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Schnelle Hilfe im Lockdown: So lief das Corona-Kreditprogramm von Bund und Banken

Blick-Logo Blick 31.07.2021 Christian Kolbe

Vor einem Jahr endete das Corona-Kreditprogramm für die Schweizer Wirtschaft. So schnell und unbürokratisch wurde Unternehmen selten geholfen.

So lief das Corona-Kreditprogramm von Bund und Banken © keystone-sda.ch So lief das Corona-Kreditprogramm von Bund und Banken

Um das Corona-Kreditprogramm für Not leidende Firmen haben die Schweiz viele Länder beneidet. Im März 2020 innert weniger Tage aus dem Boden gestampft, wird der erste Kredit am Morgen des 26. März kurz vor 8.30 Uhr aufs Konto eines Schweizer KMU überwiesen.

Die Vorgabe von Finanzminister Ueli Maurer (70), innert einer halben Stunde den Kredit zu prüfen und zu gewähren, wird eingehalten. Es geht sogar noch schneller: «Unser Rekord liegt bei 18 Minuten zwischen Eingabe und Auszahlung des Kredits», sagt Andreas Gerber (53), damals noch Chef des KMU-Kundengeschäfts zu Blick.

Auch andere Banken vergeben Kredite im Akkord: Bei der ZKB geht in den ersten Stunden alle zehn Sekunden ein Antrag ein, die UBS erreichen bis am Abend über 6000 Anfragen. Die CS zahlt in den ersten vier Stunden Kredite im Volumen von einer halben Milliarde Franken aus.

Verlängerung der Laufzeit

Der Erfolg des Programms ist seiner Einfachheit geschuldet: Vom 26. März bis 31. Juli können Schweizer Firmen rasch und unbürokratisch bei ihrer Hausbank einen Covid-19-Überbrückungskredit im Umfang von bis zu zehn Prozent ihres Jahresumsatzes bis maximal 20 Millionen Franken beziehen. Dazu muss nur nachgewiesen werden, dass eine Firma wegen der Corona-Pandemie wesentliche Umsatzeinbussen erlitten hat. Die Laufzeit liegt erst bei fünf Jahren, wird später auf zehn Jahre erhöht.

Bis zu 500'000 Franken sind die Kredite zu 100 Prozent vom Bund abgesichert, zu einem Zinssatz von 0 Prozent. Die Regeln für grössere Firmen: Überbrückungskredite zwischen 0,5 und 20 Millionen werden zu 85 Prozent vom Bund abgesichert, die restlichen 15 Prozent übernimmt die Bank. Diese Kredite setzen eine umfassendere Bankenprüfung voraus. Der Zinssatz liegt aktuell bei 0,5 Prozent.

1200 Strafanzeigen

Insgesamt werden 138'947 Corona-Kredite im Gesamtwert von 17,1 Milliarden Franken vergeben. Davon sind bereits fast drei Milliarden zurückbezahlt worden. Bislang muss der Bund für 200 Millionen Franken aus dem Kreditprogramm bürgen. Dies weil einige Firmen trotz Hilfe in Konkurs gegangen sind.

Und dann gibt es auch noch das leidige Thema Missbrauch. In rund 1200 Fällen wurde Strafanzeige angereicht, 159 Fälle sind abgeschlossen. Deliktsumme: 16 Millionen Franken.

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