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Wirecard: Treuhandkonten mit Milliarden bestehen wohl nicht, American Airlines will 3,5 Milliarden Dollar einsammeln – und weitere Wirtschaftsmeldungen

Neue Zürcher Zeitung-Logo Neue Zürcher Zeitung 22.06.2020

Wirecard: Treuhandkonten mit Milliarden bestehen wohl nicht

(dpa) Der Vorstand des Bezahldienstleisters Wirecard geht nach einer Mitteilung aus der Nacht vom Montag davon aus, dass die Bankguthaben auf Treuhandkonten in Höhe von insgesamt 1,9 Milliarden Euro «mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht bestehen». Die Gesellschaft war bisher von der Existenz dieser Konten ausgegangen und hatte sie als Aktivposten ausgewiesen.Gleichzeitig nahm Wirecard die vorläufige Einschätzung des Geschäftsjahres 2019 zurück. «Mögliche Auswirkungen auf die Jahresabschlüsse vorangegangener Geschäftsjahre können nicht ausgeschlossen werden», heisst es in der Mitteilung weiter.

Schon am Freitag hatten die philippinischen Banken BDO Unibank und Bank of the Philippine Islands mitgeteilt, dass der deutsche Dax-Konzern kein Kunde bei ihnen sei. Dokumente externer Prüfer, die das Gegenteil besagten, seien gefälscht. Auf den Konten der beiden Banken hätte die Summe eigentlich liegen sollen.

Wirecard konnte bisher keinen Nachweis über das Vorhandensein der 1,9 Milliarden Euro erbringen. Da die Wirtschaftsprüfer von EY in der Folge das Testat für den Jahresabschluss verweigerten, könnten Banken Wirecard nun den Geldhahn abdrehen. Die Aktie ist seit Tagen im Sturzflug.

American Airlines will rund 3,5 Milliarden Dollar einsammeln

(reu) Die US-Fluggesellschaft American Airlines will sich mit dem Verkauf von Aktien sowie zusätzlichen Schuldverschreibungen rund 3,5 Milliarden Dollar an Liquidität sichern. Damit will die Airlines die Coronavirus-Krise bewältigen. Das Unternehmen plane, 1,5 Milliarden Dollar mit dem Verkauf von Aktien und Wandelanleihen einzusammeln, erklärte American Airlines am Sonntag (Ortszeit). Zusätzlich sollen Schuldverschreibungen sowie ein Neukredit in Höhe von 500 Millionen Dollar weitere 1,5 Milliarden in die Kasse der Fluggesellschaft spülen.

Die Branche verzeichnete im Juni eine leichte Erholung, nachdem der Flugbetrieb infolge des Coronavirus-Ausbruchs fast zum Erliegen gekommen war.

Schweizer Gutschein-Plattform nimmt 2,4 Millionen Franken ein

(sda) Eine Westschweizer Plattform, die Gewerbetreibenden während der Coronavirus-Krise hilft, hat eine positive Bilanz ihrer Gutschein-Verkäufe gezogen. Es seien mehr als 2,4 Millionen Franken an rund 4400 registrierte Händler weitergeleitet worden, teilten die Organisatoren in der Nacht auf Montag mit. «Es übertrifft alle unsere Erwartungen», sagten die beiden Initiatoren des Projekts, die Freiburger Oliver und Eléonore Price, gemäss einer Mitteilung. Sie dankten zudem den rund 15 000 Verbrauchern, «die zu diesem Erfolg beigetragen haben».

Die Plattform bietet Konsumenten an, Gutscheine zu kaufen, die nun nach der Aufhebung des Coronavirus-Lockdowns eingelöst werden können. Der Gutscheinbetrag sei vollständig an Geschäfte, Bars, Restaurants, Friseure und andere Unternehmen gespendet worden, hiess es. Ziel der Initiative war es laut den Initiatoren des Projekts, Kleinunternehmern zu helfen, sich in dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit, über Wasser zu halten. Mit den Transaktionen sei aber kein Gewinn erzielt worden.

Minister fordert Investitionen bei Galeria Karstadt Kaufhof

(reu) Inmitten des angekündigten Kahlschlags beim deutschen Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof fordert der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart eine Investitionsoffensive bei der Firma. Diese müsse in die Digitalisierung erfolgen. «Damit Galeria Karstadt Kaufhof aus der Krise kommt, muss das Unternehmen kräftig investieren und seine Filialen noch viel stärker durch digitale Angebote unterstützen», sagte der FDP-Politiker der «Rheinischen Post» vom Montag. «Der stationäre Handel der Zukunft muss mit Erlebnissen und gutem Service punkten und die gleiche digitale Unterstützung wie der Online-Handel bieten.» Deshalb fördere NRW innovative Projekte, die digitale und stationäre Angebote kombinierten.

Mit Sorgen sehe er auf die Folgen des Kahlschlags: «Die angekündigten Schliessungen verdeutlichen einmal mehr die massiven Veränderungen im Handel, die Lücken in den Städten reissen.» Nun müssten alle Beteiligten intensiv an Lösungen arbeiten, damit es zukünftig im stationären Handel ein vielfältiges Angebot gebe und Leerstand vermieden werde. «Notfalls auch durch anderweitige Nutzung.» Deutschlands letzter grossen Warenhauskonzern hatte am Freitag angekündigt, 62 seiner noch 172 Warenhäuser schliessen zu wollen. Rund 6000 Beschäftigte würden dadurch ihren Job verlieren. Auch bis zu 20 Filialen von Karstadt Sports stehen vor dem Aus.

Raiffeisen investiert 550 Millionen bis 2025 für neue Strategie

(awp/sda) Die Raiffeisen-Gruppe will ihre Markstellung ausbauen und investiert in den nächsten fünf Jahren zusätzlich 550 Millionen Franken in die Umsetzung einer neuen Gruppenstrategie. Ab 2025 sollen über Effizienzgewinne und zusätzliche Erträge von jährlich rund 500 Millionen Franken generiert werden.Der Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz habe die Strategie «Raiffeisen 2025» für die Jahre 2021 bis 2025 verabschiedet, teilte die drittgrösste Bankengruppe der Schweiz am Samstag mit. Im Rahmen der Strategie sollen die Marktanteile in allen Geschäftsfeldern erhöht werden.

Mehrerträge erhofft sich die Bankengruppe insbesondere im indifferenten Geschäft, also ausserhalb des Zinsengeschäfts. So sollen die Geschäftsfelder privates Wohneigentum, Firmenkunden sowie Vermögen und Vorsorge erweitert werden. Die Bankengruppe will zudem Effizienzgewinne durch die Standardisierung und Digitalisierung von Prozessen gewinnen. Gleichzeitig will die Gruppe an ihrem dezentralen Geschäftsmodell festhalten. So solle die «traditionell enge Verbindung» der Raiffeisenbanken zu ihren Genossenschafterinnen und Genossenschaftern weiter ausgebaut werden. Durch die Nutzung von Daten und den Einsatz von neuen Technologien solle das Kundenerlebnis wesentlich verbessert werden.

Die Strategie «Raiffeisen 2025» sei innerhalb der Raiffeisen Gruppe in einem partizipativen Prozess erarbeitet worden, heisst es weiter. Die Gruppenstrategie bilde den strategischen Rahmen für die Raiffeisen Gruppe. Sie soll die Raiffeisenbanken in ihren lokalen Strategien unterstützen.

