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Rundfahrt zur schönen Aussicht [premium]

Schaufenster-Logo Schaufenster 22.06.2020

Touren. Kilometer, Höhenmeter, Zeit: Selten kommt's beim Radeln in Österreich bloß auf Leistung an. Fünf Routentipps aus der "Presse"-Redaktion führen durch Traumlandschaft.

© Bereitgestellt von Schaufenster

Der Radtourismus hat in den vergangenen Jahren (nicht nur) in Österreich stark zugelegt, das Wegenetz ist dichter, breiter geworden, Lücken wurden geschlossen, mancher Disput mit einem Grundbesitzer beigelegt. Gleichzeitig hat sich der Sport stark ausdifferenziert: Man fährt nicht bloß Rad, sondern ist ein Rennradler, Mountainbiker, Radwanderer, Downhiller etc. Überschneidungen gibt es freilich. Damit nicht genug: Durch die immer ausgereiftere Technik und bessere Versorgung mischen sich viele Freizeitsportler per E-Bike ins Getriebe. Dass manche auf den Bergen unterwegs sind, die sie sonst nur mit dem Lift bewältigen konnten, sehen manche Analogradler nicht so gern. Man muss aber dazusagen: Auch das flotteste E-Bike kommt nicht ganz ohne Treten aus.

Heuer, wenn viele beschließen, ihren Sommer in Österreich zu verbringen, könnte es dort und da enger werden auf den Rundkursen um die Gewässer, auf den Rennstrecken entlang der Flüsse oder von Alm zu Alm. Lässt sich mit Planung vermeiden: Vielleicht verschiebt man die Tour über die Panoramastraße auf wochentags, vielleicht ist ein trüber Tag rund um den See der bessere. Und: Muss man hin, wo alle hinwollen? Österreich ist groß genug für alle Radler. (mad)

Um den Bodensee: Wo man einfach „Hach!“ sagen muss

Bregenz/Lindau/Rorschach. Wenn Sie eine etwa einwöchige Radtour machen wollen, bei der Sie die meiste Zeit über den blauen Spiegel eines der schönsten Seen Europas blicken, auf die granitgrauen und tannengrünen Schweizer und Vorarlberger Berge, wo man durch weite Obstplantagen, Weinberge und Wiesen gleitet, sich fast nie anstrengen, aber dauernd „Hach!“ sagen muss, weil man angesichts des Idylls sonst explodiert – dann ist der Bodensee-Radweg genau richtig.

Er führt über etwa 260 Kilometer (einiges lässt sich durch Fähren abkürzen) durch eine Region, die angesichts der Anrainer Bayern, Baden-Württemberg, Schweiz und Vorarlberg eine feine Abfolge von Völkchen, Dialekten, Küchen und Kulturen ist; die Grenzen sind ab 15. Juni wieder ganz offen. Vom nahen Frankreich weht eine atmosphärische und lukullische Brise. Österreichs Uferanteil ist mit 28 km der kleinste, der Radweg von Gaißau im Westen bis Hörbranz im Osten etwas kürzer. Fährt man in Bregenz gegen den Uhrzeigersinn los, lockt gleich die sogenannte Pipelinezum Baden, auch mit Österreichs ältestem Militärbad, heute öffentlich zugänglich. Der Hafen der Inselstadt Lindau ist einer der schönsten Flecken unserer Galaxis, das deutsche Ufer voller Wirtshäuser und „Rädlelokale“ (Heurigen). Es riecht nach Erdbeeren. Konstanz und die Weinstadt Meersburg sind schön, aber oft überlaufen. Mieten Sie Boote, speisen Sie in Nonnenhorn in der „Kapelle“, sehen Zeppeline, Pfahlbauten, den Affenberg bei Salem, die Blumeninsel Mainau, die Schweizer Schokoladefabrik Gottlieber, das herrliche Rheinmündungsgebiet bei Gaißau. Und wieder Bregenz. „Hach!“ (wg)

Österreich–Ungarn: Eine Neusiedler See-Umrundung

Neusiedl. Rechtzeitig zu Junibeginn sind die Grenzen zu Ungarn wieder offen. Damit lässt sich auch der Neusiedler See wieder in seiner vollen Pracht umradeln. Das begeistert, und zwar nicht nur, weil die Strecke so wunderbar eben ist – bis auf kleine Hügel kurz vor Mörbisch –, sondern auch, weil die Landschaft so schön ist. Auf der einen Seite der (derzeit etwas trockene) See, auf der anderen Seite: Gräser und Steppenlandschaft und das Gefühl, wenn wir jetzt vom Weg abkommen und Stunden mit dem Rad den Osten erkunden, dann könnten wir das auch. Die Strecke ist für alle geeignet. Kinder, ungeübte Radler und Profis, die die rund 120 Kilometer wohl schneller bezwingen. Wer eine Abkürzung will: Es gibt Fahrradfähren, etwa von Illmitz nach Mörbisch. Für Anfänger, die sich mit einem flotten Stadtrad auf den Weg machen, lohnt es sich, die Strecke in Etappen einzuteilen und ein oder zwei Mal am Weg zu übernachten. Etwa in Ungarn. Zwar fährt man da meist gar nicht direkt am See entlang, trotzdem zählt die Landschaft zu den schönsten (und der Weg zu den schlechteren). Ansonsten hält man in Podersdorf auf einen Kaffee, springt ins Wasser in Mörbisch, isst und trinkt in Rust und belohnt sich am Ende mit einem Becher Eis in Neusiedl. Dann ist man furchtbar stolz auf sich. (win)

