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Mbappé will offenbar kein Geld, wenn er für sein Land spielt

WELT-Logo WELT 30.06.2018
Kylian Mbappé ist der zweitteuerste Fußballer der Welt und spielt für Frankreich bei der WM: Mbappé will offenbar kein Geld, wenn er für sein Land spielt © dpa/David Vincent Mbappé will offenbar kein Geld, wenn er für sein Land spielt

Teenager Kylian Mbappé ist der zweitteuerste Spieler der Welt und zigfacher Millionär. Der Franzose steht stellvertretend für den verwöhnten und viel zu reichen Fußballnachwuchs. Wohl nicht ganz zu Recht.

Die Diskussionen über die junge Generation von Fußball-Profis geht eigentlich immer in dieselbe Richtung. Die verdienen viel zu schnell viel zu viel Geld und verlieren ganz schnell den Boden der Realität unter den Füßen. Sie haben noch keine fünf Erstligaspiele auf dem Buckel, aber schon sechs Sportwagen in der Garage zu stehen. Besonders klare Worte dafür fand kürzlich Europa-League-Sieger Filipe Luis.

"Sie denken, sie sind bereits Stars und werden respektiert, wenn sie mit 400 Euro teuren Schuhen, acht Tattoos und einem Luxuskulturbeutel rumlaufen. Sie vergessen die wirkliche Welt", sagte der brasilianische Abwehrspieler in der spanischen Zeitung "Mundo Deportivo" und fügte an: "Es ist eine klassische Fußballblase: Debütieren und mit dem ersten Gehalt einen Sportwagen kaufen."

Seine Aussagen fanden in der Fußballbranche und in den sozialen Netzwerken viel Beachtung, andere Profis pflichteten ihm bei. Eines der jüngsten Beispiele für die extremen Auswüchse im modernen Profifußball ist die Personalie Kylian Mbappé. Mit gerade einmal 18 Jahren wechselte der Franzose im vergangenen Sommer für 180 Millionen Euro von Monaco nach Paris.

18 Millionen Euro Gehalt soll der Angreifer seither jährlich kassieren. Wie viele Millionen Handgeld zusätzlich er beim Transfer bekommen hat, darüber kann nur spekuliert werden. Ist Mbappé, der aktuell mit Frankreich um den WM-Titel kämpft, der Prototyp dieser angesprochenen, abgehobenen Spielergeneration?

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Mbappé sendet wichtiges Signal an junge Fans

Wenn man den jüngsten Berichten der französischen Sportzeitung "L'Équipe" glauben schenken darf, dann nein. Demnach wird der mittlerweile 19-Jährige seine kompletten WM-Prämien für die Einsätze mit der französischen Nationalmannschaft gemeinnützigen Zwecken zukommen lassen. Unter anderem der Organisation Premiers de Cordées, die sich um Sportmaßnahmen in Kinderkrankenhäusern und die Betreuung von Behinderten in Schulen und Gemeinden einsetzt.

20.000 Euro sollen die Spieler der Équipe Tricolore pro WM-Einsatz kassieren. Hinzu kämen Prämien bei Erreichen des Endspiels und bei Titelgewinn. Dem Bericht zufolge sei Mbappé der Meinung, dass man für Spiele mit der Nationalmannschaft nicht bezahlt werden sollte. Im Vergleich zu den üppigen Gehältern, die er im Klub kassiert, sind diese Summen natürlich ohnehin locker für ihn zu verschmerzen. Dennoch sendet er gleich aus mehrerlei Hinsicht ein bemerkenswertes Signal.

Dass sich der zweitjüngste bei der WM in Russland eingesetzte Spieler überhaupt über Themen wie Gemeinnützigkeit, soziales Engagement und Dankbarkeit Gedanken macht, ist ein Zeichen – gerade an junge Fans. Nicht nur Statussymbole und coole Instagram-Storys sind wichtig, sondern auch der Einsatz für weniger vom Glück beschenkte Menschen. Besonders hoch anzurechnen ist Mbappé die Aktion, da er sie bislang nicht zu persönlichen PR-Zwecken ausgeweidet hat. Auch das spricht für den jungen Franzosen.

Dass er damit längst nicht alleine steht in der Fußballbranche, zeigt nicht zuletzt die Initiative Common Goal. Passenderweise im selben Sommer, in dem Mbappé für eine dreistellige Millionensumme nach Paris wechselte, gab Juan Mata von Manchester United bekannt, zukünftig ein Prozent seines Gehalts an Common Goal abzugeben.

Seither schlossen sich über 40 Spieler und Trainer dem Projekt an, darunter Bundesliga-Profis wie Mats Hummels oder Shinji Kagawa. Ihr Geld wird genutzt, um soziale Projekte anzukurbeln. So wie es auch mit den WM-Prämien Mbappés geschehen soll.

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