Lufthansa steigt aus dem DAX ab

(dpa) Nach fast genau 32 Jahren ist vorerst Schluss: Die Lufthansa steigt aus dem DAX ab. Von diesem Montag (22.6.) an wird Deutschlands grösste Fluggesellschaft im MDAX der mittelgrossen Werte gehandelt. Ihren Platz im Deutschen Aktienindex übernimmt die Deutsche Wohnen. Das Berliner Unternehmen ist der zweite Immobilienkonzern im DAX nach Vonovia. Die Bundeshauptstadt bekommt damit wieder einen Vertreter unter den 30 Konzernen im deutschen Leitindex. Die Deutsche Börse überprüft regelmässig die Zusammensetzung ihrer Aktienindizes. Massgeblich für die Zugehörigkeit zum Kreis der 30 DAX-Konzerne sind Börsenumsatz (Handelsvolumen) und Börsenwert (Marktkapitalisierung) eines Unternehmens.

In der Corona-Krise war die Lufthansa schwer unter Druck geraten, der Aktienkurs der Fluggesellschaft brach ein. Ein rund neun Milliarden Euro schweres staatliches Rettungspaket soll das Unternehmen stabilisieren, Konzernchef Carsten Spohr hat die Belegschaft auf harte Einschnitte eingestimmt. Tausende Jobs in dem Konzern mit etwa 138 000 Beschäftigten stehen auf der Kippe.

Lufthansa-Flugzeuge parkieren auf dem Flughafen Berlin Schoenefeld ; Fabrizio Bensch / Reuters © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Lufthansa-Flugzeuge parkieren auf dem Flughafen Berlin Schoenefeld ; Fabrizio Bensch / Reuters

Die Bundeshauptstadt bekommt mit dem Aufstieg der Deutschen Wohnen 14 Jahre nach der Schering-Übernahme durch Bayer wieder einen Vertreter in der ersten deutschen Börsenliga. Deutschlands zweitgrösster privater Vermieter mit bundesweit 160 000 Wohnungen wertete den DAX-Aufstieg als Beleg für die erfolgreiche Geschäftsentwicklung der vergangenen Jahre. Angesichts steigender Mieten steht die Deutsche Wohnen vor allem in Berlin in der Kritik. Mietervertreter fürchten, dass der Druck auf Mieter mit dem DAX-Aufstieg zunehmen wird.

Mit ihrem DAX-Abstieg ist die Deutsche Lufthansa AG in namhafter Gesellschaft: Im September 2019 musste das Industrie-Urgestein Thyssenkrupp den Top-Börsenindex verlassen, ein Jahr zuvor erwischte es die Commerzbank, die ausgerechnet dem in Turbulenzen geratenen Zahlungsabwickler Wirecard Platz machen musste. Auch Thyssen und die Commerzbank gehörten zum Kreis der 15 Gesellschaften, die seit dem Start des DAX am 1. Juli 1988 bis dahin ohne Unterbrechung in dem Index gelistet waren. Wichtig sind Index-Änderungen vor allem für Fonds, die Indizes exakt nachbilden (ETFs). Dort muss dann umgeschichtet werden, was in der Regel Einfluss auf die Aktienkurse hat. Die Zugehörigkeit zum DAX ist aber auch eine Frage von Prestige: Gerade für internationale Investoren ist das wichtigste deutsche Börsenbarometer das Aushängeschild der deutschen Wirtschaft.

US-Notenbanker sagen schwierige Erholung der US-Wirtschaft voraus

(sda/reuters) Die US-Notenbank erwartet eine schwierige Erholung der amerikanischen Wirtschaft nach der Corona-Krise. Die Rückkehr werde Zeit und Arbeit benötigen, sagte Fed-Chef Jerome Powell am Freitag. Der vor uns liegende Weg dürfte eine Herausforderung werden.» Zuvor hatte der Präsident der Notenbank von Boston, Eric Rosengren, auf die ungebrochene Verbreitung des Virus in den USA hingewiesen. «Bisher waren die Bemühungen in den USA zur Eindämmung des Virus nicht besonders erfolgreich», sagte er. Dies könnte letztlich darauf hinauslaufen, dass ein längerer Shutdown etwa mit Fabrikschliessungen nötig wäre. Die Probleme könnten die Erholung bremsen und weitere Hilfen für die Konjunktur notwendig machen.

Als dritter Notenbanker zeigte sich der Chef der Notenbank von Minneapolis, Neel Kashkari, pessimistisch. Die wirtschaftliche Erholung dürfte länger dauern, als die Fed noch vor wenigen Monaten angenommen hatte, schrieb er während einer von CNBC News organisierten Veranstaltung auf Twitter. Viele Arbeitsplätze würden erst spät zurückkehren. «Leider geht mein Basisszenario davon aus, dass wir in den USA eine zweite Welle des Virus sehen werden, vermutlich im Herbst.» In diesem Fall dürfte die Arbeitslosigkeit wieder ansteigen.

Die Fed hat mit Notfallprogrammen und Wertpapierkäufen dazu beigetragen, die US-Wirtschaft über Wasser zu halten. Powell hatte dem Kongress jüngst geraten, die von der Corona-Pandemie gebeutelte Wirtschaft weiter zu stützen: Es sei klug, sich weiter nach Möglichkeiten zur Unterstützung von Firmen und Haushalten umzuschauen. Die Fed kann nach Worten ihres stellvertretenden Chefs Richard Clarida noch mehr zur Unterstützung der Konjunktur tun. «Wir haben sehr aggressive, proaktive Massnahmen ergriffen», sagte Clarida in einem Interview mit dem Sender «Fox Business». «Es gibt noch mehr, was wir tun können, ich denke, es gibt mehr, was wir tun werden». Es gebe zum Beispiel keine Grenzen bei möglichen Käufen von Staatsanleihen durch die amerikanische Notenbank.

Moody's bestätigt USA Spitzenbonität trotz Pandemie

(Reuters) Die USA können im kostspieligen Kampf gegen die Corona-Krise weiter auf ihre Spitzenbonität setzen. Die Ratingagentur Moody's bekräftigte die amerikanische Top-Note «AAA» mit einem stabilen Ausblick.

Die USA hätten eine aussergewöhnliche wirtschaftliche Stärke, begründeten die Bonitätswächter ihre Entscheidung. Die USA haben damit weiter beste Voraussetzungen, um zu günstigen Bedingungen Geld am Finanzmarkt aufzunehmen.

Argentinien verlängert Verhandlungen mit Gläubiger um einen Monat

(dpa) Im Ringen um einen Schuldenschnitt für Argentinien hat die Regierung in Buenos Aires kurz vor Fristende ihr Angebot an die privaten Gläubiger erneut verlängert. Bis zum 24. Juli könnte mit den Eignern von nach ausländischem Recht ausgegebenen Staatsanleihen nun weiter nach einer Lösung im Schuldenstreit gesucht werden, teilte das argentinische Finanzministerium am Freitag mit.Es ist die bisher längste Fristverlängerung in den seit rund zwei Monaten andauernden Verhandlungen. Zwar waren sich die Regierung und die grossen Gläubigergruppen zuletzt etwas näher gekommen. Lokalen Medienberichten zufolge sollen aber immer noch über sechs Milliarden US-Dollar zwischen den nachgebesserten Angeboten der beiden Lager liegen. Gleichzeitig haben Regierung und Kreditgeber durchblicken lassen, nun ihre jeweilige Schmerzgrenze erreicht zu haben.

Die Schulden der zweitgrössten Volkswirtschaft in Südamerika sind zu den aktuellen Bedingungen nicht mehr tragfähig. Deshalb fordert Argentinien Zugeständnisse von den Gläubigern. Beispielsweise sollen sie auf einen Teil ihrer Forderungen von rund 66 Milliarden US-Dollar verzichten. Die Regierung will die Zahlungen einige Jahre aussetzen, die Zinszahlungen kräftig und die eigentlichen Kredite leicht kürzen. Argentinien steckt in einer schweren Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Inflationsrate betrug zuletzt mehr als 50 Prozent. Für das laufende Jahr rechnen Experten mit einem Rückgang der Wirtschaftskraft von rund zehn Prozent. Ende Mai hatte Argentinien Zinsforderungen in Höhe von 503 Millionen US-Dollar nicht beglichen und war dadurch in einen begrenzten Zahlungsausfall gerutscht.

