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US-Börsen entziehen sich dem weltweiten Negativtrend – und weitere Wirtschaftsmeldungen

Neue Zürcher Zeitung-Logo Neue Zürcher Zeitung 11.03.2020

US-Börsen entziehen sich dem weltweiten Negativtrend

An der New Yorker Börse stabilisierten sich die Kurse am Dienstag wieder. Andrew Kelly / Reuters © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung An der New Yorker Börse stabilisierten sich die Kurse am Dienstag wieder. Andrew Kelly / Reuters

(sda/afp) Nach dem drastischen Kurseinbruch zum Wochenbeginn hat sich der Abwärtstrend an den europäischen Börsen fortgesetzt. An der New Yorker Wall Street stabilisierten sich die Kurse dagegen.

Nach dem schwarzen Montag waren an den europäischen Börsen am Dienstag zunächst Zeichen der Entspannung sichtbar: Der deutsche Aktienindex Dax legte zwischenzeitlich um mehr als drei Prozent zu, auch in Paris und London wurden Kursgewinne verbucht. Im Tagesverlauf rutschten die Börsenbarometer aber wieder ins Minus.

Der Dax schloss um 1,4 Prozent tiefer als am Vortag. Der Pariser Index CAC der 40 grössten Unternehmen gab um 1,5 Prozent nach. In Mailand betrug das Minus zum Börsenschluss 3,3 Prozent. In London stabilisierte sich derweil der Index FTSE-100. Die Verluste lagen bei Handelsschluss bei weniger als 0,1 Prozent. Und die Schweizer Börse bzw. der SMI schloss nach einem ermutigenden Start mit einem hauchdünnen Minus von 0,01 Prozent bei 9196 Punkten.

An der New Yorker Wall Street, die am Montag ihren schlimmsten Handelstag seit der Finanzkrise von 2008 erlebt hatte, ging es am Dienstag aber wieder bergauf. Der US-Leitindex Dow Jones und der Index S&P 500 legten jeweils um rund 4,9 Prozent zu.

J.P. Morgan streicht in der Schweiz bis zu 140 Stellen

J.P. Morgan verlagert Stellen von der Schweiz an andere Standorte im Ausland. Dylan Martinez / Reuters © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung J.P. Morgan verlagert Stellen von der Schweiz an andere Standorte im Ausland. Dylan Martinez / Reuters

(awp/sda) Die Schweizer Tochter der amerikanischen Grossbank J.P. Morgan plant die Entlassung von Dutzenden von Mitarbeitern in der Schweiz. Die Vorbereitungen liefen schon länger, schrieb das Finanznewsportal «Finews». Es sei vorgesehen, bis zu 140 Arbeitsplätze von der Schweiz an andere Standorte im Ausland zu verlagern, bestätigte ein Unternehmenssprecher am Dienstag auf Anfrage von AWP. Bis zu 140 Stellen könnten bei J.P. Morgan Schweiz verschoben werden oder wegfallen, hatte zuvor «Finews» unter Berufung auf mehrere, voneinander unabhängige Quellen berichtet.

Es werde nicht mit 140 Entlassungen gerechnet, sagte der Sprecher weiter. Neben den Verlagerungen werde es auch Stellenabbau durch natürliche Fluktuation sowie Pensionierungen geben. Aktuell werde über einen Sozialplan verhandelt. Die Anpassungen betreffe zudem nur das Private-Banking-Geschäft in der Schweiz, und das Land bleibe ein wichtiger Wachstumsmarkt.

Betroffen ist laut dem Bericht von «Finews» vor allem der Standort Genf, wo die meisten Angestellten sitzen. In der Schweiz insgesamt arbeiten rund 1000 Mitarbeiter. Auch in Zürich könnte eine Handvoll Jobs auf der Kippe stehen. Den Quellen zufolge treffe es vor allem das Backoffice, so die Bereiche IT, Operations und Corporate Service, schrieb «Finews».

VP Bank verdient deutlich besser

ti.

Die Liechtensteiner Bank hat den Gewinn deutlich ausgeweitet und neue Gelder angezogen. Thomas Meier löst Fredy Vogt an der Spitze des Verwaltungsrats ab.

Die Liechtensteiner VP-Bank-Gruppe hat im vergangenen Geschäftsjahr den Gewinn um gut einen Drittel auf 73,5 Mio. Fr. ausgeweitet. Grund dafür ist eine stark überproportionale Expansion der Erträge (+12,7%) gegenüber den Kosten (+5,4%). Den Aktionären soll trotz dem besseren Ergebnis eine unveränderte Dividende von Fr. 5.50 je Namenaktie A und Fr. 0.55 je Namenaktie B ausbezahlt werden. Zudem sollen bis April 2025 Namenaktien im Ausmass von maximal 10% des Aktienkapitals zurückgekauft werden. Die betreuten Vermögen stiegen deutlich um 6,1 Mrd. Fr. auf 47,6 Mrd. Fr. Zum Wachstum trugen Nettoneugeldzuflüssevon 2,3 Mrd. Fr. bei, der Rest ging auf marktbedingte Höherbewertungen (2,9 Mrd. Fr.) und Akquisitionen (1 Mrd. Fr.) zurück. Im Anschluss an die nächste Generalversammlung im April soll Thomas Meier den seit 2012 amtierenden Fredy Vogt an der Spitze des Verwaltungsrats ablösen. Meier wird es, zusammen mit dem seit Oktober amtierenden operativen Chef Paul Arni zukommen, die Bank strategisch und operativ weiterzuentwickeln.

Sensirion hält den Kurs

gvm.

