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Netgear Orbi im Test: Endlich WLAN-Empfang in der ganzen Wohnung

futurezone-Logo futurezone 11.10.2018 gregor.gruber

Das WLAN-Mesh-System von Netgear gehört zu den beliebtesten am Markt – zurecht. Wunschlos glücklich macht es Nerds aber nicht.

© Gregor Gruber

WLAN-Mesh-Systeme erobern derzeit Ein- und Mehrfamilienhäuser, mehrstöckige Wohnungen oder solche, die es aufgrund von dicken Wänden oder einem verwinkelten Grundriss normalen Routern besonders schwermachen, das kabellose Netzwerk in alle Zimmer zu verteilen.

NetgearsOrbi-Reihe gehört zu den WLAN-Mesh-Systemen, die man besonders häufig findet, wenn man danach googelt. Ich habe das RBK23 getestet, ein Tri-Band-System, das aus Router und zwei Satelliten besteht.

Unauffällig

Der Router und die Satelliten messen 14 x 6 x 17 cm. Die Form erinnert ein wenig an batteriebetriebene Luftbefeuchter oder überdimensionale Duftspender, die das „Raumklima“ verbessern, indem sie penetranten Apfel-Zimt- oder Lavendel-Geruch versprühen.

Die Teile des RBK23 riechen zum Glück nicht. Sie leuchten nur, aufgrund des LED-Statuslichts an der Oberseite. Dieses ist aber, genauso wie das restliche Design, angenehm zurückhaltend. Die Teile verschwinden in der Wohnlandschaft. Etwas weniger elegant sind die Netzteile von Router und Satelliten. Diese sind, gemessen an den Geräten, eher groß ausgefallen.

Die Satelliten haben an der Rückseite je zwei Ethernet-Buchsen, um Geräte per Kabel mit Internet zu versorgen. Das macht etwa bei Geräten Sinn, die noch kein 5-GHz-WLAN unterstützen, wie die PS4. Der Router hat zwar auch zwei Ethernet-Buchsen, allerdings ist einer für die Verbindung mit dem Modem reserviert.

Einrichten per App

Die Einrichtung von NetgearOrbi erfolgt per App. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung ist einfach verständlich. Router ans Modem anschließen, danach die Satelliten aufstellen. Bei der optimalen Positionierung der Satelliten hätte ich mir aber gerne Beispiele oder eine Anleitung gewünscht, anstatt bloß ein: „Stecke die Satelliten an die Steckdose“.

Ist die Hardware aufgestellt und angesteckt, werden die üblichen Konfigurationen vorgenommen, wie der Name des WLAN-Netzwerks und die Administrator-Zugangsdaten. Wer will kann auch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung für das Admin-Konto aktivieren.

Trotz der mangelnde Platzierungs-Information ist die Einrichtung vorbildlich und kann auch von Laien vorgenommen werden. Insgesamt war der Prozess einfacher, als das Einrichten von WLAN-Repeatern oder Powerline-Adaptern mit WLAN-Funktion anderer Hersteller. Lediglich am Ende des Einrichtens gab es einmal eine Fehlermeldung, nach dem Ändern des Admin-Passworts. Funktioniert hat es aber trotzdem.

Testszenario

Das Testszenario ist eine knapp 120 Quadratmeter große Wohnung, einstöckig, mit einer tragenden Zwischenwand mit nur einem Durchgang, die die Wohnung quasi in zwei Hälften teilt. Normale AC-Router tun sich hier üblicherweise schwer, das WLAN-Signal ausreichend in die andere Wohnungshälfte zu transportieren.

Für den Test habe ich beide Satelliten in die Wohnungs-Hälfte mit dem schlechten WLAN-Empfang gegeben, so weit voneinander entfernt wie möglich. Dadurch hat sich ein gedachtes Dreieck zwischen Router und Satelliten ergeben, so wie es bei Mesh-Systemen mit zwei Satelliten üblicherweise empfohlen wird. Obwohl Netgear mit dem RBK23 eine Abdeckung von bis zu 375 Quadratmeter verspricht war ich skeptisch, dass das Mesh-System die tragende Mauer überwinden kann – zu unrecht.