Novartis stoppt Studie mit Malaria-Mittel gegen Covid-19

(reuters) Der Basler Pharmakonzern Novartis stoppt seine klinische Studie mit dem Malariamittel Hydroxychloroquine zur Behandlung der vom Coronavirus ausgelösten Erkrankung. Grund sei ein Mangel an Teilnehmern, teilt das Unternehmen mit. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte die Studie im April genehmigt. An den Tests sollten rund 440 mit dem Erreger infizierte, ins Spital eingelieferte Patienten teilnehmen.

Am Montag zog die FDA allerdings ihre Notfall-Genehmigung für den Einsatz des Malariamittels zurück. Auf Basis neuer Studien könne man nicht länger davon ausgehen, dass das oral verabreichte Mittel bei der Lungenerkrankung wirke, teilte die FDA mit.

US-Kreuzfahrtanbieter verlängern Corona-Pause bis 15. September

(dpa) Die Leidenszeit der von der Corona-Krise gebeutelten US-Kreuzfahrtbranche dauert an. Die Anbieter hätten sich geeinigt, ihre pandemiebedingte Pause freiwillig zu verlängern und den Betrieb von US-Häfen aus bis zum 15. September ruhen zu lassen, teilte der Branchenverband CLIA am Freitag (19.6. Ortszeit) in Washington mit. In der Organisation sind alle grossen Anbieter vertreten.

Die Entscheidung sei wegen der «anhaltenden Situation im Zusammenhang mit Covid-19 innerhalb der USA» getroffen worden. Das Betriebsverbot der US-Gesundheitsbehörde CDC für Kreuzfahrtschiffe läuft nach aktuellem Stand am 24. Juli aus, einige Anbieter hatten eigentlich Pläne für einen langsamen Neustart ab August gehabt. Es sei aber zunehmend klar, dass mehr Zeit benötigt werde, hiess es nun.

Glencore: Die Bundesanwaltschaft leitet eine Strafuntersuchung ein wegen Korruptionsfällen im Kongo

Der Zuger Rohstoffkonzern versicherte, er werde in der Untersuchung mit der Bundesanwaltschaft zusammenarbeiten. Michael Buholzer / Reuters © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Der Zuger Rohstoffkonzern versicherte, er werde in der Untersuchung mit der Bundesanwaltschaft zusammenarbeiten. Michael Buholzer / Reuters

(awp/sda) Die Bundesanwaltschaft hat eine Strafuntersuchung gegen den Zuger Rohstoffkonzern Glencore wegen Korruptionsfällen in der Demokratischen Republik Kongo eingeleitet. Glencore sei am Freitag von der Bundesanwaltschaft darüber informiert worden, teilte der Konzern am Freitagabend mit.

Bei der Strafuntersuchung gehe um Versäumnisse von Glencore, organisatorische Massnahmen zur Verhinderung von mutmasslicher Korruption im afrikanischen Staat ergriffen zu haben, welche derzeit von der Bundesanwaltschaft untersucht würden. Glencore werde in der Untersuchung mit der Bundesanwaltschaft zusammenarbeiten, versichert der Konzern. Ein Glencore-Sprecher wollte am Freitagabend keinen weiteren Kommentar abgeben.

Der Zuger Konzern steht bereits seit längerem wegen seiner Aktivitäten im Kongo in der Kritik. Im Jahr 2017 hatte die Nichtregierungsorganisation Public Eye bei der Bundesanwaltschaft in Bern eine Strafanzeige gegen Glencore eingereicht. Public Eye warf dem Minenbetreiber vor, im Kongo 2007 zu Spottpreisen substanzielle Anteile an Kupfer- und Kobaltminen gekauft zu haben, deren Wert in die Milliarden Dollar gehe.

Im vergangenen Dezember hatte die britische Strafermittlungsbehörde Serious Fraud Office (SFO) eine Untersuchung gegen Glencore wegen des Verdachts der Bestechung eingeleitet. In den Medien war damals spekuliert, dass sich die Ermittlungen der britischen Behörden um die Beziehungen des Rohstoffkonzerns zum israelischen Geschäftsmann Dan Gertler und dessen Kontakte zur politischen Führung der Demokratischen Republik Kongo beziehen könnten.

Deutschlands Warenhauskette Karstadt schliesst jede dritte Filiale

(dpa) Es war ein rabenschwarzer Tag für Galeria Karstadt Kaufhof und seine Beschäftigten: Deutschlands letzter grosser Warenhauskonzern kündigte am Freitag die Schliessung von 62 seiner 172 Warenhäuser an. Insgesamt 5317 Mitarbeiter werden dadurch nach Angaben des Gesamtbetriebsrates ihre Arbeit verlieren – und viele Innenstädte einen ihrer wichtigsten Anziehungspunkte.

Insgesamt will der angeschlagene Warenhauskonzern Filialen in 47 Städten schliessen. Allein in Berlin sollen sechs der elf vorhandenen Kaufhäuser dicht gemacht werden, in Hamburg vier, in München drei, in Dortmund, Düsseldorf, Essen und Nürnberg zwei Geschäfte. Doch trifft es auch vielen kleinere Kommunen wie Singen, Goslar, Lübeck oder Worms. Der Vizepräsident des Deutschen Städtetages, Markus Lewe, sagte: «Die massenhaften Schliessungen von Filialen bei Karstadt Kaufhof sind für die betroffenen Städte ein tiefer Einschnitt. Mit diesen Kaufhäusern geht ein Ort der Versorgung und Begegnung verloren.»

Neben den Warenhäusern und zwei Schnäppchencentern werden nach Angaben des Gesamtbetriebsrats auch 25 Reisebüros geschlossen. Noch offen ist weiterhin das Schicksal der Karstadt-Sports-Häuser. Hier gelten mehr als zwei Drittel der rund 30 Filialen als gefährdet.

Die Geschäftsführung von Galeria Karstadt Kaufhof bezeichnete die Massnahmen als unvermeidlich. «Wir wissen, was dies für die betroffenen Mitarbeiter bedeutet. Aber dieser Schritt ist ohne Alternative, weil diese Filialen den Gesamtbestand des Unternehmens gefährden», sagte der GKK-Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz. Letztlich gehe es darum, Galeria Karstadt Kaufhof und damit viele Tausend Arbeitsplätze zu sichern. Ursprünglich hatte die Geschäftsführung sogar bis zu 80 Geschäfte dicht machen wollen.

Galeria Karstadt Kaufhof war durch die pandemiebedingte Schliessung aller Filialen in eine schwere Krise geraten und hatte Anfang April Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen. Galeria Karstadt Kaufhof rechnet durch die Pandemie und den durch sie ausgelösten Konjunkturabschwung bis Ende 2022 mit Umsatzeinbussen von bis zu 1,4 Milliarden Euro.

Wer Corona-Erwerbsersatz noch nicht beantragt hat, kann das noch bis zum 16. September tun

tsf. Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 19. Juni 2020 die «Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall» angepasst, um die Fristen zur Geltendmachung des Anspruchs zu präzisieren. Ein Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz muss somit bis spätestens 16. September 2020 geltend gemacht werden. Ab diesem Datum können auch keine rückwirkenden Neuberechnungen mehr verlangt werden.

Der Corona-Erwerbsersatz für Eltern, die während der Schulschliessung ihre Kinder betreuen mussten, für Personen in Quarantäne sowie für selbständig Erwerbstätige ist in der «Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall» geregelt.

