustand nicht zu lange dauert.“

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