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"Sport & Marke" beleuchtet Erfolg heimischer Ligen

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Kongress "Sport & Marke" musste ins Web ausweichen © APA/OTS (Grießenböck) Kongress "Sport & Marke" musste ins Web ausweichen

Am Montag hat der Branchentreff "Sport & Marke" aufgrund der Coronakrise virtuell stattgefunden. eSports erfuhr durch die Beschränkungen, die die Menschen in dieser Zeit erfahren mussten, einen Zulauf. In der Branche hofft man auf die Nachhaltigkeit dieses Erfolgs. Zum Thema eSports wurden die Aktivierung einer Marke und die in Österreich bereits erfolgreichen Ligen beleuchtet.

Timo Krüger von Nielsen Sports sprach die Unterscheidung zwischen Gaming, eSports und insbesondere Virtual Sports an. Bei letzterem handelt es sich um einen Mix digitalen Umfelds basierend auf traditionellem Sport. So gab es sogenannte "players-only tournaments", bei denen Sportler, die derzeit keine Wettkämpfe bestreiten können, in ihrem Metier online gegeneinander spielten. Dabei fand einerseits eine Interaktion mit den Fans mittels Streaming mit Chatfunktion statt, anderseits wurden die Events auch im Fernsehen übertragen.

In Deutschland wurden in der Coronakrise Gaming Videos auf Youtube laut repräsentativer Nielsen-Umfrage vor allem in der Gruppe der 16- bis 20-Jährigen häufiger geschaut (48 Prozent). Aber auch in der Gruppe der 21- bis 34-Jährigen gab es einen Anstieg zu beobachten (23 Prozemt). Laut Nielsen erfuhr das Spielen auf der Konsole besonders in Italien (29 Prozent häufiger) und Spanien (31 Prozent) einen Zulauf.

Auch durch den Fornite-WM-Erfolg von "Aqua" erzielte eSports in Österreich einen höheren Bekanntheitsgrad. Verstärkt wurde dies durch die Coronakrise. Aber schon zuvor rief A1 das Jahr 2020 zum "Jahr des eSports" aus, wie Marco Harfmann, zuständig für die Markenkommunikation und Sponsoring bei A1, mitteilte. eSports ist in der breiten Masse angekommen. Sportfans vermissen den Wettkampf, Medien können über keine Sportereignisse berichten. Daher trafen sich die beiden Gruppen bei eSports. Und für Schüler war es vom eLearning nicht mehr weit zum Gaming mit Freunden. Und schließlich haben es mitunter auch die Eltern probiert, etwa Fortnite, so Harfmann.

Vor zwei Jahren wurde die A1 eSports League Austria als Branding gegründet. Damit wollte man die Zielgruppe der Millenials erreichen. Die League erwies sich als Playground, in dem man einiges ausprobieren kann, berichtete Harfmann. In dieser Saison wurde diese Zielgruppe mit dem Launch des 5G-Netzes gezielt angesprochen. Dazu wurde auch ein TV-Werbespot lanciert, der auf die Gamer abzielte.

Ende Mai finden die A1 Spring Finals 2020 statt. Erneut wurde dafür das Gasometer als Location gewählt, so Harfmann. Allerdings findet dieses Mal wegen des Coronavirus keine große Party statt. Allerdings veranstaltet A1 ein Online-Spektakel. Statt den Zuschauern gibt es ein großes Studio. Übertragen werden die Wettkämpfe bei Twitch und A1 TV Now.

Die krone.at-eBundesliga ging hingegen einen anderen Weg. Hier wurde die digitale Welt mit der analogen verknüpft, wie Patrick Lenhart, Leiter von Kommunikation und Medien bei der österreichischen Bundesliga, berichtete. 2017/2018 wurde die eBundesliga für zunächst drei Saisonen als offizieller Bundesliga-Bewerb gestartet. Dabei waren auch alle Klubs der höchsten Spielklasse. Zielvorgaben damals waren einerseits die Vernetzung mit der Zielgruppe, die Stärkung der Marke, andererseits aber auch die Aktivierung zum Stadionbesuch. Finanziert wurde dies durch teilweise neue Partner und Sponsoren. Organisiert wird die eBundesliga aber zentral von der Liga selbst.

In der eBundesliga wird FIFA im 85er-Modus gespielt. Dabei erhalten alle Teams die gleiche Spielstärke. Es soll ein Event für alle sein, nicht für Profis, so Lenhart. Denn Profis bevorzugen den Ultimate Modus. Dabei stellt man sich - auch mit finanziellem Aufwand - ein Best-of-Team zusammen. Die eBundesliga hat dadurch rund 2.500 aktive Spieler.

Damit auch viele Interessenten (ab 16 Jahren) mitspielen können, gibt es zunächst eine Online-Qualifikation mit Begleitung durch Tutorials. Danach findet auf Klubebene ein Event statt. Dabei werden die Vertreter der einzelnen Vereine für das Finale der eBundesliga gesucht. Mit dem Klubevent werden auch andere Aktivitäten verknüpft. So gibt es etwa Stadionführungen oder Treffen mit den Fußball-Profis. Der finale Event findet dann mit 500 Zuschauern live - und in Zusammenarbeit mit Sky - statt.

Die eBundesliga beteiligt sich auch mit Polen, Portugal, Belgien, Schweden, Niederlande und Italien an den "Stay2score Euopean Leagues". Dabei nehmen je vier Spieler teil - zwei eSportler und zwei Fußball-Profis. Für die eBundesliga wird etwa Zlatko Junuzovic von Red Bull Salzburg teilnehmen, verriet Lenhart.

Zum Abschluss waren noch die beiden eSportler Philipp Gutmann und Matthias Luttenberger am Wort. Gutmann ist aktiver FIFA-Profi bei Sturm Graz und vertritt die Steirer auch in der eBundesliga. Luttenberger ist PES (Pro Evolution Soccer)-Coach bei Bayern München. Dabei wies Luttenberger darauf hin, dass es in Österreich schon früh große eSports-Events - auch im Gasometer - gab. Allerdings wurden diese durch die Finanzkrise 2009 eingebremst.

Gutmann verdient neben dem Preisgeld durch Sturm Graz auch beim Streamen auf Twitch seinen Lebensunterhalt. Dabei monetarisiert er sein Streaming durch Werbeeinschaltungen von Twitch, einer Partnerschaft mit Twitch, die er aufgrund seiner vielen Follower erhalten hat, und Spenden, die man auf Twitch für den Streamer mittels Donate-Button hinterlassen kann.

PES als eSports-Event steckt laut Luttenberger zumindest in Europa noch in den Kinderschuhen. Die Spieler sind recht "alt", da der Höhepunkt von PES Anfang der 2000er Jahre war. Danach lief FIFA der Konkurrenz den Rang ab. Als Trainer bei Bayern München koordiniert er die Schnittstellen zwischen Verein und Spieler. Er führt mit den Spielern Videoanalysen durch und achtet auch darauf, dass von diesen Professionalität gelebt wird. In der Liga mit Bayern sind insgesamt 10 Topvereine. In der gesamten Saison wird ein Preisgeldpool in allen PES-Bewerben von rund 800.000 Dollar ausgespielt, schätzte Luttenberger.

In Europa sieht der Bayern-Coach Skandinavien als Vorreiter. Dort gibt es eigene Sportvereine, in denen zunächst mit den Jungen gemeinsam gespielt und später aktiv Sport betrieben wird. Das Ganze wird zudem von Pädagogen begleitet.

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