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So sieht die neue 100er-Note aus – Was man über sie wissen muss

Neue Zürcher Zeitung-Logo Neue Zürcher Zeitung 03.09.2019 Thomas Schürpf

Vorhang auf für die neue 100er-Note: Die Schweizerische Nationalbank hat die neue 100-Franken-Note präsentiert. Was Sie über das neueste Zahlungsmittel wissen müssen.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat heute um 10 Uhr den Schleier gelüftet und die neue 100er-Note vorgestellt. Sie ist die sechste und letzte Stückelungen der neunten Banknotenserie. Was muss man über die neue 100-Franken-Note wissen? Die wichtigsten Antworten im Überblick.

Wie sieht die neue 100-Franken-Note aus?

Die von der Grafikerin Manuela Pfrunder gestaltete 100-Franken-Note hat die humanitäre Seite der Schweiz zum Hauptthema. Wichtigstes dargestelltes Element ist das Wasser. Entsprechend dominiert die blaue Farbe. Hand und Globus sind ebenso präsent wie bei den bisherigen neuen Banknoten: Auf der Vorderseite sind Wasser schöpfende Hände abgebildet, auf der Rückseite eine Suone, die für das Wallis typischen Wasserleitungen.

Die neue 100er-Note kommt im Format 70 x 144 Millimeter. Sie ist damit etwas kleiner als der alte, dem Bildhauer, Maler und Grafiker Alberto Giacometti gewidmete 100-Franken-Schein. Dieser ist 74 x 159 Millimeter gross.

Die 100-Franken-Note ist in der Schweiz der am meisten verbreitete Geldschein. Gemäss einer Statistik der SNB gab es im vergangenen Jahr exakt 133'905'125 Stück davon. Ihr Anteil macht 28,4% aller Noten aus.

Ab wann gibt es die Note am Bancomaten?

Die neue 100er-Note wird am Donnerstag, 12. September, in Umlauf gebracht. Ab diesem Zeitpunkt können an den SNB-Kassenstellen in Bern und Zürich sowie bei den Agenturen der Nationalbank, die an den Hauptsitzen von 14 Kantonalbanken geführt werden, nur noch die neuen Scheine bezogen werden. Bei den Geldautomaten und an den Schaltern der Banken und der Post erfolgt die Umstellung auf die neue Note schrittweise in den darauffolgenden Tagen. Dies teilt die SNB in einer Mitteilung vom Dienstag mit.

Welche anderen Scheine sind bereits erschienen?

Die gesamte neue Banknotenserie steht unter dem Thema «Die vielseitige Schweiz».

    Die am 5. März 2019 vorgestellte 1000-Franken-Note zeigt die Schweiz von ihrer kommunikativen Seite – das Hauptelement ist die Sprache.

    Der im August 2018 enthüllte neue 200er-Schein versinnbildlicht die wissenschaftliche Seite der Schweiz. Abgebildet ist unter anderem die Hand eines Dezenten, dessen Finger die drei Koordinatenachsen andeuten. Andere wollten darin eine zum Rütlischwur erhobene Hand oder die Ehrerbietung an andere Gründungsmythen erkannt haben – weit gefehlt, wie ein Blick auf die Vorderseite zeigt, auf welcher der Urknall mit den wichtigsten heute bekannten Elementarteilchen des Standardmodells der Teilchenphysik dargestellt ist. Gestalterisches Hauptelement der 200er-Note ist die Materie.

    Die im Oktober 2017 vorgestellte 10er-Note sollte die Schweiz von ihrer organisierenden Seite zeigen. Das Hauptelement und Leitmotiv ist die Zeit.

    Die im Mai 2017 vorgestellte 20er-Note symbolisiert die kreative Seite der Schweiz: die Schweiz als Kulturschauplatz und als Ort für kulturelles und künstlerisches Schaffen in verschiedensten Bereichen. Hauptelement der 20er-Note ist das Licht.

    Die im April 2016 präsentierte 50-Franken-Note hat den Wind als Leitmotiv und soll die erlebnisreiche Seite der Schweiz symbolisieren. Ein weiteres Element, das sich durch die ganze Serie durchzieht, ist der schimmernde Globus. Er soll zeigen, dass sich die Schweiz als Teil einer vernetzten Welt versteht. Der Globus dreht sich von der 1000er- bis zur 10er-Note einmal um seine eigene Achse und durchläuft einen Tag.

Wer hat die neuen Noten gestaltet?

Manuela Pfrunder. (Bild: Lukas Lehmann / Keystone) © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung AG Manuela Pfrunder. (Bild: Lukas Lehmann / Keystone)

Anfang 2007 entschied sich die Nationalbank, die Grafikerin Manuela Pfrunder mit der Gestaltung der neuen Noten zu beauftragen. Die Zürcherin hatte zuvor den zweiten Preis des Ideenwettbewerbs gewonnen. Ihre Entwürfe schienen für die Realisierung der Banknotenserie aber am besten geeignet. Pfrunder gab jeder Note eine eigene Geschichte mit. Die Noten sollen das Bild der Schweiz als Stätte der Begegnung abbilden und Themen wie Organisation, Kreativität, Erlebnis, Menschlichkeit, Fortschritt und Dialog hervorheben. Pro Note gibt es jeweils einen Hauptcharakter, einen sogenannten «Protagonisten», der im Zentrum einer erzählten Geschichte steht: Die 10er-Note erzählt eine Geschichte der Zeit, auf der 20-Franken-Note steht das Licht im Zentrum, auf der 50-Franken-Note tritt der Wind auf, das Wasser ist der Protagonist der 100-Franken-Note, auf der 200-Franken-Note ist es die Materie und auf der 1000-Franken-Note die menschliche Sprache.

Wie werden die Noten produziert?

Das für den Geldschein verwendete Papier besteht in der neunten Serie aus drei Schichten, während herkömmliche Noten wie der Dollar oder der Euro aus einer einzigen Lage bestehen. Ähnlich einem Sandwich wird ein aus Polymer bestehender Kern oben und unten durch ein zu 100% aus Baumwollfasern bestehendes Substrat abgedeckt. Dies erlaubt, Farben und Sicherheitsmerkmale auf allen drei Ebenen unterschiedlich einzusetzen. Damit das Gesamtgewicht der Note aber ähnlich bleibt, müssen die einzelnen Schichten deutlich dünner und rund dreimal leichter sein. Um ganz exakt zu sein: Statt 110 g pro m² sind es in einer Schicht neu nur noch 35 g pro m².

Die SNB hat am Beispiel der 50er-Note ein erklärendes Video erstellt.

Wie ist die Note geschützt?

Laut der SNB werden die neuen Noten vor allem aus Sicherheitsgründen eingeführt. Die Vorgänger-Serie war bereits zwischen 1995 und 1998 in Umlauf gesetzt worden, die Sicherheitsmerkmale entsprachen somit nicht mehr dem heutigen Standard. Bei der neuen Serie gibt es insgesamt 15 Sicherheitsmerkmale, mit denen die Nationalbank ihre neue Notenserie fälschungssicher machen will. Nach Ansicht der SNB sind die neuen Noten die sichersten Geldscheine der Welt.

So kann man übrigens die Echtheit der 100er-Note prüfen.

Wie lange sind die alten Noten noch gültig?

Die heutige 100er-Note bleibt «bis auf Weiteres» gültig. Bisher hatte die Nationalbank nach Ausgabe einer neuen Serie jeweils den Rückruf der alten Serie angekündigt. Dies will der Bundesrat mit einer Gesetzesänderung ändern: Alle noch gültigen Serien sollen auch später umgetauscht werden können.

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