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Lask verliert Geisterspiel gegen Manchester United klar

Die Presse-Logo Die Presse 13.03.2020 Senta Wintner
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Linz. Ein denkwürdiges Fußballspiel ging am Donnerstagabend in Linz über die Bühne. Der Lask empfing im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League Manchester United – wegen der Coronavirus-Pandemie ohne Fans. Statt des geplanten Fußballfests waren per Regierungserlass lediglich 500 Personen auf der Gugl zugelassen, sie sahen eine klare 0:5-Niederlage des Lask. Odion Ighalo (28.), Daniel James (58.), Juan Mata (82.), Jason Greenwood (91.) und Andreas Pereira (93.) trafen für die Engländer.

Der sportliche Wert des Rückspiels in Manchester am kommenden Donnerstag ist damit gering, ob es allerdings überhaupt stattfinden wird, ist angesichts der Absagenflut in der Sportwelt mehr als fraglich. Nicht zuletzt drohen Einreisebeschränkungen nach Großbritannien.

Kein Gefühl, an das man sich gewöhnen will

Mit rund einer Millionen Euro bezifferte Lask-Präsident Siegmund Gruber den finanziellen Verlust durch das Geisterspiel. Nicht in Zahlen ließ sich der emotionale Dämpfer bei Spielern, Funktionären und Fans ob der Umstände für das eigentliche Highlight bemessen. Bizarr wirkte ob der gähnenden Leere das Polizeiaufgebot rund um die Linzer Gugl, merkwürdig fühlt sich der Zutritt in so eine Sperrzone an. Abseits von Medien- und VIP-Tribüne blieben die Ränge also komplett leer, ein Anblick, an den man sich definitiv nicht gewöhnen möchte. Zumindest bekam man einen Einblick in den Personalaufwand, der für ein solches Spiel betrieben wird. Denn rund um das Spielfeld sorgten TV-Moderatoren, Fotografen und Offiziellen dann irgendwie doch für reges Treiben.

Durch die Sperren von Philipp Wiesinger und Petar Filipovic war Lask-Trainer Valérien Ismaël zu Umstellungen gezwungen: Christian Ramsebner und Reinhold Ranftl bildeten neben Kapitän Gernot Trauner die Innenverteidigung, die Position auf dem rechten Flügel bezog Dominik Reiter, der 22-Jährige hatte nach einem Kreuzbandriss im Herbst noch bei der zweiten Mannschaft gespielt. Im Sturm lief Joao Klauss auf. Die Lask-Spieler bekamen zum Aufwärmen auf der Videowall Fotos und Botschaften ihrer Fans eingespielt, eine schöne Aktion und doch nur ein schwacher Trost.

Die Linzer versteckten sich in diesem ungleichen Duell keineswegs, die Chancen aber fand Manchester United vor. Nach einer Schlager-Abwehr lenkte Trauner einen Schuss von Mata am leeren Tor vorbei (18.), gegen James zeichnete sich der Lask-Goalie aus (24.). Als sich Ighalo den Ball am Strafraum sehenswert herrichtete und dann ins Kreuzeck jagte, war aber auch Schlager machtlos (28.). Aus dem VIP-Bereich gab es aufmunternden Applaus, wenig später wurde der erste Lask-Torschuss von Dominik Frieser bejubelt, Bailly rettete (40.).

Einblicke für Taktik-Interessierte

Die Atmosphäre eines solches Spiels lässt sich am ehesten irgendwo zwischen Trainingsplatz und Stammbeisl verorten. Denn jeder Ruf von der Tribüne war ebenso zu hören wie Kommentare der Nebenleute, die das Spielgeschehen untermalten. Wirklich still wurde es selten, dafür schreien Fußballprofis auf dem Platz viel zu viel – für Taktik-Interessierte eine interessante Lehrstunde.

Der Lask kam mit frischem Mut aus der Kabine, stand höher und wurde eiskalt ausgekontert. Daniel James schloss zum 2:0 für United ab (58.). Kurz darauf rettete die Stange gegen Ighalo. Den Linzern fehlte umgekehrt oftmals diese Direktheit, um gefährlich vor das Tor zu kommen. Der eingewechselte Marko Raguz machte im Strafraum den Haken zu viel (66.), Peter Michorl jagte den Ball übers Tor (71.). So wurde es am Ende noch bitter für den Lask: Nach Mata (82.) trafen in der Nachspielzeit auch noch Greenwood und Pereira.

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