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Honda Civic Type R: 329 PS und 275 km/h: Schnellster Fronttriebler der Welt

Blick-Logo Blick 05.12.2022 Raoul Schwinnen

Kaum ein Kompaktauto ist heisser, schärfer und wilder als der Honda Civic Type R. Das gilt auch für die eben vorgestellte neueste Generation – die letzte übrigens ohne Elektropower.

Schnellster Fronttriebler der Welt © manuelportugal.com Schnellster Fronttriebler der Welt

Enorm viel Power für verhältnismässig wenig Geld – das bot der Honda Civic Type R schon immer. Und das ändert sich auch bei der neuesten, sechsten Generation nicht. Oder fast nicht. Der Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner leistet neu 329 statt 320 PS und 420 statt 400 Nm Drehmoment. Damit schiesst der 1,5 Tonnen schwere Civic Type R in 5,4 Sekunden auf Tempo 100 und wird bis 275 km/h schnell. Damit sei er der schnellste Fronttriebler der Welt, behauptet Honda.

Enorm viel Power – das trifft auch wieder für die neueste Generation zu. Verhältnismässig wenig Geld müssen wir freilich etwas relativieren. Stattliche 57’990 Franken setzen nicht nur für die Civic-Baureihe neue Massstäbe, sondern dünken uns für eine reine Fahrspassmaschine eher am oberen Limit.

Doch was kriegt der geneigte Civic-Type-R-Spassfahrer für die 57’990 Franken geboten? Einen leicht grösser (4,59 m lang) und 100 Kilogramm schwerer gewordenen Sportler mit gewohnt wilder Optik – drei Auspuffrohren und viel Spoilerornat. Als Fahrer sitzt man im bequemen und prima Seitenhalt bietenden Sportsitz neu acht Millimeter tiefer, was das Sportwagen-Feeling zusätzlich erhöht. Die Fahrwerksaufhängung und der Sturz wurden modifiziert, die grösseren Brembo-Bremsen sollen noch stärker verzögern und vor allem besser abkühlen – und die Reifen sind trotz kleineren Felgen (19- statt 20-Zöller) breiter (265/30).

Wie eine Testosteron-Injektion

Wir fahren los – zwar auf der Rennstrecke, aber im komfortabelsten Modus, um uns erst etwas ans Fahrzeug zu gewöhnen. Geschaltet wird das Sechsgang-Getriebe manuell. «Es gab zu keinem Zeitpunkt eine Diskussion über ein automatisiertes Getriebe für den Type R – weder in dieser noch in den vorherigen Generationen», verrät Chefentwickler Ko Yamamoto. Bald schalten wir in den Sportmodus. Das wirkt wie eine Testosteron-Injektion. Der Motor röhrt jetzt heiser, die Drehzahlen steigen – 3500, 5500, die ersten gelben Lichter über dem Drehzahlmesser blinken. Doch er will mehr. Bei 6500 Umdrehungen werden die Warnleuchten rot und die Vorderräder scheinen nach Haftung zu scharren.

Doch es geht noch wilder – im Fahrmodus +R. Jede noch so feine Berührung am Gaspedal wird dort in Vorwärtsschub umgewandelt. Der Sound wird noch lauter, die Fahrwerksabstimmung noch härter. Erstaunlich: Selbst ohne Sperrdifferential ist die Traktionskontrolle in der Lage, unser Fahrzeug trotz zu schnell angefahrener Kurve mit Abbremsen des kurveninneren Rads sicher durch die Links-Rechts-Kombination zu zirkeln. Schnell verfallen wir der Faszination dieses Sportgeräts und wünschen uns, noch viel mehr als der fünf flotten Runden auf der Rennstrecke absolvieren zu dürfen.

Womit wir wieder beim eingangs erwähnten «verhältnismässigen Preis» wären. Selbstverständlich sind 57’990 Franken viel Geld – besonders für einen Honda Civic. Allerdings bot uns der neue Type R auf der Rennstrecke derart viel Fahrspass, wie wir ihn sonst nur mit deutlich teureren Super-Rennboliden erleben.

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