Trotz rückläufiger Rentabilität will der Stäfner SensorenherstellerSensirion weiterhin fast einen Viertel des Umsatzes in die Forschung und Entwicklung investieren. Für 2020 ist eine Ertragsverbesserung budgetiert.

Die nachlassende Nachfrage «in allen Märkten» hat den Hersteller von digitalen Mikrosensoren, Sensirion, nicht kopfscheu gemacht. Mit einem Anteil von 24% des Umsatzes seien die Ausgaben für Forschung und Entwicklung bewusst hoch gehalten worden, heisst es in einer Mitteilung. Die um Sonderfaktoren (6,5 Mio. Fr. für Mitarbeiteraktien) bereinigte operative Gewinnmarge auf Stufe Ebitda sank 2019 von 15,9 auf 12%. Unter dem Strich mussten beim Betriebs- (–2 Mio. Fr.) und Nettoergebnis (–2,7 Mio. Fr.) rote Zahlen ausgewiesen werden. Für das laufende Jahr rechnet das Stäfner Unternehmen mit einer Ebitda-Marge von 14 bis 16% sowie einem Umsatzwachstum von 4 bis 10% (2019: –2,2%). Mittelfristig will der Hersteller von Umwelt- und Durchflusssensoren (u. a. Feuchte, Temperatur, CO2, Feinstaub, Gas) weiterhin um 10 bis 15% p. a. wachsen.

Air Zermatt und Air-Glaciers spannen zusammen

(sda) Air Zermatt und Air-Glaciers gehen in Zukunft gemeinsame Wege. Die beiden Walliser Flugunternehmen haben beschlossen, künftig eng zusammenzuarbeiten. Am Montag informierten die Unternehmen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Beide Unternehmen behalten einen eigenen Verwaltungsrat und ihre eigenen Chefs. Der Himmel über dem Wallis wird damit weiterhin von den beiden Marken beflogen. Ziel sei es, die beiden privaten Flugunternehmen auf dem umkämpften Markt zu stärken und den Walliser Standort auch für die Zukunft zu wappnen, teilten die beiden Walliser Flugunternehmen am Montagabend mit.

Die beiden Unternehmen werden auch weiterhin in Konkurrenz stehen, aber Synergien nutzen. Laut einem Communiqué der Air Zermatt sollen weitere Details am 4. April bekannt werden. An diesem Datum ist die Generalversammlung der Air-Glaciers, an der das Projekt den Aktionären vorgelegt wird.

Über einen möglichen Zusammenschluss hatte zuvor bereits die Zeitung «Walliser Bote» berichtet. Der Mitgründer und Chef von Air-Glaciers, Bruno Bagnoud, bestätigte dem Blatt in der Montagsausgabe, dass sein Unternehmen in Verhandlungen mit Air Zermatt stehe. Bagnoud zieht sich als Verwaltungsratspräsident und Direktor zurück, bleibt dem Unternehmen aber als Ehrenpräsident erhalten. In den nächsten Monaten will er den Transaktionsprozess begleiten.

Zwischen den beiden Firmen gebe es viele Gemeinsamkeiten, sagte Bagnoud gegenüber der Zeitung. Beide engagierten sich im Rettungswesen und böten Transport- sowie Touristenflüge zum Beispiel für Heliskiing an. Auch funktionierten beide nach privaten, betriebswirtschaftlichen Kriterien.

Beide Unternehmen wurden in den Sechzigerjahren gegründet. Seither haben unzählige Bergrettungen die Firmen weltweit bekannt gemacht. Beim Start der Air-Glaciers war neben dem mittlerweile 85-jährigen Bagnoud der legendäre Gletscherpilot Hermann Geiger massgeblich beteiligt.

Nach Bagnouds Angaben beschäftigt sein Unternehmen heute 160 Mitarbeiter, mit je einer Basis in Sitten VS, Lauterbrunnen BE, Gstaad-Saanenland BE, Gampel VS, Collombey VS, La-Chaux-de Fonds NE und Leysin VD. Die Gesellschaft verfügt laut ihrer Internetseite über 15 Helikopter und mehrere Flugzeuge.

Bei der Air Zermatt mit Basen in Zermatt, Gampel und Raron sowie einem Büro am Flughafen Sitten arbeiten rund 75 Personen. Die Firma besitzt zehn Helikopter.

Erdölpreis legt im frühen Handel in Asien deutlich zu

(Agenturen) Nach dem Absturz zu Wochenbeginn hat der Erdölpreis am Dienstag im Handel in Asien wieder zugelegt. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg um 6,6% auf 36 $. Der Barrel-Preis für die Sorte WTI legte um 6,1% auf mehr als 33 $ zu. Am Montag war der Erdölpreis zeitweise um rund 30% abgesackt. Das war der grösste Absturz seit dem Golfkrieg 1991.

Neben den Sorgen wegen des Coronavirus trug der Einbruch des Erdölpreises zu einer weltweiten dramatischen Talfahrt der Börsen bei. Grund für die rasante Talfahrt des Ölpreises am Montag war der Streit zwischen den grossen Erdölproduzenten Saudiarabien und Russland. Riad will die Fördermenge reduzieren, um den Preis zu stabilisieren. Moskau lehnt dies aber ab.

Asiens Leitbörse in Tokio verlor am Dienstag in Folge der massiven Kursverluste in New York weiter an Boden. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte sackte anfangs um mehr als 660 Punkte ab. Er konnte dann jedoch wieder aufholen. Gut eine Stunde nach Handelsbeginn notierte das Börsenbarometer einen Abschlag von noch 282,15 Punkten oder 1,4% bei 19 416,61 Zählern.