Meyer Burger will richtet sich neu aus und will Hersteller von Solarzellen werden

Meyer Burger will künftig direkt auch Solarzellen herstellen. ; Christian Beutler / Keystone © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Meyer Burger will künftig direkt auch Solarzellen herstellen. ; Christian Beutler / Keystone

(awp/sda) Meyer Burger will sich von einem Maschinenanbieter zu einem Hersteller von Solarzellen und Solarmodulen wandeln. Das Unternehmen prüft den Aufbau einer eigenen Produktion in Deutschland. Dafür sollen die Aktionäre neues Geld einschiessen.

Meyer Burger vollziehe damit einen grundlegenden strategischen Wechsel, erklärte das Unternehmen am Freitag in einem Communiqué. Als Grund für den Schritt wurde die Erkenntnis genannt, dass man trotz Technologieführerschaft in den letzten Jahren keinen Gewinn erzielt habe.

Meyer Burger wolle die Produktion im ersten Halbjahr 2021 starten und in den folgenden Jahren schrittweise ausweiten. Basis sei die eigene patentgeschützte Heterojunction/SmartWire-Technologie, die effizienter und ertragsstärker sei als andere Produktionsverfahren.

In einem ersten Schritt will Meyer Burger Solarmodule für Dachanlagen herstellen. Aktuell lägen Kaufabsichtserklärungen von potenziellen Kunden aus Europa und den USA vor.

Zur Finanzierung des Umbaus plant Meyer Burger eine Kapitalerhöhung mit einem Bruttoerlös von 165 Millionen Franken. Eine ausserordentliche Generalversammlung soll am 10. Juli darüber befinden.

Hoher Quartalsverlust

Der Maschinenbauer hat auch im ersten Quartal 2020 einen hohen Verlust ausgewiesen. Das Geschäft habe stark unter der Covid-19-Pandemie gelitten, erklärte Meyer Burger.

In den Monaten Januar bis März sanken die Verkäufe um 38 Prozent auf 27,2 Millionen Franken. Und unter dem Strich stand ein Verlust von 20,6 Millionen Franken. Im Vorjahr hatte der Fehlbetrag «nur» 15,7 Millionen betragen.

Von der Pandemie sei sowohl Meyer Burger selbst betroffen gewesen, als auch die Geschäftspartner sowie grosse Investitionsprojekte im Solarbereich. Grössere Aufträge seien ausgeblieben. Aktuell halte das Unternehmen noch Order im Wert von 88,6 Millionen Franken in den Büchern.

Daher habe Meyer Burger seine Kosten seit Jahresanfang deutlich gesenkt. Aktuell beschäftige das Unternehmen noch 730 Mitarbeitende, Ende 2019 hatte es noch 840 Personen auf der Lohnliste.

Russische Notenbank senkt Leitzins in Corona-Krise

(dpa) Die russische Notenbank hat angesichts der Corona-Krise den Leitzins gesenkt. Der Zinssatz werde um 1 Prozentpunkt auf 4,5% reduziert, teilte die Notenbank am Freitag in Moskau mit. Dies war von Ökonomen auch so erwartet worden. Die Notenbank stellte zudem weitere Zinssenkungen bei den nächsten Sitzungen in Aussicht.

Die russische Notenbank folgt mit der Zinssenkung dem internationalen Trend in der Corona-Krise. Es ist die dritte Zinssenkung in diesem Jahr. Zuletzt hatte sie am 24. April die Zinsen gesenkt. Die erste Zinssenkung in diesem Jahr erfolgte Anfang Februar, also noch vor der Zuspitzung der Corona-Krise.

Die Notenbank erwartet weiterhin ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung von 4 bis 6% in diesem Jahr. Die Inflationsrate könnte deutlich unter den Zielwert von 4% fallen. Russland wird besonders hart von der Corona-Krise getroffen. Die täglichen Infektionszahlen lagen zuletzt über 7000.

Lufthansa-Grossaktionär Thiele besorgt sich frisches Geld

(dpa) Lufthansa-Grossaktionär Heinz Hermann Thiele besorgt sich knapp eine Woche vor der entscheidenden ausserordentlichen Hauptversammlung zum Staatseinstieg frisches Geld. Die von ihm kontrollierte KB Holding teilte am Donnerstagabend mit, 8 Millionen Aktien von Knorr-Bremse zu verkaufen. Der Ertrag der Transaktion solle der Unterstützung der anderen privaten Investments von Thiele dienen, hiess es in der Mitteilung.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete am späten Donnerstagabend unter Berufung auf ihr vorliegende Dokumente, dass der Preis für die verkauften Papiere bei 91 Euro je Anteilschein liege. Der Erlös für Thiele beträgt damit mehr als 700 Millionen Euro. Der Schlusskurs der Knorr-Bremse-Aktie im Xetra-Hauptgeschäft lag bei 95,31 Euro.

Erst am Dienstagabend war bekannt geworden, dass der bekannte Milliardär seinen Anteil an der Lufthansa kräftig auf 15% aufgestockt hatte. «Die Aufstockung ist kein Signal, auf der Hauptversammlung gegen irgendetwas zu stimmen», hatte Thiele der «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (Mittwochausgabe) gesagt. Er kritisierte aber, dass Lufthansa-Chef Carsten Spohr nicht die mit dem Bund behandelten Alternativen zum Einsteig des Staates benannt habe. «Ich sehe aber jetzt eine Chance, das Thema noch einmal aufzumachen.»

Der Konzern hatte daraufhin vor einem Scheitern des staatlichen Rettungspakets gewarnt. Eine Insolvenz in Eigenverwaltung sei nicht ausgeschlossen, sollten die Aktionäre nicht zustimmen, hiess es. Die Fluggesellschaft befürchtet, dass Thiele angesichts der üblicherweise schwachen Präsenz von Aktionären auf Hauptversammlungen den Rettungsplan blockieren könnte.

Der neun Milliarden Euro umfassende Rettungsplan für die Lufthansa sieht vor, dass der staatliche Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) im Zuge einer Kapitalerhöhung Aktien zeichnet, um eine Beteiligung von 20 Prozent am Grundkapital der Fluggesellschaft aufzubauen. Zudem sind stille Einlagen von insgesamt bis zu 5,7 Milliarden Euro sowie ein Kredit in Höhe von bis zu 3 Milliarden Euro geplant.

Im Gegenzug für die Hilfe muss die Lufthansa 24 Start- und Landerechte an ihren wichtigen Flughäfen in Frankfurt und München an die Konkurrenz abgeben. Spohr will den Anteilseignern zudem ein Sparkonzept präsentieren. Es drohen Stellenabbau und herbe Einschnitte.

Coronakrise reisst GAM tief in die roten Zahlen

(awp/sda) Die Coronakrise macht dem Vermögensverwalter GAM einen fetten Strich durch die Rechnung. Wegen Wertminderungen der immateriellen Vermögenswerte in Höhe von rund 410 Millionen Franken rechnet die Gruppe mit einem Konzernverlust von rund 400 Millionen Franken im ersten Halbjahr.

Dies ist ein Vielfaches im Vergleich zum Vorjahr: Damals hatte GAM im ersten Semester einen Konzernverlust von 49,7 Millionen Franken ausgewiesen. Die Wertminderung von netto rund 410 Millionen Franken nach Steuern stamme hauptsächlich aus dem Goodwill, der primär durch die Übernahme von GAM durch Julius Bär im Jahr 2005 und durch die UBS im Jahr 1999 gebildet worden sei, hiess es in einem Communiqué vom Freitag.

Ausserdem erwartet die Gruppe im ersten Semester einen operativen Verlust von rund 3 Millionen Franken. Im ersten Halbjahr 2019 hatte GAM noch einen operativen Gewinn von 2,1 Millionen Franken eingefahren.