Bis in den letzten Winkel

Für den Vergleich ist der Orbi-Router neben einem regulären AC-Router (ohne Mesh-System) gestanden. Ich habe mit dem alten Router zwei getrennte Netzwerke für den Test erstellt, eines mit 5 GHz und eines mit 2,4 GHz um sie mit dem Orbi-WLAN zu vergleichen. Die Geschwindigkeit wurde am Smartphone und Notebook mit Speedtest gemessen. Natürlich ist die tatsächliche Datenrate schneller als die 150-Mbit/s-UPC-Leitung. Da meine Geräte zuhause aber hauptsächlich im WLAN sind um online zu sein und nicht um untereinander Daten auszutauschen, entspricht diese Messmethode meinem Real-Life-Szenario.

In der ganzen Wohnung wurden mit Orbi entweder 149 oder 150 Mbit/s erzielt, also das Maximum, das im besten Fall mit meiner Internet-Leitung auch mit dem 5GHz-WLAN des klassischen Routers möglich ist. Das gilt auch für das äußerte Eck des Badezimmers: Der Orbi liefert 149 Mbit/s. Das 5-GHz-Netzwerk des normalen Routers hat gar keinen Empfang, mit 2,4 GHz waren es 0,41 Mbit/s. Am anderen Ende der Wohnung waren es mit 5 GHz 22 Mbit/s, mit 2,4 GHz 10 Mbit/s. Der Orbi schaffte die vollen 150 Mbit/s. In der Wohnungshälfte mit dem Haupt-Router schaffte der klassische AC-Router im schlechtesten Fall 116 Mbit/s mit 5 GHz (11 mit 2,4 GHz), beim Orbi waren es 150 Mbit/s.

Der Handover war mit Orbi sehr viel besser als mit Repeatern oder Powerline-Adaptern, die ich zuvor getestet hatte. Gänzlich unterbrechungsfrei ist es aber nicht. In mehreren Versuchen im zweiwöchigen Testzeitraum passierte es zwei Mal, dass beim schnellen Bewegen durch die Wohnung die Verbindung mit dem Smartphone für ein bis zwei Sekunden ausfiel. Ansonsten hatte Orbi einmal einen Aussetzer, der etwa 30 Sekunden dauerte, aber ohne Neustart des Routers oder ähnliches wieder verschwand.

Zu wenig Infos

Orbi ist absichtlich simpel gehalten, was zwar angenehm beim Einrichten ist, für interessierte User aber ein wenig enttäuschend. In der App gibt es die Option von der Ferne auf die Konfiguration des Systems zuzugreifen, ein Gast-WLAN und einen Kinderschutzfilter zu aktivieren und die Möglichkeit Geräte zu sperren.

Es ist auch ein Speedtest inkludiert, allerdings kann man nicht wie beim Google-Mesh-System automatisiert in regelmäßigen Abständen die Geschwindigkeit messen. Auch gibt es keine Informationen darüber, wie stabil die Verbindung zwischen Router und den Satelliten ist, bzw. die Möglichkeit hier die Übertragungsrate zu messen. Dies wäre hilfreich, falls man in einem großen Haus die Position der Satelliten optimieren möchte. Immerhin wird der Datenverkehr protokolliert, kann aber nicht für die verschiedenen, verbundenen Geräte angesehen werden.

Auch die „Netzwerkkarte“, die grafisch das Mesh-System darstellt, ist eher sinnlos. Per WLAN-verbundene Geräte werden auf der Karte nicht angezeigt und tippt man auf das Internet-Icon, erscheint der Text: „This screen will come soon“.

Fazit

Das Netgear-Orbi-System RBK23 überzeugt durch die einfache Installation und die gute Leistung. Besonders User, die bisher schlechte Erfahrungen mit WLAN-Repeatern oder Powerline-Adaptern gemacht haben, werden sich freuen, endlich die volle WLAN-Leistung im ganzen Zuhause zu haben.

Wer gerne etwas mehr Kontrolle über sein WLAN-Netzwerk hätte, wird ein paar Features und Informationen in der Steuerungs-App vermissen, was aber nicht die grundlegende Funktion des Orbi-Systems negativ beeinflusst. Ein Nachteil ist noch der hohe Preis. Bei Online-Händlern bekommt man das RBK23 derzeit für 310 Euro. Die Version mit nur einem Satelliten (RBK20) gibt es ab 220 Euro. Wenn es die bauliche Situation und Frustration mit Alternativproduktion erfordert, zahlt man diesen Preis gerne.

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