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Andre Sanita: Mein Lebenstraum sind schon immer die Olympischen Spiele gewesen.

GQ-Logo GQ 21.07.2021 Julia Fürst
© picture alliance / dpa

“Das ist das größte Ziel, was man erreichen kann. Dafür habe ich mein Leben lang trainiert”, sagte Andre Sanita einmal in einem Interview. Nun, nach einjähriger Verschiebung aufgrund der Pandemie, ist es endlich soweit: Die Olympischen Spielen 2021 in Tokio stehen vor der Tür (Start: 23.7.) – und Andre ist bereit. Denn: Der 29-jährige Sportfechter aus Solingen wird für Deutschland an den Start gehen – in der Disziplin “Florett”, sowohl im Einzel als auch mit der Mannschaft.

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Andre Sanita im GQ-Interview

Im Interview mit GQ spricht Andre Sanita über seine intensive Vorbereitung auf das sportliche Sommer-Highlight, die Auswirkungen von Corona, und wie wichtig für ihn die Supplements (von ATRO ProVita) im Training sind – und das nicht nur für Profisportler. Außerdem verrät er, wie viel Sportfechten wirklich hinter Filmen wie “Die Drei Musketiere” steckt und mit welchen Klischees er doch immer mal wieder konfrontiert wird.

(Lesen Sie auch: Niklas Kaul: Der Weltmeister will bei Olympia 2021 seine Leistung erneut unter Beweis stellen)

GQ: Du hast in einem Interview gesagt, dass eine Teilnahme bei den Olympischen Spielen schon immer dein großer Traum war. Nun dauert es nicht mehr lange bis es endlich losgeht. Wie fühlst du dich im Hinblick auf die Olympiade?

Andre Sanita: Ich freue mich riesig, bin super motiviert und kann es kaum erwarten, endlich dort anzukommen und ein Teil von Team Deutschland zu sein.

Der Ausbruch der Pandemie hat ja auch dafür gesorgt, dass die Olympiade nun ein Jahr später stattfindet – welche Auswirkungen hatte diese Verschiebung auf dich?

Das war erstmal wie ein Schlag ins Gesicht. Wir haben während der letzten vier Jahre hart trainiert. Der Druck war sehr groß, man muss ständig performen, sonst kann es schnell nach hinten losgehen. Als wir uns mit dem Team qualifiziert hatten, waren wir erleichtert und froh. Und dann kam Corona, da fragt man sich, ob das alles umsonst war. Im Dezember/Januar, als die Zahl der Infizierten so hoch war, da hatte ich ein Tief und dachte, ok das wars. Doch meine Frau hat mich aus meinem Tief geholt und gesagt, dass Olympia niemals ausfallen wird. Seit Februar trainieren wir wieder und waren sogar im Trainingslager in Italien. Mal schauen, ob wir für das harte Training belohnt werden.

& andre-sanita-fechten-sport-stars-art.jpg © Getty Images andre-sanita-fechten-sport-stars-art.jpg

Du hast dich ja Ende letzten Jahres auch selbst mit Corona infiziert – wie lange hat es gedauert, bis du wieder richtig ins Training einsteigen konntest?

Gegen Ende Oktober 2020 hatte ich Corona. Ich war mir zunächst unsicher, wann und ob ich trainieren kann, deshalb habe ich mich erstmal beim Olympiastützpunkt Rheinland erkundigt. Anfang Dezember habe ich erstmal einen Sporttauglichkeitstest beim OSP gemacht. Als es dort keine Auffälligkeiten gab, durfte ich wieder leicht ins Training einsteigen. Ende Dezember konnte ich wieder Vollgas geben.

Wie genau hast du dich auf die Olympischen Spiele vorbereitet? Was gehört alles zum Training mit dazu?

Wer Fechten verfolgt, der merkt, dass es immer athletischer wird. Viele Nationen kommen näher an die Weltspitze ran. Ich habe für mich einen guten Wechsel aus Fechteinheiten, Beinarbeit und Athletik gefunden. Zwei bis drei Mal die Woche fechten, zwei Mal Beinarbeit und drei mal Athletik. Zur Athletik gehört ein Intervallfahren auf dem Fahrradergometer, Stabilitätsübungen, Koordination, Kraft, Reaktion. Da kommt in einer Woche schon einiges zusammen.

(Auch interessant: Felix Streng: “Der paralympische Sport hat noch einiges an Potenzial”)

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Inwiefern hat die Pandemie deine Vorbereitung eingeschränkt?

