Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

DIE NEUSTEN ENTWICKLUNGEN - Coronavirus in der Schweiz: BAG meldet 717 Neuinfektionen und null Todesfälle

Neue Zürcher Zeitung-Logo Neue Zürcher Zeitung 02.06.2021 NZZ-Redaktion

Seit Beginn der Pandemie sind in der Schweiz und in Liechtenstein laut Angaben des Bundesamts für Gesundheit 695 457 Personen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, 10 262 Infizierte sind gestorben.

Die neusten Entwicklungen:

    Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) meldet 717 Fälle innerhalb der vergangenen 24 Stunden. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 28 109 Tests durchgeführt. Seit Dienstag wurden zudem 22 Patientinnen und Patienten neu hospitalisiert, wie das BAG am Mittwoch (2. 6.) mitteilt. Das BAG meldet keine neuen Toten. Das BAG nimmt zudem Kroatien und die Türkei von der Quarantäneliste.

    Ein Viertel aller Erwachsenen in der Schweiz hat schon beide Impfungen erhalten. Auf eine Impfung verzichten wollen nur 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung, wie Virginie Masserey, beim BAG Hauptverantwortliche für das Projekt Impfstoffe, am Dienstag (1. 6.) an einer Medienkonferenz erklärte. Ziel sei, dass sich mindestens 75 Prozent aller Erwachsenen impfen lassen. Ab August bis Ende Jahr sollen voraussichtlich auch die Jugendlichen ab 12 Jahren durchgeimpft werden. Eine zweite Impfrunde für Personen, deren Immunisierung länger als sechs Monate her ist, sei im Augenblick nicht vorgesehen. Der Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri stellte die Pläne der Kantone bei den Zertifikaten vor. Es komme vor allem darauf an, wie sehr diese automatisiert werden könnten.

    Dank der Lockerung der Massnahmen kann das Montreux Jazz Festival 2021 definitiv vom 2. bis zum 17. Juli stattfinden. Dies gab das Festival am Dienstag (1. 6.) bekannt. Auf dem Programm stehen unter anderem: Woodkid, Ibrahim Maalouf, Zucchero, Rag’n’Bone Man, Brandão Faber Hunger, Arlo Parks, Yseult, Altın Gün, Yussef Dayes Trio, Alfa Mist, Inhaler, Delgres, Raul Midón und viele mehr. «Small is beautiful» lautet das inoffizielle Motto. Komfort und Sicherheit der Festivalbesucher sollen im Vordergrund stehen, aber ohne Kompromisse beim Format zu machen.

    Der eidgenössische Datenschutzbeauftragte kritisiert die Gastro-Contact-Tracing-App SocialPass. Mit dieser App können beim Restaurantbesuch die Kontaktdaten der Gäste erfasst werden. Die Daten dienen der Durchführung des Contact-Tracing. Der Datenschutzbeauftragte weist am Montag (31. 5.) aber auf erhebliche Mängel und Sicherheitslücken in der App hin und fordert die privaten Betreiber auf, insbesondere den Zugriff von kantonalen Gesundheitsbehörden auf die erfassten Daten zu beschränken. Denn damit würden fast beliebige personenbezogene Abfragen seitens der Behörden ermöglicht. Den App-Betreibern wird bis Ende Juni eine Frist gesetzt, um zu diesen Empfehlungen Stellung zu nehmen.

    Der Quellcode des Covid-Zertifikats steht ab sofort im Rahmen einer öffentlichen Sicherheitsprüfung zur Verfügung. Dies gab das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) am Montag (31. 5.) bekannt. Als Ergänzung zu den vom Nationalen Zentrum für Cybersicherheit (NCSC) begleiteten Sicherheitsanalysen soll das System so durch weitere Fachleute und interessierte Personen einem Härtetest unterzogen werden. Die im Rahmen dieses öffentlichen Tests festgestellten Sicherheitslücken werden aufgenommen und fliessen laufend in die Entwicklung ein. Die Testergebnisse können laut BIT von allen Teilnehmern auf der Website des NCSC via Formular erfasst werden und sind dort auch öffentlich einsehbar.

    Während der Covid-19-Pandemie im Jahr 2020 ist die Zahl der Kulturschaffenden im Vergleich zum Vorjahr um 4,7 Prozent auf noch 298 000 Personen zurückgegangen. Das ist der stärkste Rückgang seit 2010. Frauen und Kulturschaffende mit Teilzeitpensen waren überdurchschnittlich betroffen. In den ländlichen Gemeinden war die Abnahme zudem fast dreimal so hoch wie in den Städten. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Erhebung des Bundesamtes für Statistik (BfS).