«Die Wertminderung hat keine Auswirkungen auf das materielle Eigenkapital der Gruppe, die Liquidität oder jegliche kundenbezogenen oder operativen Funktionen», schrieb GAM. Man verfüge über eine robuste Kapitaldecke mit einer schuldenfreien Bilanz.

Wertberichtigung führt zu Abgängen bei der VP Bank

(awp/sda) Die Wertberichtigung vom Frühling führt zum Köpferollen bei der VP Bank. Finanzchef Siegbert Näscher und Risikochefin Monika Vicandi verlassen das Liechtensteiner Institut.

Zudem werde der Kreditbereich im Zusammenhang mit der im Frühjahr kommunizierten Wertberichtigung auf einer Einzelposition neu organisiert, teilte die VP Bank am Freitag in einem Communiqué mit. Im Zuge dieser Massnahmen habe sich Näscher entschieden, per (heutigem) 19. Juni aus der Bank auszuscheiden. Ad interim übernehme der Leiter Group Finance der VP Bank, Roger Barmettler, die Führung der Geschäftseinheit.

Ebenfalls im Zuge der Neuorganisation verlasse General Counsel & Chief Risk Officer, Monika Vicandi, im gegenseitigen Einverständnis die Bank. Ad interim übernehme der Leiter CEO Office, Rolf Steiner, die Funktion, welche neu auch das Kreditrisikomanagement beinhalte, hiess es weiter. Der Verwaltungsrat danke Näscher und Vicandi für den grossen Einsatz und die engagierte Arbeit und wünsche ihnen alles Gute und viel Erfolg.

«Über die Nachfolge des CFO und den künftigen General Counsel & Chief Risk Officer wird zu einem späteren Zeitpunkt informiert», schrieb die Bank.

Chef der Luxemburger VP Bank geht früher

Zudem werde die VP Bank (Luxembourg) SA vorzeitig unter eine neue Führung gestellt. Der Chef der VP Bank Luxemburg, Thomas Steiger, habe den Wunsch geäussert, seinen auf den 1. November geplanten Rücktritt frühzeitig anzutreten, um die beschleunigte Umsetzung der Massnahmen zu ermöglichen, schrieb die Bank. Bis zur Ernennung eines Nachfolgers übernehme der Leiter Client Business in Luxemburg, Claus Joergensen, interimistisch die Leitung der VP Bank Luxemburg.

«Ein starkes Risikomanagement, das ausgeprägte Verständnis für die Prozesse und die enge Zusammenarbeit aller Parteien sind wichtige Bestandteile unserer Wachstumsstrategie», erklärte VP Bank-CEO Paul Arni im Communiqué: «Mit den eingeleiteten Massnahmen stellen wir die VP Bank noch robuster für die Zukunft auf und schaffen wichtige Voraussetzungen für den nachhaltigen Geschäftserfolg der VP Bank.»

China klagt Kanadier formell wegen Spionage an

(dpa) China hat zwei festgehaltene Kanadier offiziell wegen Spionagevorwürfen angeklagt. Wie das chinesische Staatsfernsehen am Freitag berichtete, wirft die Pekinger Staatsanwaltschaft dem einen, Michael Kovrig, vor, Staatsgeheimnisse und Geheimdienstinformationen ausspioniert zu haben. Der andere, Michael Spavor, wurde in der Stadt Dandong nahe der nordkoreanischen Grenze offiziell der Spionage für ausländische Kräfte beschuldigt.

Der frühere kanadische Diplomat Kovrig und sein Landsmann Spavor, der ein Kulturzentrum für den Austausch mit Nordkorea geleitet hatte, waren Ende 2018 in China festgenommen worden. Die Inhaftierungen folgten auf die Festnahme der Finanzchefin des chinesischen Telekom-Riesen Huawei, Meng Wanzhou, in Kanada. Diplomaten und Kritiker vermuten Vergeltung und werfen China «Geiseldiplomatie» vor.

Die in Kanada festgehaltene Meng Wanzhou hatte im Rechtsstreit um ihre Auslieferung in die USA Ende Mai eine empfindliche Niederlage erlitten. Ihr Antrag auf eine Einstellung des Verfahrens wurde abgelehnt.

Die Huawei-Finanzchefin und Tochter des Unternehmensgründers Ren Zhengfei war im Dezember 2018 auf Betreiben der US-Behörden in Vancouver festgenommen worden. Die US-Regierung wirft ihr Bankbetrug im Zusammenhang mit der Umgehung der Sanktionen gegen den Iran vor. Meng steht seit über einem Jahr in Kanada unter Hausarrest. Bei einer Verurteilung in den USA könnte ihr eine lange Haftstrafe drohen. Meng und Huawei weisen die Anschuldigungen zurück.

Der Fall ist zugleich ein Politikum im Dauerstreit zwischen den USA und China. Die US-Regierung hat Huawei in mehreren Fällen angeklagt, sie wirft dem Konzern auch Industriespionage und andere Vergehen vor.

Stadler Rail übernimmt deutsche Elektronikfirma Vipco vollständig

(awp/sda) Der Zughersteller Stadler Rail übernimmt die deutsche Firma Vipco vollständig. Damit stärke man die Entwicklung von Soft- und Hardwarekomponenten für die Fahrzeugsteuerung und die und Digitalisierung von Schienenfahrzeugen, teilte das Ostschweizer Unternehmen am Freitag in einem Communiqué mit.

Die neue Stadler Mannheim GmbH mit Standorten in Mannheim, Kassel und Halle bringe langjährige Expertise im Bereich modernster Soft- und Hardwarekomponenten für die Schienenfahrzeugbranche mit in das Unternehmen, hiess es. Seit mehr als 20 Jahren gehöre das Team aus rund 50 Ingenieurinnen und Ingenieuren zu den Pionieren für neue Applikationen und Technologien, die dort zum Einsatz kämen, wo Elektronik extremen Umweltbedingungen ausgesetzt sei.

Neben der Entwicklung von Hard- und Softwarekomponenten für die Fahrzeugsteuerung und -automatisierung werde die neue Tochterfirma Kommunikations- und Diagnosesysteme für die gesamte Stadler-Gruppe weiter vorantreiben, schrieb das Unternehmen. Ein weiterer ein Schwerpunkt liege auf dem Retrofit von Fahrzeugen, um auf diese Weise den Lebenszyklus und Komfort der Züge zu verlängern, hiess es. Finanzielle Details wurden im Communiqué nicht genannt.

Weniger fliegen, mehr Videokonferenzen: Conti-Chef sieht Trendwende

(dpa) Die Corona-Pandemie hat die Arbeitswelt kräftig verändert - bei Continental sieht der Chef das auch als positive Seite der Krise. «Wir glauben, dass in den nächsten Jahren wesentlich weniger geflogen wird und sich mehr über Videokonferenzen bewerkstelligen lässt», sagte der Vorstandsvorsitzende des Dax-Konzerns, Elmar Degenhart, der Deutschen Presse-Agentur.Es zeige sich, dass in der Digitalisierung geschäftlicher Prozesse «das grösste Produktivitätspotenzial der Industrie in den nächsten Jahren» stecke. Beim zweitgrössten Autozulieferer habe das schon jetzt Folgen für die tägliche Arbeit. Vieles werde lockerer, gleichzeitig effizienter: «Es kommt heute niemand mehr auf die Idee zu fragen, ob jemand in eine Videokonferenz mit reingenommen wird oder nicht.»

