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Altenhuber/Cavallar führt unglaubliche Reise in Tokio-Hafen

APA-LogoAPA vor 4 Tagen tb/beg
Louisa Altenhuber blickt ihrem Olympia-Debüt mit Vorfreude entgegen © APA/GEORG HOCHMUTH Louisa Altenhuber blickt ihrem Olympia-Debüt mit Vorfreude entgegen

In ihrer ersten gemeinsamen Regatta sind sie zu den Sommerspielen gerudert, nun in Tokio leben Louisa Altenhuber und Valentina Cavallar ihren olympischen Traum. Mit vielen neuen überwältigenden Eindrücken im Kopf treten die beiden am Samstag (4.10 Uhr MESZ) im Vorlauf des Leichtgewichts-Doppelzweiers an, unter 18 Booten wird der Aufstieg unter die Top zwölf angestrebt. Als Traumziel gilt ein Top-Ten-Rang, also zumindest Rang vier im B-Finale.

Für den ursprünglichen Tokio-Termin in 2020 hatte Altenhuber die Qualifikation mit Laura Arndorfer angestrebt, die fiel dann aber mit einem Bandscheibenvorfall aus. "Das war für mich eine extrem schwierige und herausfordernde Situation, weil ich mich dann alleine gefühlt habe und nicht wusste, wie geht es weiter", sagte Altenhuber der APA - Austria Presse Agentur. Sie startete an junge Ruderinnen einen Appell, sich für das Olympia-Ticket anzustrengen - und Cavallar nutzte die Chance.

Bei einer Langstreckenregatta im Dezember war die damals noch 19-Jährige die neben Altenhuber beste Ruderin, die neue Zusammensetzung des Bootes stand. "Mit Valentina in das Boot zu steigen, hat sich wie eine Riesen-Unmöglichkeit angefühlt, dass man das noch schafft", erinnerte sich Altenhuber zurück. "Aber gleichzeitig war keine andere Möglichkeit, als Vollgas zu geben." In einem sechswöchigen Trainingslager in Sabaudia/Italien wurde an der Abstimmung und Fortschritten gearbeitet.

Anfang April ging es in Varese/Italien in die Restquoten-Regatta. "Es war eigentlich ein Wunder, dass wir das geschafft haben", sagte Cavallar. "Die Zeit zusammen war so kurz." Die vielen gemeinsamen Kilometer im Camp hätten geholfen. Coach Fabio Becker hatte sein Duo schon auch auf der Rechnung: "Wir haben im Training immer gesehen in Relation zu den anderen Booten, dass es mit den Prozentzeiten zum Weltrekord eigentlich ganz gut aussieht. Und sie können unter Druck gut performen."

Diese Qualität können die beiden nach einem neu gestarteten Trainingsaufbau mit Technik-Schwerpunkt nun unter Beweis stellen, im Gegensatz zur Konkurrenz fehlt es aber vor allem an Wettkampfpraxis. "Ich kenne einige der Gegnerinnen schon seit ein paar Jahren", ließ Altenhuber wissen. "Viele waren schon in Rio (Olympia 2016, Anm.) dabei oder fahren schon seit acht Jahren gemeinsam. Die sind natürlich routinierter als wir. Das heißt aber nicht, dass alle so gut mit den Wellen zurechtkommen."

Die durch Seitenwind fordernden Verhältnisse am Sea Forest Waterway wollen die beiden zum Vorteil nutzen. Für Altenhuber ist der Wind auch gar nicht das größte Problem: "Ich finde, dass die Hitze das schwierige Thema ist. Es ist unglaublich heiß am Wasser. Der Wind ist fast hilfreich, dass es kühler wird. Und auch die Wettervorhersage ist so, dass es noch ein bisschen abkühlt. Das würde mir vor allem helfen, eine bessere Leistung aufs Wasser zu bringen."

Vor allem soll auch trotz der regelmäßig über das Wasser fliegenden Flugzeuge der Fokus behalten werden. "Wenn wir auf das Wasser gehen, sind wir in unserer eigenen Bubble", meinte Altenhuber. "Geradeschauen, alles ausblenden, sich darauf konzentrieren, dass man Technikpunkte setzt. Im Rennen spätestens ist alles andere herum komplett egal, da ist man komplett im Tunnel." Und der Quali-Erfolg gebe Kraft. "Als es darauf angekommen ist, haben wir auf den Punkt funktioniert."

An Altenhubers 26. Geburtstag soll das Pulver freilich noch nicht ganz verschossen werden, denn nur jeweils die Top zwei der drei Heats kommen direkt ins Semifinale. "Wir werden alles auf den Hoffnungslauf setzen", erläuterte Becker. "Was im Halbfinale passiert, ist alles Draufgabe." Die Hoffnungsläufe in dieser einzigen leichten Olympia-Bootsklasse sind für Sonntag angesetzt.

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