Rieter profitiert von Grundstückverkauf

Der Winterthurer Rieter-Konzern hat den Gewinn 2019 dank einem Grundstücksverkauf um fast zwei Drittel auf 52,4 Mio. Fr. gesteigert. Der Textilmaschinenhersteller rechnet für das erste Halbjahr 2020 weiterhin mit einem Umsatz und einem Ergebnis deutlich unter der Vorjahresperiode. Die positive Marktdynamik des vierten Quartals 2019 hat sich in den ersten beiden Monaten 2020 fortgesetzt, so dass Umsatz und operatives Ergebnis im zweiten Halbjahr 2020 über dem Niveau der Vorjahresperiode erwartet würden.

Galenica steigert den Betriebsgewinn und bezahlt mehr Dividende

(awp/sda) Der Apotheken- und Gesundheitskonzern Galenica hat im vergangenen Jahr das betriebliche Ergebnis gesteigert und um Sonderfaktoren bereinigt einen höheren Gewinn erzielt. Die Aktionäre kommen wiederum in den Genuss einer höheren Dividende.

Das bereinigte operative Ergebnis stieg konkret um 8,3% auf 166,9 Mio. Fr., wie die Gruppe am Dienstag mitteilte. Beeinflusst wurde das Ergebnis durch Anpassungen in der Rechnungslegung (IFRS 16, IAS 19).

Unter dem Strich nahm der vergleichbare Gewinn um 7,7% auf 134,2 Mio. Fr. zu. Der ausgewiesene Gewinn bildete sich hingegen um 15% zurück. Im Jahr 2018 wurde die Rechnung im Zuge der Unternehmenssteuerreform mit gut 56 Mio. begünstigt.

An die Aktionäre will Galenica nun mehr Geld ausschütten als im letzten Jahr. Geplant ist die Zahlung einer um 10 Rappen auf 1,80 Fr. je Anteilschein erhöhten Dividende. Analytiker hatten mit einer etwas tieferen Zahlung gerechnet.

Ansonsten lagen die vorgelegten Zahlen in etwa in den Erwartungen. Im Durchschnitt (AWP-Konsens) gingen Analysten von einem bereinigten Betriebsergebnis in Höhe von 167,3 Mio. Fr. und einem bereinigten Reingewinn von 135,1 Mio. aus.

Den Umsatz hatte Galenica bereits im Januar veröffentlicht: Er stieg netto um 4,3% auf 3,30 Mrd. Fr.. Zulegen konnte die Gruppe etwa mit dem Verkauf bekannter Markenprodukte oder auch dank dem Ausbau des Apothekennetzes. Negativ beeinflusst wurden die Verkäufe durch die vom Bund verfügten Senkungen der Medikamentenpreise.

Im Ausblick auf das laufende Jahr rechnet Galenica mit weiterem Wachstum im Bereich von 1 bis 3%. Der Betriebsgewinn soll sich bereinigt zwischen 3 bis 6% verbessern. Und betreffend Dividende will die Gruppe weiterhin mindestens so viel wie in diesem Jahr ausbezahlen.

Am 1. April kommt es zudem - wie bereits angekündigt - an der Spitze der Galenica-Geschäftsleitung zu einem Wechsel: Marc Werner wird neu die Geschicke des Konzerns mit Sitz in Bern lenken. Er tritt die Nachfolge von CEO Jean-Claude Clémençon an, der in den frühzeitigen Ruhestand geht. Ausserdem soll an der Generalversammlung im Mai die ehemalige SP-Ständerätin Pascale Bruderer in den Verwaltungsrat gewählt werden. Das hatte Galenica bereits im Januar gemeldet.

TX Group (Tamedia) verliert markant an Ertragskraft

(awp/sda) Die TX Group ist 2019 dank Übernahmen gewachsen. Operativ machte der Gruppe indes der anhaltende Rückgang im Printbereich weiter stark zu schaffen. Und auch bei den Marktplätzen hat die Dynamik deutlich nachgelassen.

Der Umsatz der seit Anfang Jahr neu unter dem Namen TX Group firmierenden vormaligen Tamedia nahm im vergangenen Jahr um 6,8% auf 1,08 Mrd. Fr. zu. Getrieben wurde das Wachstum dabei vor allem durch die übernommenen Unternehmen Goldbach, Zattoo sowie Basler Zeitung. Organisch resultierte dagegen ein Umsatzrückgang von 5%.

Der Betriebsgewinn auf Stufe Ebit ging um 46,5% auf 70,4 Mio. zurück. Neben dem schwierigen Umfeld für Pressewerbung wird der Rückgang vor allem mit erhöhten Abschreibungen als Folge der Übernahmen, mit Investitionen in die Digitalplattformen und Bezahlmedien sowie mit Wertminderungen auf Goodwill begründet. Die Marge verminderte sich damit weiter auf 6,5% von 13,0% im Vorjahr und liegt deutlich unter der mittelfristigen Zielsetzung des Managements von 15%.

Der Gewinn schliesslich ging deutlich unterproportional um 24,5% auf 97,8 Mio. zurück. Darin enthalten sind indes ausserordentliche Gewinne aus den Verkäufen von Localsearch (18,7 Mio.) sowie Starticket (7,2 Mio.).

Die Aktionäre sollen eine um einen Fr. verminderte Dividende von 3,50 Fr. erhalten.

