Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Moto G8 im Test: Nur günstig ist zu wenig

futurezone-Logo futurezone 20.06.2020 florian.christof

Moto-G-Smartphones galten lange Zeit in puncto Preis-Leistung als besonders attraktiv. Aber stimmt das noch immer?

© Florian Christof

Vor nicht allzu langer Zeit galt die Moto-G-Familie von Motorola als der Tonangeber im Einsteigersegment. "Immer noch das beste Preis-Leistungs-Verhältnis", haben wir vor genau zwei Jahren den Test des Moto G6 getitelt. Seither hat sich auf dem Smartphone-Markt einiges geändert. Wir haben uns angesehen, ob das aktuelle Moto G8 im Segment der günstigen Handys immer noch punkten kann.

Um die Moto-G-Familien ist es in den vergangenen 2 Jahren ruhig geworden: Keiner der 3 großen österreichischen Mobilfunker hat Motorola noch im Programm. Auch bei den großen heimischen Elektrohandelsketten ist das Moto G8 nicht zu finden. Nur Cyberport bietet ein Gerät aus der Serie an. Dazu kommt, dass Hersteller wie Xiaomi, Huawei oder nun auch Realme in letzter Zeit äußerst aggressiv um Kunden im niedrigen Preissegment geworben haben. Motorola ist dabei schwer unter Druck geraten.

Was hat sich getan?

Während die Smartphone-Preise in den vergangenen Jahren stark angezogen haben, ist das Standardmodell Moto G8 im Vergleich zu früheren Moto-G-Geräten sogar etwas günstiger geworden. Allerdings gehen mit dem niedrigeren Preis auch einige Einschränkungen einher.

Kam das Moto G6 noch mit einer Glas-Rückseite, besteht der Rahmen sowie die Rückseite des Moto G8 nun zur Gänze aus Kunststoff. Das Moto G8 reiht sich damit nahtlos zwischen den Konkurrenzmodellen von Xiaomi und Realme ein. Trotz Plastik fühlt sich das Motorola-Handy robust an und ist auch gut verarbeitet.

Geringe Display-Auflösung

Der Bildschirm ist von einem recht schmalen Rahmen eingefasst. Ein tatsächlich rahmenloses Design darf man sich jedoch nicht erwarten. Gerade auf der unteren Seite bleibt ein recht breiter schwarzer Balken. Die 8-MP-Selfie-Kamera ist in einem kleinen Kameraloch untergebracht.

© Florian Christof

Das Display ist etwas angewachsen und misst nun 6,4 Zoll. Motorola setzt auf ein IPS-LC-Display, das lediglich mit 1560 x 720 Pixeln auflöst, woraus sich eine Pixeldichte von gerademal 268 ppi ergibt. Das Moto G6 hatte noch eine höhere Auflösung und eine weit höhere Pixeldichte.

Die Qualität des Bildschirms ist allemal brauchbar, wirkt allerdings nicht besonders überzeugend. Die Farben werden etwas bläulich und blass dargestellt. Der Blaulichtfilter kann hier ein wenig Abhilfe schaffen. Die maximale Helligkeit ist passabel, könnte aber stärker sein.

Waren die Displays der Vorgängergenerationen noch von Corning Gorilla Glass 3 geschützt, kommt das Moto G8 ohne vergleichbaren Schutz. Auch der Schutz vor Spritzwasser wurde bei der aktuellen Generation weggelassen. Das Gewicht des Handys beträgt 188 Gramm.

© Florian Christof

Kamera-Setup

Die Kamera auf der Rückseite besteht aus insgesamt 3 Linsen: 16 MP (f/1,7) Hauptkamera, 8 MP (f/2,2) für Ultraweitwinkelaufnahmen und einer 2 MP Linse (f/2,2) für Makroaufnahmen. 4K-Videoaufnahmen sind mit maximal 30 fps möglich. Videos mit 1080p schafft das Moto G8 mit 60 fps. Einen eigenen Nachtmodus für Fotos gibt es nicht.

