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Cobra hilft Grenzpolizei bei Testbetrieb mit Drohnen

KURIER-Logo KURIER 10.08.2020 raffaela.lindorfer

Cobra-Mann schildert, wie die Geräte den Einsatz erleichtern sollen.

© Fotocredit BMI/Riegler

Alarm bei der Cobra: Ein Heckenschütze soll sich auf einer Dachterrasse verschanzt haben. Halb Innsbruck wurde an jenem Sommertag 2018 wegen eines Ministertreffens im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft überwacht.

Schnell hatte das Einsatzkommando die Lage im Blick: Auf besagtem Dach saß tatsächlich ein Schütze – mit einem Luftdruckgewehr. Und der schoss auf Tauben. Dass dieser Tag ein denkbar schlechter war, um Tiere auf diese Art zu quälen, dürfte dem Mann klar geworden sein, als ihn die Cobra am Dach verhaftete.

Und die Beamten wurden darin bestätigt, wie praktisch Drohnen in ihren täglichen Einsatzgebieten sind. Auch, wenn es in Innsbruck letztlich falscher Alarm war.

Ab Ende August sollen Drohnen auch bei der Grenzüberwachung eingesetzt werden, kündigte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) kürzlich an. Der Testbetrieb, der bis voraussichtlich Jahresende dauern soll, startet an den Grenzen zu Ungarn und Slowenien.

Unwegsames Gelände

Cobra-Abteilungsleiter Siegfried Gundel unterstützt die Grenzpolizei bei diesem Projekt. Das Einsatzkommando hat mehr als zehn Jahre Erfahrung mit dem Einsatz von Drohnen. „Das Potenzial dieser Geräte ist enorm. Sie können die Arbeit an den Grenzen sehr erleichtern.“

Das weiß Gundel, weil er selbst jahrelang im Burgenland an der „grünen Grenze“ gearbeitet hat. Diese wird mit Polizeibussen, die mit Wärmebildkameras ausgestattet sind, abgefahren.

Das Problem: Im unwegsamen Gelände kommen die Busse nicht voran. Drohnen aber können fast überall fliegen. Und sie kosten nur einen Bruchteil dessen, was ein Hubschrauber für den Lufteinsatz kosten würde.

Knapp 30.000 Euro hat ein neu angeschafftes Gerät kürzlich gekostet, sagt Gundel – wobei mehr als die Hälfte davon die Kosten für die Wärmebildkameras ausmachen, mit der die Drohnen aufgerüstet ist. Sie senden GPS-Daten, damit Beamte am Boden an Ort und Stelle kommen können.

Nur Live-Aufnahmen

Wie und wo genau man die Drohnen sinnvoll einsetzen kann, solle nun ausprobiert werden. Einen Austausch gebe es auch mit Tschechien – dort gibt es sie schon länger an den Grenzen.

Als Beispiel fallen Gundel Bahnstrecken ein: Immer wieder springen Flüchtlinge auf fahrende Züge auf. Drohnen könnten sie von oben mit der Wärmebildkamera absuchen.

Nützlich könnten Drohnen aber auch im Kampf gegen Schlepper sein. „Die Kameras liefern scharfe Bilder, auf denen man auch Fahrzeug-Details sehr gut erkennen kann“, erklärt der Cobra-Beamte.

Aus Gründen des Datenschutzes werden aber nur Live-Aufnahmen verwendet – gespeichert dürfen sie nicht werden. Im Probebetrieb werden die Drohnen vorerst nur tagsüber fliegen. Für den Nachteinsatz ist noch ein Bescheid der Austro Control ausständig, der aber in Kürze ergehen werde, heißt es aus dem Innenministerium.

Flüchtlingsbewegungen gibt es aktuell vor allem am Westbalkan. Dort sind während der Coronakrise viele Migranten gestrandet. Nehammer reist Ende August nach Griechenland, um sich ein Bild zu machen.

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