Das Management zeigt sich mit der Leistung der Gruppe im abgelaufenen Jahr nicht zufrieden: «Das Ergebnis des Geschäftsjahrs 2019 erfüllt unsere Ambitionen nicht», schreibt Verwaltungsratspräsident Pietro Supino im Geschäftsbericht. Bereits bestehende Tendenzen im Werbemarkt hin zu Google, Amazon, Facebook und Apple hätten sich beschleunigt. Neue internationale Konkurrenten fänden ihren Weg in den Schweizer Markt und die Weiterentwicklung technischer Möglichkeiten erhöhe das Risiko von Disruptionen, ergänzt CEO Christoph Tonini in dem Communiqué.

Keine Besserung bei den Bezahlmedien

Weiter stark unter Druck blieben 2019 die Bezahlmedien. Als Folge der erneut stark rückläufigen Werbeerlöse in den gedruckten Zeitungs- und Zeitschriftenangeboten verminderte sich der Umsatz abermals um 3,9% auf 512,9 Mio.. Der Betriebsgewinn auf Stufe Ebitda verminderte sich um 11,8% auf 43,9 Mio., was einer Marge von 8,0% entspricht.

Im Geschäftsfeld Pendlermedien und Vermarktung nahmen die Erlöse vor allem dank der ganzjährigen Konsolidierung von Goldbach um 24,4% auf 293,7 Mio. zu. Die operative Marge auf Stufe Ebitda konnte mit 24,6% gehalten werden.

Ausbau der Marktplätze kostet

Im Bereich der Marktplätze und Beteiligungen belasteten die forcierten Investitionen in die Weiterentwicklung der Marktplätze. Die Ebitda-Marge verringerte sich so auf 29,2% von 41,4% im Vorjahr. Umsatzmässig legte das Geschäftsfeld nicht zuletzt auch dank der neu konsolidierten TV-Streaming Plattform Zattoo um 13,4% auf 272,9 Mio. zu.

Insgesamt steuern alle digitalen Angebote der Gruppe zusammengenommen mittlerweile 51% zum Umsatz und 84% zum adjustierten Ebit der TX Group bei.

Im laufenden Jahr 2020 stehen für die Gruppe die Kosten im Vordergrund. TX Group überprüfe dabei die Serviceangebote der zentralen Dienstleistungen. Die einzelnen Gruppenunternehmen würden darüber hinaus eigene Effizienzprogramme prüfen, schreibt die Gruppe in der Präsentation zum Jahresabschluss

Geberit steigert 2019 Gewinn und zahlt erneut mehr Dividende

(awp/sda) Der Sanitärtechnikkonzern Geberit hat im Geschäftsjahr 2019 mehr Gewinn erzielt als im Vorjahr. Die Dividende wird denn auch erneut angehoben, wie immer in den vergangenen Jahren.

Der operative Gewinn (Ebitda) legte um 4,2% auf 904 Mio. Fr. zu, womit das Rekordergebnis vom Vorjahr noch einmal übertroffen wurde, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Positiv auf den Gewinn ausgewirkt haben sich demnach tiefere Rohmaterialpreise, der höhere Umsatz, ein verbesserter Produktmix, Preiserhöhungen sowie Effizienzsteigerungen und die Kostendisziplin. Auch eine Änderung im IRechnungslegungsstandard hat den operativen Gewinn gestützt. Belastend waren dagegen die tarifbedingt stark gestiegenen Personalkosten und Einmalkosten im Zusammenhang mit der Markenharmonisierung.

Der Reingewinn erhöhte sich gleichzeitig um 3,3% auf 647 Mio. Fr.. Die Dividende soll in der Folge um 50 Rappen auf 11,30 Fr. erhöht werden. Das wäre seit 2011 die neunte Dividendenerhöhung in Folge.

Bereits seit Januar bekannt ist der Umsatz von Geberit: In Fr. nahm er um 0,1% auf 3,08 Mrd. minim zu. Das in praktisch allen Ländern und Regionen erarbeitete organische Wachstum wurde dabei von negativen Währungseffekten in der Höhe von 102 Mio. mehr oder weniger aufgehoben.

Im Ausblick auf das Geschäftsjahr 2019 zeigt sich Geberit zurückhaltend. In Europa sei mit einem insgesamt weiterhin positiven, aber uneinheitlichen Marktumfeld zu rechnen, hiess es. Entsprechend den seit 2013 erstmals wieder rückläufigen Baugenehmigungen im Wohnungsbau, dürfte sich das Wachstum in einigen Märkten aber verlangsamen.

Flughafen Zürich steigert 2019 Umsatz und Gewinn

(awp/sda) Der Flughafen Zürich hat im vergangenen Geschäftsjahr vom rekordhohen Passagieraufkommen profitiert und Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert. Der Ausblick auf den weiteren Geschäftsverlauf ist wegen der Ausbreitung des Coronavirus aber eingetrübt.

Der Umsatz des Zürcher Flughafens stieg im vergangenen Jahr um 5,0% auf 1,21 Mrd. Fr., wie der Flughafenbetreiber am Dienstag mitteilte. Eine deutliche Zunahme um 10,6% auf 549 Mio. Fr. verzeichnete dabei das Nichtfluggeschäft, das neben den Kommerzerträgen auch das internationale Geschäft umfasst. Im Fluggeschäft erhöhte sich der Umsatz um 0,7% auf 662 Millionen.

Der operative Gewinn auf Stufe Ebitda nahm unter Ausklammerung der Lärmschutzeffekte um 2,1% auf 642 Mio. zu. Unter dem Strich resultierte ein um 9,0% höherer Reingewinn von 309 Mio.

Den Aktionären wird neben einer um 20 Rappen erhöhten ordentlichen Dividende von 3,90 Fr. je Aktie wiederum eine Zusatzdividende von 3,20 Fr. vorgeschlagen. Insgesamt erhalten die Aktionäre somit 7,10 Fr. je Titel, nach 6,90 Fr. im Vorjahr.