Mit den Standardeinstellungen nimmt das Moto G8 brauchbare bis gute Bilder auf. Gerade bei guten Lichtverhältnissen ist die Fotoqualität einigermaßen passabel und kann sich für ein Smartphone in dieser Preisklasse durchaus sehen lassen. Enttäuschend hingegen sind die Aufnahmen im Makro- und Weitwinkelmodus.

Qualität der Fotos

Nimmt man ein Weitwinkelfoto auf, ist nahezu das gesamte Bild unscharf. Auch die Farben werden komplett anders dargestellt, als beim Standardmodus. Entweder handelt es sich hierbei um einen Software-Fehler, der mittels Update behoben wird, oder der Weitwinkelmodus ist und bleibt unbrauchbar. 

Trifft man im Makromodus den fixen Fokusabstand entstehen herzeigbare Bilder. Allerdings ist die Auflösung mit gerademal 2 MP einfach zu niedrig, um beispielsweise ein solches Foto mit zufriedenstellender Qualität auf einem größeren Format auszudrucken zu können. Zudem lässt auch die Farbdarstellung im Makromodus zu wünschen übrig. Der Kontrast ist zu hoch und die Farben etwas übersättigt und meist zu dunkel.

Porträt-Modus

Überraschend gut funktioniert der Porträt-Modus, wenn man tatsächlich eine Person fotografiert - sowohl bei der Selfie-Kamera als auch bei der Hauptkamera. Dieser erkennt das Gesicht im Vordergrund ohne Schwierigkeiten und berücksichtigt dabei auch abstehende Haare oder beispielsweise Kopfhörer. Im Nachhinein kann die künstliche Tiefenunschärfe noch verfeinert und angepasst werden.

Wendet man den Porträtmodus allerdings bei Objekten an, beispielsweise bei Blumen, ist das Ergebnis mehr oder weniger unbrauchbar. Das Smartphone kann dabei zwischen Vorder- und Hintergrund nicht ausreichend gut unterscheiden.

© Florian Christof

Fingerprintsensor und Gesichtserkennung

Der Sensor für den Fingerabdruck befindet sich auf einer dedizierten Fläche auf der Rückseite des Geräts. Dieser funktioniert einwandfrei, erkennt die Fingerabdrücke in Bruchteilen einer Sekunde und entsperrt das Handy zuverlässig. Die Möglichkeit, das Moto G8 mittels Gesichtserkennung zu entsperren, gibt es nicht.

Einwandfreie Software

Als Betriebssystem dient Android 10. Bei der Benutzeroberfläche orientiert sich Motorola stark an Stock-Android und verzichtet auf tiefgreifende Veränderungen. Bloatware, also vorinstallierte Apps, die sich nicht deinstallieren lassen, sind auf dem Gerät glücklicherweise keine zu finden.

© Florian Christof

Leistung und Innenleben

Beim Prozessor setzt Motorola auf einen Qualcomm Snapdragon 665, dem 4 GB RAM und 64 GB Speicherplatz zur Seite stehen. Mit dieser Ausstattung läuft das Moto G8 relativ rund. Beim Scrollen durch Newsfeeds, beim Öffnen von Apps oder sonstigen alltäglichen Situationen gibt es kaum Verzögerungen oder lästiges Ruckeln.

Bei grafisch weniger aufwändigen Spielen reicht die technische Ausstattung. Diese Spiele lassen sich ohne Weiteres spielen. Ressourcenintensivere Games funktionieren zwar, das Gerät kommt dabei aber ins Schwitzen. Die Ladezeiten sind recht lang, ins Stocken ist das Moto G8 beispielsweise bei PUBG nicht gekommen.