Anfangs durften wir nicht in die Halle, das hat sich aber innerhalb von zwei Monaten geändert. Kaderathleten durften dann wieder in die Halle gehen. Da haben wir sehr viel Glück gehabt, dass wir “normal” weitertrainieren durften.

Im Fechten gibt es nicht DEN perfekten Fechter. Man kann selbst den besten taktisch ausspielen.

Hast du ein bestimmtes Lieblingstraining oder einzelne Übungen, die du besonders empfehlen kannst?

Ich persönlich liebe kurze Sprinteinheiten oder Sprünge. Die sind besonders gut für Fechter. Man muss sich vorher nur gut warmmachen! Ansonsten, Squats und Deadlifts, da muss man aber auf die Technik achten.

Welche Eigenschaften oder Attribute sind für einen guten Sportfechter essenziell?

Das ist eine sehr gute Frage. Fechten ist so vielfältig, sodass man viele Attribute verbinden kann. Konzentration, Reaktion, Schnelligkeit, Präzision, Kraft und Taktik. Im Fechten gibt es nicht DEN perfekten Fechter. Man kann selbst den besten taktisch ausspielen.

Beim Stichwort “Fechten” denken viele, die sich mit dem Sport nicht auskennen, wahrscheinlich erstmal an Szenen wie in “Die Drei Musketiere” oder in “Fluch der Karibik”. Kann man solche “Filmkämpfe” denn mit dem Sportfechten in irgendeiner Art und Weise vergleichen?

Ich selbst bin ein großer Fan der “Drei Musketiere”. Manche Filme wurden auch mithilfe von Fechtern gedreht. Die Beinarbeit ähnelt unserer, ansonsten ist da nicht viel, was mit dem Sportfechten verglichen werden kann.

Mit welchen Klischees wirst du im Sportfechten häufig konfrontiert?

Viele Freunde fragen mich, ob ich wieder mit dem Zahnstocher rumgestochen habe. Viele denken auch, dass man mit Schwertern auf sich einschlägt, oder dass die Klingen scharf sind.

Fechten zählt ja als Kampfsport und man hantiert dabei mit Waffen. Kann man sagen, dass Fechten ein “gefährlicher” Sport ist bzw. wie hoch ist das Verletzungsrisiko tatsächlich?

Wenn man sich die Anzahl der Gefechte pro Training oder Wettkampf anschaut, dann behaupte ich, dass Fechten nicht gefährlicher als andere Sportarten ist. Wer es allerdings nicht gewohnt ist, von einer Waffe getroffen zu werden, der wird anfangs blaue Flecken bekommen. Man kann sich, wie in jeder anderen Sportart auch, verletzen. Besonders anfällig sind im Fechten Gelenke, Sehnen und Bänder. Man hat eine Schutzkleidung an, die besteht im großen Teil aus Kevlar und man trägt eine Maske. Man ist schon gut geschützt!

Hast Du eigentlich einen Glücksbringer für Wettkämpfe?

Meine Mutter schenkt mir für Großereignisse immer einen Glücksbringer. Mal schauen, ob ich für Olympia auch einen bekomme.

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Wie wichtig ist das Thema Ernährung beim Sportfechten?

Wir müssen nicht so ganz auf unser Gewicht achten, wie die Judoka oder Boxer. Bei uns gibt es keine Gewichtsklasse, jedoch ist es besser, weniger zu wiegen, um agiler auf der Bahn zu sein. Ich versuche mich weitestgehend gesund zu ernähren. Morgens, Müsli mit Nüssen, direkt nach dem Training Kohlenhydrate und Proteine, abends auch eher ein proteinreiches Essen.

Thema Supplements: Beim Fechten werden ja Gelenke, Sehnen und Bänder auch sehr beansprucht – inwiefern unterstützt du deinen Körper da noch zusätzlich mit Supplements?

Ich scheine einen besonders verletzungsanfälligen Körper zu haben, deshalb sind Supplements für mich sehr wichtig. Sie unterstützen mich leistungsfähiger zu sein, ich fühle mich fitter und wacher.

Auf welche Nahrungsergänzungsmittel setzt du genau?

Wichtig ist für mich, dass die Nahrungsergänzungsmittel auf der “Kölner Liste” stehen, sonst kommt das Produkt für mich nicht in Frage. Ich nehme seit ca. drei Monaten Collagen von “Triple Perform” ein. Davon nehme ich gerne eine Packung nach dem Training. Man muss geduldig damit sein, aber nach ca. einem Monat merkt man, dass sich etwas im Körper verändert. Ich merke, dass ich intensiver trainieren kann, ohne mich dabei zu verletzen.

Sind Supplements grundsätzlich denn eher für den Profisport zu empfehlen oder auch schon für den reinen Amateursport?

Ich denke, dass Supplements für jeden Sportler etwas sind, der sich um seinen Körper kümmern möchte. Und da kommt das Collagen von “Triple Perform” ins Spiel. Viele Sportler denken nur an ihre Muskulatur, diese muss aber auch von etwas gehalten werden. Sehnen und Bänder müssen stabil und kräftig genug sein, um eine starke Muskulatur zu halten. Deshalb denke ich, dass man selbst im klassischen Alltagstraining vernünftig sein sollte, und neben einer gesunden Ernährung auch Supplements zu sich nimmt.

& Collagen-triple-perform-protein-powder © Bereitgestellt von GQ Collagen-triple-perform-protein-powder

Woher nimmst du eigentlich deine Motivation für das ganze Training und was gibt dir das Durchhaltevermögen?

Mein Lebenstraum sind schon immer die Olympischen Spiele gewesen. Diese Ringe schweben permanent in meinem Kopf herum. Ich denke, das ist die Motivation, die mich täglich trainieren lässt.

Wir kennen wohl alle das Gefühl, dass man manchmal einfach einen kleinen Durchhänger hat und sich einfach nicht zum Sport aufraffen kann. Hast du einen Tipp, wie man sich in diesen Momenten trotzdem motivieren kann?

Ja manchmal ist es tatsächlich schwer. Wichtig ist, dass man immer ein Ziel vor Augen hat. Sei es die Sommerfigur für den Strand oder die Olympischen Spiele. Meistens ist es nur der erste Schritt, der schwer ist. Da muss man sich einfach überwinden. Wenn man erstmal im Auto sitzt und zum Training fährt, dann hat man es geschafft.

Wichtig ist, dass man immer ein Ziel vor Augen hat. Sei es die Sommerfigur für den Strand oder die Olympischen Spiele.

Deine Frau ist Säbel-Fechterin – trainiert ihr manchmal auch zusammen?

Ab und zu. Dadurch, dass der Säbel eine Hiebwaffe ist und das Florett eine Stoßwaffe, ist es schwierig gegeneinander zu fechten. Wir machen aber gemeinsam Beinarbeit, gehen in den Kraftraum oder zum Athletiktraining.

Holt ihr euch ab und zu auch Tipps vom jeweils anderen – vor einem Wettkampf oder auch fürs Training?

Ja, es ist immer interessant zu erfahren, wie sie mit gewissen Situationen umgeht. Wir unterstützen uns da gegenseitig und testen viele Dinge, bis wir beide damit glücklich sind (lacht).

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Noch eine andere Frage: Eure Waffen waren ja sogar auf eurem Hochzeitsfoto mit dabei – wer hatte die Idee zu diesem Motiv?

Die Fotografin ist in der Fechtwelt bekannt. Sie ist speziell für unsere Hochzeit aus Spanien nach Deutschland eingeflogen und hatte diese großartige Idee. Das Hochzeitsfoto hängt auch bei uns in der Wohnung.

(Lesen Sie auch: Mit dem Shortboard nach Tokio: Das große Ziel Olympia)

Du hast an einer Fern-Universität angefangen, Sportmanagement zu studieren – was hast du damit vor? Planst du damit schon für die Zeit nach deiner aktiven Karriere?

Genau. Noch bin ich nicht weit gekommen, da Olympia ganz klar im Vordergrund steht. Ich möchte gerne nach meiner sportlichen Karriere im Sport bleiben, sei es als Funktionär oder als Trainer. Das steht noch offen. Mal schauen, wo mich die Reise hinführt.

Zum Abschluss eine letzte Frage: Mit welchem Motto startest du in die Olympischen Spiele Tokio 2021?

Also viele würden jetzt sagen: “Dabei sein ist alles!” Dem stimme ich nur halb zu. Klar, der Weg dorthin war sehr steinig und schwer, aber ich fliege zum Wettkampf, um etwas zu gewinnen!

& trend-radar-teaser © Bereitgestellt von GQ trend-radar-teaser

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