Ertragseinbussen erwartet

Bereits im Januar hatte der Flughafen seine Passagierzahlen für 2019 bekannt gegeben. Das Jahr wurde mit einem neuen Rekord von 31,5 Mio. Passagieren abgeschlossen, was gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung von 1,3% entspricht.

Für das Gesamtjahr 2020 macht der Flughafen Zürich mit Blick auf die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Coronavirus keine Angaben zum erwarteten Geschäftsverlauf. Der sich ausbreitende Virus werde einen negativen Einfluss auf die Ertragslage der Flughafen Zürich AG haben, heisst es. Im Moment sei es unmöglich, die finanziellen Auswirkungen abzuschätzen. Die meisten kommerziellen Aktivitäten seien jedoch durch garantierte Minimalbeträge adäquat abgesichert. Auch würden laufend Massnahmen auf der Kostenseite geprüft und die Liquiditätssituation bleibe «komfortabel».

Die Investitionssumme für das laufende Jahr beziffert der Flughafen auf rund 350 Mio. Fr., wobei 120 Mio. auf das Grossprojekt «The Circle» entfallen sollen.

Aryzta schrumpft weiter

(awp/sda) Der Backwarenkonzern Aryzta ist in der ersten Hälfte seines Geschäftsjahres 2019/20 geschrumpft. Grund dafür waren weitere Umsatzeinbussen in Nordamerika. Auch der Betriebsgewinn in der Region brach ein. In der zweiten Jahreshälfte soll es jedoch wieder besser laufen.

Von August bis Januar setzte Aryzta, zudem auch der Tiefkühlgipfelihersteller Hiestand gehört, insgesamt 1,66 Mrd. € um. Das sind 3,2% weniger als im Vorjahreshalbjahr. Organisch - also Wechselkursveränderungen und Zu- sowie Verkäufe herausgerechnet - betrug das Minus 2,5%, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Nach einem Rückgang von 2,5% im ersten Quartal ging es im zweiten Quartal in einem ähnlichen Tempo, genau gesagt um minus 2,6%, abwärts. Insbesondere in Nordamerika wurde dabei nochmals ein Umsatzrückgang verbucht. Die Region werde aber fortlaufend verbesserte Umsätze liefern, schrieb Aryzta.

Trotz dem rückläufigen Umsatz konnte Aryzta den bereinigten Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) steigern. Er legte um 12% auf 169,8 Mio. € zu.

Unter dem Strich blieb ein bereinigter Gewinn von 34,4 Mio. Fr.. Nach IFRS wies Aryzta allerdings einen Verlust von 899,2 Mio. € aus - nach 4,3 Mio. € in der Vorjahresperiode. Das Unternehmen hat den Verlust wegen Abschreibungen auf verkaufte oder zum Verkauf stehende Geschäftseinheiten sowie Goodwill in Nordamerika ausgeweitet.

USA stimmen Infineons milliardenschwerer Übernahme von Cypress Semi zu

(Reuters) Die amerikanische Genehmigungsbehörde CFIUS hat die Übernahme von Cypress Semiconductor durch Infineon genehmigt. Das Komitee für Ausländische Investitionen in den USA (CFIUS) habe keine Bedenken bezüglich der nationalen Sicherheit, teilte das amerikanische Unternehmen am Montag (Ortszeit) mit.

Infineon bestätigte zudem die Genehmigung. Die Finanzagentur Bloomberg hatte am Donnerstag unter Berufung auf Insider berichtet, CFIUS werde wegen entsprechender Bedenken des amerikanischen Präsidenten Donald Trump empfehlen, den Plan des deutschen Chipherstellers abzulehnen. Die Cypress-Aktie stieg am Montag im nachbörslichen Handel um etwa 45%.

Der amerikanische Konzern stellt unter anderem Halbleiter für selbstfahrende Autos her. Infineon will mit dem Zukauf in die Riege der zehn weltgrössten Chiphersteller aufsteigen. Nach der Ankündigung des geplanten Geschäfts mit einem Volumen von etwa 9 Mrd. € Euro im Sommer hatte Infineon erklärt, man rechne nicht mit Widerstand der Behörden.

Mehr Kurzarbeit in der Schweiz

Auch das Gastgewerbe setzt auf Kurzarbeit. Christian Beutler / Keystone © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Auch das Gastgewerbe setzt auf Kurzarbeit. Christian Beutler / Keystone

(sda/awp) Der Schweizer Arbeitsmarkt leidet zunehmend unter dem Coronavirus. In der ersten Woche des Monats März sind die genehmigten Voranmeldungen für Kurzarbeit sprunghaft angestiegen. Diese Woche soll der Bundesrat über Vereinfachungen dieses Instruments entscheiden. Im Februar hätten 18 Betriebe mit 498 Mitarbeitern die Genehmigung für Kurzarbeit wegen «behördlich angeordneter Massnahmen» im Zusammenhang mit dem Coronavirus erhalten, sagte Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), am Montag an einer Telefonkonferenz. Die Arbeitslosenquote bildete sich derweil im Februar auf 2,5 von 2,6% im Januar zurück, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Montag mitteilte. Um saisonale Faktoren bereinigt verharrte die Quote bei 2,3%.