Im Strudengau: zu Burgen, Schluchten, Strudeln

Grein. Rechter Hand thront Schloss Wallsee über der Donau, linker Hand erhebt sich die Burg Clam – samt Klamschlucht Vorlage für Thomas Bernhards Stück „Elisabeth II.“ und schönste Kulisse des heimischen Pop-Sommers – wie eine Trutzburg über dem welligen Mühlviertel. Entspannt rollt es sich, entlang von Maisfeldern und dem trägen Strom, auf dem brettlebenen Donauradweg abwärts nach Grein, der Pforte zum einst wilden Strudengau und zur Stillensteinklamm.

Das Städtchen mit dem ältesten dauerhaft bespielten Theater Österreichs und dem Biedermeiercafé Blumensträußl ist das Schmuckstück des einst von Wirbeln und Strudeln geprägten Donauabschnitts. Unterhalb der Greinburg setzt ein Boot die Radfahrer von der oberösterreichischen auf die niederösterreichische Seite über, wo ein schattiger, romantischer Radweg nach Ybbs führt, vorbei an der Insel Wörth und unterhalb des Brandstetterkogels. Der Aufstieg über den Matrassteig lohnt sich wegen spektakulärer Ausblicke auf die Donau, und oben lockt der kauzige Wirt der Alpenvereinshütte mit Apfelstrudel und Heidelbeerkuchen – und mit einer Terrasse samt grandiosem Panorama hinüber aufs Mühlviertel. Radfahrerherz, was willst du mehr! (vier)

Abwechslungsreich im Bann des Schneebergs

Puchberg. Intuitiv kann man fast nur falsch fahren, nimmt man beim Bahnhof Puchberg die Schneeberg-Strecke in Angriff. Statt nämlich die gleiche Richtung wie die Zahnradbahn zu nehmen, muss man sich rechtwinklig davon nach Süden entfernen: Es beginnt eine der abwechslungsreichsten und landschaftlich schönsten Mountainbike-Runden Niederösterreichs (31 km, 900 hm), immer im Bann des nahen Schneebergmassivs.Sie können Ihre Muskeln im Flachen aufwärmen, bis Sie nach 4,4 Kilometern rechts Richtung Rohrbachgraben abbiegen. Ein erster langer Anstieg führt technisch einfach, aber konditionell fordernd nahe an die Bahnstrecke zurück. Spätestens jetzt mag man sich fragen, ob ein E-Mountainbike nicht doch die bessere Wahl gewesen wäre. Parallel zur Bahn kommen Sie bergab fast zum Startpunkt zurück, lang bevor Sie fertig sind. Flach und teils auf Asphalt fahren Sie dann Richtung Schneebergdörfl.

Nach Unternberg muss man schon recht gut trainiert sein, um nicht vollends ein E-Bike zu brauchen. Denn es geht lang und teils richtig steil bergauf bis zur Mamauwiese (957 Meter Seehöhe), wo eine Stärkung im Gasthaus guttut. Immerhin gilt es noch eine letzte Kuppe zu überwinden, bevor man nach Puchberg zurückrollt. (kom)

Bregenzerwald: Mit sanfter Motorhilfe durchs satte Idyll

Au. Das Schönste am E–Mountainbiken ist ja, dass man, während man sachte vom Motor angeschoben bergauf strampelt, nicht zu sehr aus der Puste kommt – und sich stattdessen von der Landschaft den Atem rauben lassen kann. Das „echte“ Biken ist vielleicht „ehrlicher“, das motorisierte bringt auch Ungeübte relativ entspannt durch diese rund 30 Kilometer lange, 900 Höhenmeter umfassende Rundtour um die Mittagsfluh im Bregenzerwald.Von Au aus geht es erst am Ufer der Bregenzer Ach entlang bis Schnepfau, ein erster Hügel führt nach Bizau, dann beginnt der richtige, nicht allzu steile Anstieg – erst auf einer asphaltierten, zum Glück kaum befahrenen Mautstraße durch den Wald ins malerische Bergdorf Schönenbach (wo man sich beim Jagdgasthaus Egender mit Käsknöpfle stärken kann), dann weiter auf einem steinigen Güterweg zum Stogger Sattel im Schatten des mächtigen Diedamskopf, wobei sich zwischendurch ein paar Abstecher zu entlegenen Alpen anbieten. Fast kitschig ist das Idyll hier, vor allem im Frühling, wenn die sattgrünen Almwiesen von Wildblumen getupft sind und die nahen Felsgipfel noch von Schneefeldern durchzogen. Sattel hinunter und holpernd hinab: Beim Runtersausen ins Tal reißt die schöne Sicht nicht ab. (kanu)

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