Degenhart erklärte, der stärkere Einsatz von Kommunikationstechnologien und mobilem Arbeiten schule auch das Denken in Netzwerken: «Kontrolle, die über Hierarchie ausgeübt wird, wird durch Digitalisierung abgebaut. Das fördern wir ausdrücklich.» Solche Effekte der Corona-Krise hätten allerdings auch Konsequenzen für den Bedarf an Büroarbeitsplätzen, der absehbar sinke. «Doch der persönliche Kontakt darf nicht unterschätzt werden», stellte der Conti-Chef klar. «Dass wir unsere Mitarbeiter ermutigen, ein, zwei, vielleicht drei Tage mobil oder von zu Hause zu arbeiten - klare Sache.» Viele Beschäftigte berichteten, dass sie im Home Office produktiver seien. Einige empfänden das Arbeiten von daheim jedoch auch als anstrengender. In der internen Weiterbildung setzt Continental ebenfalls mehr Online-Instrumente ein.

Tesla baut noch im Sommer zweites US-Werk

(dpa) Der Elektroautobauer Tesla will in seiner Heimat USA rasch ein neues Werk hochziehen. Konkrete Pläne für den Bau einer Fabrik im texanischen Landkreis Travis County, der noch in diesem Sommer beginnen soll, liegen bereits vor. Das zeigen Dokumente, die der Rechnungshof des Bundesstaates am Donnerstag veröffentlichte.Tesla hat bisher in den USA nur eine Autofabrik im kalifornischen Fremont. Ein weiteres Autowerk wurde in Shanghai eröffnet, eines ist in Grünheide bei Berlin geplant. Das Investitionsvolumen in Travis County soll sich auf gut eine Milliarde Dollar belaufen, rund 5000 Arbeitsplätze sollen entstehen. Allerdings fordert Tesla - wie bei solchen Grossprojekten üblich - weitreichende Zugeständnisse etwa in Form von steuerlichen Anreizen. Eine verbindliche Entscheidung für Texas gibt es noch nicht.

Laut US-Medien ist auch die Stadt Tulsa im Bundesstaat Oklahoma noch im Rennen. Beide Standorte hatten bereits öffentlichkeitswirksam um die Gunst von Tesla-Chef Elon Musk gebuhlt. In Tulsa wurde kurzerhand eine bekannte Statue mit einem grossen Tesla-Logo versehen, während texanische Vertreter Musk bei Twitter den Hof machten. Neben den Autowerken betreibt der Konzern noch ein Batterienwerk in Nevada und eine Fabrik in New York, die vor allem Solaranlagen herstellt. Angesichts der grossen Nachfrage nach dem neuen Model Y und anderen Projekten wie dem Cybertruck müssen zügig neue Fertigungsstätten her.

Tuifly-Aufseher beschliessen Sparkurs – Hunderte Jobs bedroht

(dpa) Bei Tuifly soll die Flotte um mehr als die Hälfte schrumpfen – mit entsprechenden Folgen für Jobs und Standorte. Der Aufsichtsrat der Tui-Konzernfluglinie bestätigte am Donnerstag mehrheitlich den vom Management vorgeschlagenen Sparkurs. Nach Informationen der Gewerkschaft Verdi soll es wegen der Folgen der Corona-Krise künftig nur noch 17 Maschinen geben. Zur Zahl der akut bedrohten Arbeitsplätze gab es zunächst keine Angaben – zuletzt war von möglicherweise bis zu 900 Vollzeitstellen die Rede.

Flugbegleiter von ;Tuifly demonstrieren vor dem Gebäude der Tui Group während der Aufsichtsratssitzung gegen die geplanten Änderungen der Tui-Airline. Rainer Droese / Imago © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Flugbegleiter von ;Tuifly demonstrieren vor dem Gebäude der Tui Group während der Aufsichtsratssitzung gegen die geplanten Änderungen der Tui-Airline. Rainer Droese / Imago

Tui hat bereits die Streichung von insgesamt 8000 Jobs angekündigt, vor allem im Ausland. Eine für die deutschen Konzerngesellschaften geltende Beschäftigungsgarantie bis Ende 2021 soll Bestand haben.

Arbeitnehmervertreter hätten zwar gegen die Kürzungspläne für Tuifly gestimmt, hiess es bei Verdi nach der Sitzung des Kontrollgremiums in Hannover. Am Ende habe sich aber die Kapitalseite durchgesetzt. Viele Beschäftigte, die aus ganz Deutschland zu einer Kundgebung anreisten, seien «mit der Stimmung am Boden»: «Es sind auch Tränen geflossen.»

Tuifly-Chef Oliver Lackmann trat am Abend vor die Mitarbeiter. Der Druck in der gesamten Luftverkehrs- und Touristikbranche sei angesichts des so gut wie ausgefallenen Geschäfts der letzten drei Monate so hoch, dass man jetzt handeln müsse. In einer schriftlichen Erklärung betonte der Manager anschliessend: «Die Entscheidung macht sich niemand leicht. Aber die Tuifly-Flotte ist für die Kundenzahl unseres deutschen Tui-Reiseveranstalters zu gross.» Aufgabe der Airline ist es vor allem, als Zubringer für Tui-Kunden zu agieren.

Konzernchef Fritz Joussen hatte schon im März gesagt, man müsse «das Geld zusammenhalten». Auch bei anderen Fluglinien wie Condor oder Lufthansa dürften harte Kürzungen bevorstehen. Lackmann erklärte: «Die Corona-Pandemie hat im Airline-Sektor zu starken Verwerfungen geführt, insbesondere für die Ferienflieger.» Laut Prognosen werde der Flugverkehr auch 2021 «deutlich unter dem Volumen des Jahres 2019 liegen». Schon vor der Krise habe es zudem Überkapazitäten gegeben.

Die europäischen Airline-Marken von Tui sollen nun gebündelt werden. Hauptsitz bleibt Hannover. «Ein Abbau von Stellen ist bei Tuifly in der Technik, Verwaltung sowie bei Crews vorgesehen», sagte Lackmann. Hannover und Düsseldorf sollen die wichtigsten Standorte sein, auch in Frankfurt, München und Stuttgart soll der Betrieb weitergehen. Laut Verdi soll die Technik in Hamburg komplett geschlossen werden. In Hannover sollen erhebliche Kürzungen bei der «base maintenance» – also regelmässigen, längeren Checks von Flugzeugen – bevorstehen.

«Wir wollen mit den Vertretern der Belegschaft zügig zu einer Einigung kommen», so Lackmann. Die Gewerkschaften halten den Sparkurs aber für völlig überzogen. So wird befürchtet, dass Tuifly bei einer Rückkehr der Buchungen zu wenig eigene Kapazitäten habe und Maschinen von anderen Anbietern anmieten müsste. Sie verweisen zudem darauf, dass die Tui-Gruppe schon einen staatlichen Milliardenkredit im Kampf gegen die Umsatzrückgänge in der Corona-Krise erhält.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte diesen Umstand vor dem Hintergrund gleichzeitiger Einsparungen scharf kritisiert. Ihr Chef Markus Wahl sagte: «Es ist weder den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern noch Politik und Gesellschaft oder den Kundinnen und Kunden zu vermitteln, dass mit dem Geld deutscher Steuerzahlerinnen und Steuerzahler ausgerechnet der Abbau deutscher Arbeitsplätze finanziert werden soll.» Betriebsräte waren das Tuifly-Management ebenfalls hart angegangen. Sie sehen die Lasten der Viruskrise teils als Vorwand: Der Konzern wolle von einer nicht hinreichenden Finanzausstattung etwa infolge zu hoher Dividendenzahlungen ablenken.

Deutsche Bank zahlt 10 Millionen Dollar Strafe in USA

(dpa) Die Deutsche Bank zahlt in den USA wegen angeblicher Marktmanipulationen und anderer Regelverstösse rund 10 Millionen Dollar an Bussgeldern. Einen entsprechenden Vergleich zur Beilegung zweier Ermittlungsverfahren gab die Finanzaufsichtsbehörde CFTC am Donnerstag in Washington bekannt.

Dem Geldhaus war vorgeworfen worden, Berichtspflichten bei bestimmten Börsengeschäften nicht eingehalten zu haben. Zudem wurde das Institut wegen verbotener Praktiken zweier Händler bestraft, die versucht haben sollen, Scheingebote an einer Terminbörse zu platzieren. Diese illegale Manipulationstechnik wird im Fachjargon «Spoofing» genannt.

Wegen ihrer guten Kooperation bei den Untersuchungen erhielt die Deutsche Bank laut CFTC eine geringere Strafe. Ein Sprecher des Unternehmens in New York sagte, dass inzwischen bedeutende Schritte zur Verbesserung der internen Kontrollen ergriffen wurden. Die Deutsche Bank sei froh, dass die Angelegenheit beigelegt werden konnte.

Kahlschlag bei Galeria Karstadt Kaufhof: 62 Filialen sollen schliessen

(dpa) Es ist eine Hiobsbotschaft nicht nur für Tausende Mitarbeiter von Galeria Karstadt Kaufhof, sondern auch für viele deutsche Innenstädte: Der letzte grosse deutsche Warenhauskonzern wird 62 seiner 172 Filialen schliessen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Verhandlungskreisen erfuhr. Welche Filialen betroffen sind, blieb aber zunächst offen.

Die Zahl der Filialschliessungen fällt damit zumindest etwas geringer aus als zunächst befürchtet. Ursprünglich hatte die Geschäftsführung sogar signalisiert, dass im Zuge der Sanierung des ums Überleben kämpfenden Unternehmens bis zu 80 Filialen geschlossen werden könnten. Doch konnte durch Zugeständnisse von Vermietern und Beschäftigten offenbar noch Schlimmeres verhütet werden.

Doch das ist wohl nur ein kleiner Trost. Nach Informationen des «Kölner Stadt-Anzeigers» dürften rund 6000 der 28 000 Mitarbeiter ihren Job verlieren. Auch in vielen der von den Schliessungen betroffenen Kommunen dürfte Alarmstimmung herrschen. Norbert Portz vom Deutschen Städte- und Gemeindebund warnte schon bei Bekanntwerden der ersten Schliessungspläne im Mai vor der Gefahr einer Verödung vieler Innenstädte. «Galeria Kaufhof Karstadt ist nicht irgendwer. Die Warenhäuser sind für viele Innenstädte systemrelevant», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Gerade für viele strukturschwächere Innenstädte sei ein Verlust der Warenhäuser nach seiner Einschätzung kaum auszugleichen.

Die Gewerkschaft Verdi warnte damals, eine Schliessungswelle bei Galeria Karstadt Kaufhof werde Auswirkungen weit über das Unternehmen hinaus haben. Mittelfristig seien dadurch auch Zehntausende von Arbeitsplätzen bei anderen Einzelhändlern und die Attraktivität ganzer Innenstädte bedroht.

Doch ist der Sanierungsdruck bei Galeria Karstadt Kaufhof gewaltig. Der Handelsriese war durch die pandemiebedingte Schliessung aller Filialen in eine schwere Krise geraten und hatte Anfang April Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen. «Wir gehen von einer Milliarde Umsatzverlust in diesem Jahr aus und rechnen auch nicht damit, dass die Kunden im kommenden Jahr wieder so einkaufen werden wie vor Corona. Das heisst, bis Ende 2022 könnten die Umsatzeinbussen sogar auf insgesamt rund 1,4 Milliarden Euro steigen», beschrieb der Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz im Mai die Probleme des Konzerns.

Dabei standen die Rettungsbemühungen unter grossem Zeitdruck. Bis Ende des Monats muss die Konzernführung einen Sanierungsplan vorlegen. In den vergangenen Wochen rangen die Gewerkschaft Verdi, der Betriebsrat und die Geschäftsführung dennoch erbittert darum, welche Opfer die Beschäftigten noch bringen müssen und auf welche Einschnitte der Konzern verzichten kann.

Am Mittwochabend meldete Verdi dann erste Fortschritte: Der geplante Personalabbau von zehn Prozent in den bestehenden Filialen sowie die Ausgliederung des Waren Service Teams (WST) seien «unter dem Vorbehalt einer Gesamtlösung vom Tisch», hiess es. Doch das Ringen um einen Sozialtarifvertrag, einen Interessensausgleich für die von Kündigung betroffenen Mitarbeiter und ein Zukunftskonzept für den Konzern ging weiter, offenbar mit Erfolg. Eine entsprechende Vereinbarung mit Betriebsrat und Gewerkschaften sollte noch am Donnerstagabend unterschrieben werden.

Details allerdings sollten erst am Freitag bekanntgegeben werden. Und spätestens dann werden sich wohl Tausende Mitarbeiter und viele Kommunen auf ein Leben ohne Galeria Karstadt Kaufhof einstellen müssen.

Bank of England öffnet Geldschleusen weiter

(awp/sda/reu) Die britische Zentralbank hat ihre Geldpolitik in der Corona-Krise weiter gelockert. Wie die Bank of England am Donnerstag nach ihrer Zinssitzung in London mitteilte, erhöht sie das Volumen ihrer Wertpapierkäufe um 100 Mrd. auf 745 Mrd. Pfund (832 Mrd €). Den Leitzins beliess die Notenbank auf 0,1%.

Die Bank of England reagiert auf die Corona-Krise und pumpt weiter Geld in den Markt. Stefan Kiefer / Imago © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Die Bank of England reagiert auf die Corona-Krise und pumpt weiter Geld in den Markt. Stefan Kiefer / Imago

Die Zinsentscheidung fiel im neunköpfigen geldpolitischen Rat einstimmig, die Entscheidung über mehr Wertpapierkäufe dagegen mit einer Gegenstimme. Die Anleihekäufe dürften nach Einschätzung der Notenbank bis etwa Ende des Jahres laufen. Obwohl das Gesamtvolumen erhöht wurde, ist das Tempo der Käufe jetzt geringer als zuvor. So dürfte die Notenbank innerhalb einer Woche etwa halb so viele Wertpapiere kaufen wie bisher.

Die Bank of England hat ihre Geldpolitik in der Corona-Krise erheblich gelockert. Sie reagierte mit Zinssenkungen an die Nulllinie heran, Wertpapierkäufen in Milliardenhöhe und Kreditprogrammen zur Stützung der Wirtschaft.

Digitalisierungshilfe für Schweizer Touristiker

vmo. Die Plattform discover.swiss will Hotels, Ferienregionen und Gastrobetrieben helfen, unkompliziert in die digitale Welt einzusteigen. Gemeinsam mit den Partnern der drei Pilotprojekte – Jugendherbergen Schweiz (JS), Ferienregion Engadin Scuol Zernez und Zürich Tourismus – wurde das Projekt nun lanciert.

Hinter der Service-Plattform stehen eine Genossenschaft und ein Verein, gegründet von Vertretern der Schweizer Tourismusbranche. Laut Jon Erni, Präsident der Genossenschaft und Chef von miaEngiadina, fehlten vor allem kleinen Touristikern die Ressourcen, eigene digitale Angebote zu entwickeln. «Der Tourismus soll sich auf seine Kernaufgaben konzentrieren können», sagt er an der Medienkonferenz am Donnerstag. Die Entwicklung von Apps oder anderen technologischen Lösungen gehörten nicht dazu.

Mit der Lancierung stehen zunächst drei Angebote zur Verfügung: Info-Center, Marktplatz und User-Profile, die nun von JS, der Ferienregion Engadin und Zürich Tourismus getestet werden. Weitere Organisationen hätten bereits ihr Interesse bekundet, sagt Erni. Als Vereinsmitglied könne man zukünftige Entwicklungen des Projekts zudem mit beeinflussen.

Swatch vergibt Longines- und Tissot-Chefposten neu

(awp/sda) Der Bieler Uhrenkonzern Swatch nimmt per Anfang Juli mehrere Rochaden auf den Chefsesseln führender Marken vor. Dabei machen die Chefs von Longines und Tissot Platz für Jüngere.

Bei Longines gibt Urgestein Walter von Känel die Markenleitung ab. Von Känel habe insgesamt ganze 51 Jahre für die Gruppe gearbeitet und gehe nun in den wohlverdienten Ruhestand, teilte die Swatch Group am Donnerstag mit.

In die Fussstapfen Von Känels als Marken-CEO tritt Rado-Chef Matthias Breschan. Der Österreicher hatte die Leitung bei Rado Anfang 2011 übernommen und gehört seit 2005 der erweiterten Konzernleitung an.

Der 78-jährige Von Känel war während 32 Jahren Chef von Longines und wird nun Ehrenpräsident der zweitgrössten Marke des Konzerns, die laut Schätzungen der Bank Vontobel rund einen Fünftel zum Gruppenumsatz beiträgt. Der Umsatz der Swatch Group hatte 2019 insgesamt 8,24 Mrd. Fr. betragen.

Bei der drittgrössten Marke Tissot übergibt François Thiébaud den Chefposten an Sylvain Dolla. Dieser kommt von der kleineren Uhrenmarke Hamilton an die Tissot-Spitze und wird so Teil der erweiterten Konzernleitung. Der 72-jährige Thiébaud wird dafür Verwaltungsratspräsident von Tissot und bleibt in der Konzernleitung. Er prägte als CEO während 24 Jahren die Geschicke der Marke, die geschätzt rund 12% zum Umsatz der Swatch Group beiträgt.

Syngenta bleibt der Schweiz auch nach Neuaufstellung treu

(awp/sda) Syngenta bleibt dem Standort Schweiz auch nach seiner Neuaufstellung durch den neuen Besitzer Chemchina treu. So wird der Sitz der neuen Syngenta-Gruppe, die neben der bisherigen Syngenta auch die israelische Adama und die Agrargeschäfte der in China beheimateten Sinochem umfasst, in der Schweiz sein.

Zum Chef der neuen Gruppe wurde Erik Fyrwald ernannt, der bereits bisher die Syngenta geleitet hat. Finanzchef des neuen Unternehmens wird Chen Lichtenstein, der bisherige Chef von Adama.

Wie die Syngenta-Gruppe am Donnerstag mitteilte, ist sie Weltmarktführer im Bereich Pflanzenschutz, die Nummer drei im Bereich Saatgut sowie Marktführer bei Düngemitteln in China. 2019 erzielten die Unternehmen zusammen einen Umsatz von insgesamt 3 Milliarden US-Dollar. Die neue Syngenta-Gruppe beschäftigt insgesamt 48'000 Mitarbeitende in mehr als 100 Ländern.

Wie es im Communiqué weiter heisst, ist die neue Gruppe in vier Geschäftseinheiten aufgeteilt. So werde der Bereich Crop Protection mit Sitz in Basel von Jon Parr geführt. Syngenta Seeds werden von Chicago aus operieren und von Jeff Rowe geführt. Die Leitung der israelischen Adama werde Ignacio Dominguez übernehmen, während die Sparte Syngenta Group China unter der Leitung von Hengde Qin von Shanghai aus operieren werde.

An den Plänen, die neue Gruppe bis spätestens 2022 an die Börse zu bringen, halte man weiterhin fest, erfuhr die Finanznachrichtenagentur AWP auf Anfrage. Dabei würde das Hauptlisting in Shanghai geplant. Zweitlistings etwa in der Schweiz seien dann in einem nächsten Schritt denkbar.

Schweizer Exporte stabilisieren sich im Mai auf tiefem Niveau

(awp/sda) Die Schweizer Exportwirtschaft hat im Mai die Corona-Pandemie weiter zu spüren bekommen. Nach dem Rekordeinbruch vom April sanken die Ausfuhren im Mai zum Vormonat saisonbereinigt aber nur noch leicht um 1,2% auf 16,45 Mrd. Fr. Real - also preisbereinigt - resultierte ein Rückgang von 0,2%.

Die Einfuhren haben sich derweil deutlich erholt. Sie stiegen um 9,8% auf 13,64 Mrd. (real: +13,0%). Für die Handelsbilanz ergibt dies einen Überschuss von 2,81 Mrd. Fr., wie den Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) vom Donnerstag zu entnehmen ist.

Es gebe Anzeichen einer Erholung, fasst die EZV die Entwicklung zusammen. Zugleich wird relativiert. So lägen auch die Importe nach wie vor deutlich unter dem Stand von März, als die Coronaeffekte noch nicht so stark waren.

Bei den Exporten entwickelten sich laut den Angaben die drei wichtigsten Sparten - «Chemie und Pharma», «Maschinen und Elektronik» sowie «Präzisionsinstrumente» - erneut rückläufig, wenn auch zum Teil in abgeschwächter Form. Die Uhrenexporte hätten sich gegenüber dem Vormonat verdoppelt, lägen aber noch immer weit von den Werten des Vorjahres entfernt.

Von den drei grossen Absatzmärkten entwickelte sich laut der Mitteilung nur Europa positiv (+2,7%). Die Ausfuhren nach Nordamerika (-3,3%) und vor allem Asien (-13,9%) gingen hingegen zurück.

Bei den Importen bildeten sich die Einfuhren aus Nordamerika ebenfalls zurück (-12,4%). Hingegen nahmen die Einfuhren aus Europa (+11,6%) und Asien (+13,2%) markant zu.

Sunrise übernimmt Web-TV-Firma Wilmaa

(awp/sda) Das Telekomunternehmen Sunrise hat den TV-Streaming-Anbieter Wilmaa gekauft. Alle zehn Mitarbeiter wechselten zu Sunrise, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Zu den Verkaufskonditionen wurde laut den Angaben Stillschweigen vereinbart.

Die Marke Wilmaa solle weitergeführt werden und für die Nutzer ändere sich nichts, wurde zudem betont.

Sunrise ist vor allem an der Technologie von Wilmaa interessiert und will diese für die Weiterentwicklung der eigenen Angebote nutzen. «Die Innovationskraft und technologische Kompetenz des Wilmaa-Teams haben uns überzeugt», lässt sich Sunrise-CEO André Krause zitieren.

Wilmaa sei ein Pionier im Bereich «Over-the-Top»-Fernsehen, also dem Anbieten von Video-und Audioinhalten über das Internet, ohne dass diese an den Internetzugang eines spezifischen Internetanbieters gebunden sind, so die Mitteilung weiter.

USA geben Rückzug aus Verhandlungen über Digitalsteuer bekannt

(sda/reuters) Die USA haben nach eigenen Angaben die Verhandlungen mit Vertretern der Europäischen Union über eine geplante Digitalsteuer abgebrochen. Finanzminister Steven Mnuchin habe die Entscheidung getroffen, sagte der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer am Mittwoch.

«Wir haben keine Fortschritte erzielt», erklärte er während einer Anhörung vor dem Kongress. Eine Sprecherin des Finanzministeriums lehnte eine Stellungnahme ab. Zuvor hatte die «Financial Times» berichtet, Mnuchin habe in einem Brief vom 12. Juni an Frankreich, Spanien, Grossbritannien und Italien um eine Aussetzung der Gespräche gebeten.

Die USA und mehrere EU-Staaten streiten seit Monaten über die Einführung einer Digitalsteuer. Diese richtet sich vor allem gegen US-Konzerne wie Google oder Amazon. Mnuchin hat mit Auto-Zöllen gedroht, sollten unfaire Digitalsteuern eingeführt werden.

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