Räte uneinig in Sachen Konzernverantwortung

(sda) Der Ständerat und der Nationalrat sind sich weiterhin nicht einig, wie weit der indirekte Gegenvorschlag zur Konzernverantwortungsinitiative gehen soll. Der Ständerat hat mit 25 zu 16 Stimmen an seinem Konzept ohne zusätzliche Haftungsregeln festgehalten. Er hat am Montagnachmittag erneut über die Frage diskutiert, wie weit Konzerne mit Sitz in der Schweiz für ihnen angelastete Menschenrechtsverletzungen und Umweltsünden zur Verantwortung gezogen werden können. Der Nationalrat bestand bisher darauf, dass Konzerne für von ihren Tochtergesellschaften im Ausland verursachte Schäden im Ausland zur Rechenschaft gezogen werden können. Er will das Obligationenrecht entsprechend ergänzen und ist nun wieder am Zug.

Aon will Willis Towers Watson übernehmen

nz. Der Versicherungsbroker Aon bietet den Aktionären des Unternehmens Willis Towers Watson im Rahmen einer geplanten Übernahme 1,08 eigene Aktien zum Tausch an. Das entspricht nach Aon-Angaben einem Aufpreis von 16,2% gegenüber dem letztbezahlten Kurs der Willis-Towers-Watson-Papiere am vergangenen Freitag. Die Aon-Aktionäre würden am neuen Unternehmen 63% und die Eigentümer der Zielgesellschaft die restlichen 37% halten.

Der Abschluss der Transaktion im Wert von annähernd 30 Mrd. $ wird in der ersten Hälfte des kommenden Jahres erwartet. Angestrebt werden Synergien, die drei Jahre nach der Integration 800 Mio. $ erreichen sollten. Gemeinsam generieren die Versicherungsbroker, die rund 95 000 Mitarbeiter beschäftigen, einen Jahresumsatz von 20 Mrd. $; der Pro-forma-Gewinn wird mit 3,6 Mrd. $ angegeben. Sowohl Aon als auch Willis Towers Watson sind in der Schweiz präsent, wobei vor allem Brokerdienste und Vorsorgeberatung angeboten werden. Aon-Chef Greg Case soll das neue Unternehmen führen, und John Haley, der bisherige Konzernchef von Willis Towers Watson, soll Verwaltungsratspräsidenten werden.

Angestellte von Tornos leisten in Moutier Kurzarbeit

df.

Dem Werkzeugmaschinenhersteller Tornos fehlt es an Neuaufträgen. Im vergangenen Jahr brach der Bestellungseingang der Firma um 45% auf 136 Mio. Fr. ein. Dank einem noch guten Auftragseingang aus dem Vorjahr beschränkte sich der Umsatzrückgang auf 4%. Der Konzernerlös erreichte damit noch 205 Mio. Fr.

Wegen der ungenügenden Auslastung der Produktionsstätten sank die Umsatzrendite auf Stufe Betriebsergebnis (Ebit) von 7,2 auf 3,1%. Der Reingewinn brach von 15 Mio. auf 6 Mio. Fr. ein. Die Aktionäre sollen laut dem Antrag an die Generalversammlung auf eine Dividende verzichten. Tornos hatte erst 2018 nach einer langen Durststrecke wieder damit begonnen, einen Teil des Gewinns auszuschütten. Für das laufende Jahr sieht sich das Management ausserstande, Aussagen zum erwarteten Geschäftsgang zu machen. Aufgrund der schwachen Auftragslage hat die Firma in Moutier auf Anfang März bei den Behörden Kurzarbeit beantragt.

Sipri: USA und Frankreich legen bei Rüstungsexporten kräftig zu

(dpa) Die USA bleiben der mit Abstand grösste Waffenexporteur. Mehr als ein Drittel aller Rüstungslieferungen (36 Prozent) weltweit gingen in den vergangenen fünf Jahren auf das Konto der Vereinigten Staaten, wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri in einem am Montag veröffentlichten Bericht mitteilte. Grösster Rüstungsimporteur ist Saudi-Arabien, gefolgt von Indien, Ägypten, Australien und China.

Die USA haben ihre Waffenausfuhren dank Grossabnehmern im Nahen Osten und einer hohen Nachfrage nach fortschrittlichen US-Militärflugzeugen in anderen Weltregionen im Vergleich zur vorherigen Fünfjahresperiode um 23 Prozent gesteigert, wie die Friedensforscher weiter erklärten.

Weltweit nahm das Volumen der In- und Exporte von Rüstungsgütern in den Jahren 2015 bis 2019 im Vergleich zu den vorherigen fünf Jahren um 5,5 Prozent zu.

Deutschland landete mit einem Zuwachs um 17 Prozent hinter Russland und Frankreich, das eine immense Zunahme um 72 Prozent verzeichnete, sowie vor China auf Rang vier der grössten Waffenexporteure der Welt.

Sipri geht es in seinen Berichten um langfristige internationale Trends, weshalb das Institut Fünfjahreszeiträume statt einzelne Jahre miteinander vergleicht. Die Werte der Friedensforscher bemessen sich nach dem Volumen, nicht dem finanziellen Wert von Waffen-Deals. Kleinwaffen werden dabei nicht mit eingerechnet.

Saudiarabien senkt nach Scheitern der Förderbremse Öl-Preise

Öltanks von Saudi Aramco ; in Abqaiq, Saudi Arabien. Maxim Shemetov / Reuters © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Öltanks von Saudi Aramco ; in Abqaiq, Saudi Arabien. Maxim Shemetov / Reuters

(reu) Saudiarabien hat nach dem Scheitern der Gespräche zwischen der Opec und Russland über eine gemeinsame Förderbremse seine Ölpreise für April gesenkt. Der staatliche Öl-Konzern Saudi Aramco gab am Samstagabend bekannt, den offiziellen Verkaufspreis (OSP) für alle Sorten und alle Abnehmer zusammenzustreichen. So werde der OSP für Lieferungen nach Nordwest-Europa um acht Dollar je Barrel gesenkt, hiess es.