Anschlüsse, WLAN, NFC und Bluetooth

Ein herkömmlicher 3,5mm-Kopfhöreranschluss ist vorhanden. Allerdings gibt es keine NFC-Antenne und auch bei den WLAN-Standards gibt es Einschränkungen. Der weit verbreitete ac-Standard fehlt hier, möglich ist Wi-Fi 802.11 b/g/n. Das Moto G8 ist kompatibel mit Bluetooth 5.0.

Zum Laden des Akkus dient ein USB-C-Anschluss, allerdings handelt es sich dabei um USB 2.0. FM-Radio zu empfangen ist möglich. Das Moto G8 ist Dual-SIM-fähig. Will man allerdings den internen Speicherplatz mit einer microSD-Karte erweitern, muss man einen der beiden SIM-Kartenplätze dafür verwenden.

© Florian Christof

Akku hält besonders lange durch

Der Akku hat eine Kapazität von 4.000 mAh und kann mit maximal 10 Watt geladen werden. Im Vergleich zu Konkurrenzmodellen wirken die 10 Watt Ladeleistung recht dünn.

Bei der Ausdauer des Akkus kann das Moto G8 richtig punkten. Eineinhalb Tage hält das Smartphone ganz leicht durch. Bei entsprechender Nutzung kann es auch zwei Tage schaffen, ohne dass es an die Steckdose muss.

Viele, viele Moto-G8-Smartphones

Motorola macht es seinen Kunden nicht ganz leicht das passende Gerät aus der G-Familie zu finden. Auf dem deutschsprachigem Markt gibt es insgesamt 5 verschiedene Moto-G8-Smartphones.

  • Das Moto G8 Pro hat einen Eingabestift integriert und im Vergleich zum Standardmodell eine bessere Kamera. UVP: 329,99 Euro.
  • Das Moto G8 Power hat einen größeren Akku und ebenso ein besseres Kamera-Setup. Auch die Auflösung des Bildschirms ist höher als beim Standardmodell. UVP: 229,99 Euro.
  • Das Moto G8 Power Lite hat ebenso einen größeren Akku, dafür einen schwächeren Prozessor und lediglich Android 9. UVP: 169,99 Euro.
  • Ebenso mit Android 9 kommt das Moto G8 Plus, das über eine bessere Kamera und einen höher auflösenden Bildschirm verfügt. UVP: 239,99 Euro.
© Florian Christof

Fazit

Positiv aufgefallen sind Verarbeitung, Handhabung und die Software. Die Kamera im Standardmodus ist in diesem Preissegment ebenso zu loben. Vor allem aber konnte die Ausdauer des Akkus überzeugen. Die Leistung ist angemessen und das Display passabel, könnte aber durchaus eine höhere Auflösung vertragen.

Leider ist der Weitwinkelmodus der Kamera komplett unbrauchbar, was das Kamera-Setup des Moto G8 in ein schiefes Licht rückt. Auch die Einschränkungen bei NFC und WLAN sprechen nicht wirklich für das Moto G8, sind aber wohl für viele Nutzer verkraftbar.

Mit einem Preis von 199,99 Euro (UVP) hat das Moto G8 noch immer ein recht gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Allerdings hängt Motorola der Konkurrenz mittlerweile hinterher. Smartphones anderer Hersteller, die ähnlich viel oder nur geringfügig mehr kosten, haben zum Teil deutlich mehr zu bieten. Zu nennen wären hier beispielsweise das Realme 6, das Xiaomi Redmi Note 9 (Pro), das Samsung Galaxy A41 oder etwa das Nova 5T von Huawei.

Wer frühere Moto-G-Geräte in guter Erinnerung hat und sich um ein neues Handy umsieht, sollte eher nicht zum Basisgerät G8 greifen, sondern sich bei den anderen aktuellen Moto-G-Smartphones (Pro, Power, Plus) umsehen. Je nach Priorität - Kamera, Display, Akku - wirken die Spezifikationen dieser Geräte überzeugender als jene des Standardmodells.

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von Futurezone

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon