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Marisa Tomei: Das Leben verläuft nicht gerade

Schaufenster-Logo Schaufenster 27.07.2020 von Patrick Heidmann
© Bereitgestellt von Schaufenster

Marisa Tomei, Tochter italienischstämmiger Eltern, wurde am 4. Dezember 1964 in Brooklyn geboren und stand schon zu Schulzeiten auf der Theaterbühne. Später folgten Rollen in Seifenopern oder der Sitcom „College-Fieber“, bevor sie auch auf die Leinwand wechselte. Gleich zu Beginn ihrer Kinokarriere wurde sie für die Komödie „Mein Vetter Winnie“ mit dem Oscar ausgezeichnet, später folgten Filme wie „Chaplin“, „Was Frauen wollen“, „In the Bedroom“, „Die Wutprobe“ oder „The Wrestler“. Zuletzt war die New Yorkerin als Tante des jungen Superhelden in „Spider-Man: Homecoming“ und weiteren Marvel-Blockbustern zu sehen. Anlässlich ihrer Nebenrolle in Judd Apatows „The King of Staten Island“ hatten wir die Gelegenheit, mit Tomei via Zoom zu sprechen.

„The King of Staten Island“ basiert auf dem Leben des Komikers Pete Davidson. Was hat seine Mutter dazu gesagt, von einer Oscar-Gewinnerin verkörpert zu werden?

Marisa Tomei: Das habe ich sie nicht gefragt. Aber sie hat mir sozusagen ihren Segen gegeben und hatte nichts dagegen, dass ich sie spiele. Allerdings haben wir, als ich sie kennenlernen durfte, gar nicht über den Film gesprochen. Pete wollte, dass der Film eine Überraschung für sie wird, deswegen hat er das Drehbuch vor ihr geheim gehalten.

 

Was fiel Ihnen an dieser Frau besonders auf, als Sie ihr im realen Leben begegnet sind?

Ihre unermüdlich positive Art war besonders auffällig. Und ich wusste, zumindest, wenn ich dem Drehbuch trauen konnte, dass sie eine endlose Geduld haben musste. Beides Eigenschaften, von denen man selbst ja eigentlich immer noch ein bisschen mehr gebrauchen kann. Ich zumindest hätte mir vieles nicht gefallen lassen von den Nervereien, die ihre Kinder ihr beschert haben. Aber gerade deswegen war es ganz interessant, sich direkt mit ihr auszutauschen.

 

Im Film haben Sie einen Job, der derzeit als systemrelevant gilt und beklatscht wird, ohne dass er ausreichend gewürdigt wird.

Stimmt, genau wie in echt ist Petes Mutter auch im Film Krankenschwester. Wobei ich die Sache jetzt nicht zu hoch hängen will, schließlich sehen wir sie praktisch kaum bei der Arbeit, die also nicht Thema des Films ist. Für die Geschichte ist es nicht wirklich wichtig, dass sie in der Notaufnahme arbeitet. Sieht man einmal davon ab, dass wir so verstehen, wie stressresistent und adrenalinerprobt sie ist.

 

Staten Island ist unter den fünf Stadtbezirken von New York City quasi das Stiefkind. Haben Sie einen Bezug zu diesem Stadtteil?

Offen gestanden nicht wirklich. Ich bin in Brooklyn geboren und aufgewachsen, da verschlägt es einen eigentlich nie nach Staten Island. Auch nicht für die Pizza, die laut Pete da ja besonders gut sein soll. Aber da mein Bruder Pizzabäcker ist, bin ich da sowieso nicht unvoreingenommen.

In dem Film geht es auch darum, seinen Weg im Leben zu finden. Sie selbst wussten sehr früh, dass die Schauspielerei Ihre Leidenschaft ist, nicht wahr?

So früh auch wieder nicht. Ich war in meinen frühen Zwanzigern, als ich wirklich wusste, dass dies mein Weg ist. Aber in einer geraden Linie verläuft das Leben ja nie. Und auch ich habe das nicht so empfunden, selbst wenn ich dem Beruf bislang treu geblieben bin. Was nicht heißt, dass ich meine Wahl nicht immer wieder infrage stelle.

Was bedeutete es für Sie, sehr früh in Ihrer Karriere den Oscar gewonnen zu haben?

Ich musste sehr viel sehr schnell lernen. Denn „Mein Vetter Winnie“ war ja erst mein zweiter Kinofilm. Auf einiges war ich nicht vorbereitet, allem voran den Umgang mit der Presse. Mein Glück war, dass ich danach immer neue Möglichkeiten bekam und weiter arbeiten durfte. Von daher würde ich im Rückblick sagen: Es war ein großartiger Start für meine Karriere. Jetzt muss mir nur auch irgendwann noch ein großartiger Schluss gelingen. (lacht)

Erleben Sie den Mittelteil auch als großartig?

Nicht immer. Ehrlich gesagt bekomme ich in letzter Zeit häufig Rollen, die leider ziemlich langweilig sind. Ich lehne sie nicht immer ab, schließlich will ich ja arbeiten, aber es liegt dann oft einzig an mir, daraus irgendetwas Interessantes zu machen. Das empfinde ich als ziemlich limitierend, und wenn ich es mir genau überlege, wurde mir beim Film selten die Gelegenheit gegeben, wirklich die ganze Bandbreite meines Spiels zeigen zu können. Das durfte ich bislang eher am Theater.

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