Am Freitag war nach drei Jahren eine Absprache zwischen Russland und der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) zu Fördermengen im Streit aufgekündigt worden. Russland lehnte eine Drosselung der Produktion wegen der Coronavirus-Epidemie ab. Daraufhin war der Öl-Preis an den Märkten gefallen.

Umsatzeinbruch bei Reiseunternehmen durch Coronavirus

(dpa) Das Coronavirus sorgt nach Angaben des Reiseverbandes DRV aktuell für einen Umsatzeinbruch bei Veranstaltern und Reisebüros. Bei einer Umfrage unter mehr als 450 Unternehmen habe eine Mehrheit von Umsatzrückgängen von bis zu 75 Prozent berichtet. «Die Menschen sind verunsichert und halten sich derzeit mit Buchungen zurück», sagte DRV-Präsident Norbert Fiebig der Deutschen Presse-Agentur. Ein Ende der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen sehe die übergrosse Mehrheit der befragten Unternehmen frühestens im zweiten Halbjahr 2020.

Die wirtschaftlichen Folgen für die Branche hingen davon ab, wie schnell es gelinge, das Virus in den Griff zu bekommen. «Urlaub hat bei den Deutschen einen sehr hohen Stellenwert und daher setze ich auf ein starkes Last-Minute-Jahr», sagte Fiebig. Zugleich forderte er, die Branche müsse Bestandteil eines Konjunkturprogramms für die deutsche Wirtschaft sein. Man sei bereits im engen Austausch mit dem Bundeswirtschaftsministerium. «Reisebüros und Reiseveranstaltern muss es durch die Gewährung von Überbrückungskrediten ermöglicht werden, entstehende Liquiditätsengpässe abzufedern», forderte Fiebig.

Erforderlich sei auch der vereinfachte Einsatz von Kurzarbeit. Es sei wichtig, «dass die Beschäftigten weiterhin in Lohn und Brot stehen, damit durch Einkommenssicherheit die generelle Konsumnachfrage in der Wirtschaft erhalten bleibt.»

Im vergangenen Reisejahr hatte die Branche, die mit der Insolvenz des Touristikkonzerns Thomas Cook und der Fluggesellschaft Germania zu kämpfen hatte, bereits an Tempo verloren. Der Umsatz mit organisierten Reisen - also Pauschal- und Bausteinangeboten - stieg nach dem starken Vorjahr nur leicht um ein Prozent auf 35,4 Milliarden Euro. Die Umsätze in den Reisebüros sanken sogar um rund drei Prozent auf 23,7 Milliarden Euro.

Chinas Aussenhandel bricht wegen Coronavirus ein

(dpa) Vor dem Hintergrund der Coronavirus-Epidemie ist Chinas Aussenhandel stark zurückgegangen. Erstmals seit dem Ausbruch der Lungenkrankheit Covid-19 legte die Pekinger Zollverwaltung am Samstag Handelszahlen vor. Demnach sackten Chinas Exporte im Januar und Februar im Vergleich zu den ersten zwei Monaten des Vorjahres um 17,2 Prozent auf einen Wert von umgerechnet 292,45 Milliarden US-Dollar (274 Mrd. Franken oder 259 Mrd. Euro) ab. Die Einfuhren gingen um 4 Prozent auf 299,54 Milliarden Dollar zurück. Insgesamt schrumpfte der Aussenhandel damit um 11 Prozent.

Die strengen Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus hatten die chinesische Wirtschaft seit Ende Januar praktisch zum Stillstand gebracht. Die Auswirkungen wurden daher besonders im Februar spürbar. Nur langsam nehmen Fabriken und Unternehmen die Arbeit wieder auf.

Eine schwächelnde Wirtschaft in China hat auch für Deutschland spürbare Folgen. Die Volksrepublik ist ein wichtiger Absatzmarkt für deutsche Firmen. Im vergangen Jahr lag das Exportvolumen bei 96 Milliarden Euro.

Die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt ist seit 2015 auch das Land, aus dem die meisten Importe nach Deutschland kommen. Vor allem die in China tätigen deutschen Unternehmen haben zu kämpfen. «Die Auswirkungen sind insgesamt schlimm», stellten die deutsche und die europäische Handelskammer in China nach einer Umfrage unter Mitgliedsunternehmen Ende Februar fest. Fast 90 Prozent der Firmen berichteten von «mittelschweren bis starken Auswirkungen» durch die Lungenkrankheit.

Die Industrie sieht die Gefahr einer Rezession in Deutschland angesichts der massiven Folgen durch das Virus als erheblich gestiegen an. «Das wirtschaftliche Wachstum droht, fast zum Erliegen zu kommen», hiess es diese Woche im neuen Quartalsbericht des Bundesverbands der Deutschen Industrie. Komme es nicht zu einer wirtschaftlichen Normalisierung in den von der Coronavirus-Epidemie betroffenen Ländern im zweiten Quartal, erwartet der BDI für Deutschland für das Gesamtjahr einen Rückgang der Wirtschaftsleistung.

Lufthansa-Konzern streicht die Hälfte der Kapazitäten

nz.

Je stärker jetzt das Coronavirus in Europa und wohl auch in Amerika sich ausbreitet, desto härter müssen die Fluggesellschaften auf den plötzlichen Nachfrageeinbruch reagieren. Die Swiss nimmt nunmehr im März und im April Kapazitätsreduktionen von bis zu 50% vor. Sie begründet diesen doch drastischen Entscheid mit der Notwendigkeit, die finanziellen Folgen des Nachfrageeinbruchs zu verringern. Es würden zusätzlich verschiedene Massnahmen zur Kostenreduktion geprüft, wobei die Einführung von Kurzarbeit momentan explizit ausgeschlossen werde.

Die Swiss sieht sich in mehreren Ländern, jüngst vor allem auch Israel, wegen Reisebeschränkungen, die einem Einreiseverbot sehr nahe kommen, zu Anpassungen gezwungen. Es muss für jede Destination überlegt werden, ob die erreichbare Auslastung sich überhaupt rechnet, oder ob es klüger ist, die Flugzeuge in Zürich am Boden zu lassen. Erst am vergangenen Sonntag nahm die Swiss nach langen Vorbereitungen den Direktflug nach Osaka in ihren Flugplan auf - um dann innert Tagen wegen des drastischen Nachfrageschwunds auf drei Flüge in der Woche hinunter zu gehen.

Die Lufthansa ihrerseits spricht auch davon, in den nächsten Wochen wegen der drastischen Buchungsrückgänge Kapazitäten um bis zu 50% zu kürzen. Geprüft wird, ob nicht alle 14 Airbusse A380 aus Spargründen temporär ausser Dienst gestellt werden sollen. Die zu erwartende Ergebnisbelastung sei noch nicht absehbar. Am 19. März wird der Konzern den Jahresabschluss 2019 präsentieren.

Die USA zwingen Beijing Shiji zur Aufgabe von StayNTouch

mla. Der US-Präsident Donald Trump annulliert die Übernahme von StayNTouch durch Beijing Shiji Information Technology. Die amerikanische Firma Stayntouch bietet eine Software-Lösung an zum Management von Hotels. Es gebe glaubwürdige Belege, dass die chinesische Shiji via die im Gliedstaat Maryland domizilierte StayNtouch die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten gefährden könnte, lautete die Begründung für den Entscheid. Shiji muss nun innert 120 Tagen seine Beteiligung an dem US-Unternehmen und an dessen Vermögenswerten, geistigem Eigentum, Technologie und Daten abstossen. In der Zwischenzeit und ab sofort darf Shiji keine Hotelgastdaten via StayNTouch mehr abfragen. Die US-Behörden werden auch den Verkauf bzw. den Transfer der Beteiligung von Shiji an einen neuen Eigner überwachen.

StayNTouch wurde 2013 gegründet und 2018 von der Shiji-Gruppe übernommen. Es ist die dritte solche Blockade der Regierung Trump, nachdem sie 2017 den Verkauf des US-Chipherstellers Lattice an chinesische Interessen und 2018 die Akquistion des Chipkonzerns Qualcomm durch Broadcom aus Singapur verboten hatte.

Calida steigert Betriebsgewinn und Umsatz in Lokalwährungen

(sda/awp) Calida hat im Geschäftsjahr 2019 aufgrund unvorteilhafter Wechselkurse etwas weniger umgesetzt. Währungsbereinigt resultierte aber ein Wachstum von 1,7%. Der Betriebsgewinn fiel höher, der Reingewinn tiefer aus.

In Zahlen sank der Umsatz um 1,3% auf 404,3 Mio. Fr., wie Calida am Freitag mitteilte. Das Betriebsergebnis (Ebit) lag mit 23,6 Mio. 9% über dem Vorjahr. Die entsprechende Marge stieg von 5,3 auf 5,8%. Vom seit längerem angestrebten Ziel einer Ebit-Marge von 8% bleibt das Unternehmen damit aber immer noch ein ganzes Stück entfernt. Unter dem Strich schaute ein um 6,8% tieferer Reingewinn von 16,6 Mio. Fr. heraus.

Die Erwartungen der Analysten wurden somit nur teilweise erfüllt. Diese hatten mit einer stabilen Umsatzentwicklung gerechnet, den Betriebsgewinn aber etwas tiefer prognostiziert.

Calida zeigt sich mit der Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr zufrieden. Trotz wesentlicher Investitionen und anspruchsvollen Marktverhältnissen sei es gelungen, die Profitabilität und den Umsatz in Lokalwährungen zu steigern. So habe man erneut Marktanteile dazugewonnen, teilte die Gruppe mit.

Immer wichtiger für die Bekleidungsherstellerin wird dabei der Online-Absatz. So lag der Anteil des Online-Handels 2019 am Gesamtumsatz mit 50,9 Mio. Fr. bei 12,6%, nach 11% im Vorjahr und 12% im ersten Semester 2019.

Auf mittlere Sicht rechnet Calida-Chef Reiner Pichler damit, dass Calida rund 20% des Umsatzes in den eigenen E-Commerce-Stores generieren wird. Durch Verkäufe über Dritte wie Zalando oder Amazon könnten zudem weitere 10 bis 15% dazukommen, so der CEO.

Im laufenden Jahr 2020 hat Calida wie angekündigt die Fokussierung auf das Kerngeschäft vorangetrieben. So wurde Ende Januar der Verkauf von Eider an die Südkoreanische Gruppe K2 abgeschlossen. Und seit Mitte Februar liegt ein verbindliches Kaufangebot für Oxbow vor.

Durch die Devestitionen dürfte Calida 2020 zwar an Umsatz einbüssen. Da die beiden verkauften Marken aber unterdurchschnittlich profitabel waren, dürfte die Profitabilität weiter steigen.

Die Weichen seien gestellt, um künftigen Herausforderungen gerecht zu werden und im laufenden Geschäftsjahr Umsatz und Profitabilität weiter zu verbessern, heisst es im Communiqué. Dem Ziel einer Ebit-Marge von 8% werde man dadurch einen Schritt näherkommen.

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