Alle Nachrichten zu den Entwicklungen ausserhalb der Schweiz finden Sie hier.

Rudolf Hauri, Kantonsarzt Zug und ;Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte, spricht während einer Medienkonferenz 28. Mai. Anthony Anex / Keystone © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Rudolf Hauri, Kantonsarzt Zug und ;Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte, spricht während einer Medienkonferenz 28. Mai. Anthony Anex / Keystone

Wie viele Infizierte und Todesfälle gibt es?

Am Mittwoch (2. 6.) meldete das BAG 717 Neuinfektionen seit Montag. 27 Patientinnen und Patienten mussten neu ins Spital eingeliefert werden, niemand verstarb im Zusammenhang mit der Infektion.

Wegen einer Infektion befinden sich derzeit mindestens 6519 Personen in Isolation. 10 689 Personen sind in Quarantäne, weil sie Kontakt mit infizierten Personen hatten. Zusätzlich befinden sich mindestens 3552 Personen in Quarantäne, weil sie aus einem Risikoland heimgekehrt sind.

Seit Beginn der Pandemie mussten bisher 28 691 Personen wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung beläuft sich auf 10 268.

Wie viele Menschen sind geimpft?

In der Schweiz sind laut dem BAG bisher 1 622 505 Personen mit zwei Dosen vollständig geimpft worden, das sind 18,8 Prozent der Bevölkerung. Insgesamt wurden 4 882 675 Einzeldosen verabreicht. Bisher hat die Schweiz 4 741 150 Dosen an die Kantone und das Fürstentum Liechtenstein ausgeliefert. Dies geht aus den Angaben hervor, die das Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf seiner Website veröffentlicht hat (Stand 28. 5.)

Das Drei-Phasen-Modell des Bundesrats

Die Regierung hat ein Drei-Phasen-Modell bei den Kantonen in Konsultation geschickt. Anhand dieses Plans will sie die Restriktionen schrittweise bis Ende Juli auflösen – sofern dies die Lage und der Impffortschritt erlauben.

1. Schutz-Phase (abgeschlossen): Sie sollte so lange dauern, bis alle besonders gefährdeten Personen, die sich impfen lassen wollten, mit zwei Dosen geimpft wären. Während der Schutz-Phase galten in vielen Bereichen noch strenge Massnahmen. Inzwischen konnten sich alle Personen über 75 Jahre und impfwillige Risikopatienten impfen lassen.

2. Stabilisierungs-Phase (andauernd): In einem zweiten Schritt bekommen nun alle Erwachsenen, die das wünschen, Zugang zu den Vakzinen. Mit Beginn der Stabilisierungs-Phase verkündete der Bundesrat am 26. Mai weitergehende Lockerungen als zunächst geplant (siehe unten). Ein weiterer Öffnungsschritt ist für den 1. Juli geplant. Bei günstigem Verlauf der Pandemie könnten dann selektive Lockerungen für Geimpfte, Getestete und Genesene, die über ein Covid-Zertifikat verfügen, beschlossen werden. Es wurden Richtwerte für die Stabilisierungs-Phase definiert, mit denen der Bundesrat notfalls Öffnungen rückgängig machen könnte.

3. Normalisierungs-Phase (ab Ende August): Die dritte und letzte Phase beginnt, sobald alle impfwilligen Erwachsenen beide Dosen erhalten haben. Das könnte im August der Fall sein, hängt jedoch von der Impfbereitschaft der Bevölkerung ab, die höher zu sein scheint als zunächst vom Bundesrat erwartet. Lassen sich mehr Menschen impfen, verlängert dies die Stabilisierungsphase, senkt aber das Risiko für einen Anstieg der Fallzahlen im Herbst. Der Bundesrat ist der Ansicht, dass mit dem Beginn der Normalisierungs-Phase keine gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Einschränkungen mehr zu rechtfertigen sind. Massnahmen, wie beschränkte Kapazitäten oder die Maskenpflicht an stark bevölkerten Orten, dürften schrittweise aufgehoben werden. Höchstens für Grossveranstaltungen könnten noch Einschränkungen gelten, sie sollen zuerst auf 10 000 Personen beschränkt bleiben. Weil das Virus weiterhin zirkulieren wird, könnte das Gesundheitssystems aber trotzdem wieder überlastet werden. In diesem Fall will der Bundesrat nur noch Personen einschränken, die kein Covid-Zertifikat vorweisen können.

Ein Covid-Zertifikat soll ab Ende Juni eingeführt werden. Damit sollen sich Geimpfte, Genesene oder frisch Getestete ausweisen können. Er wird vom Bundesamt für Informatik und Telekommunikation ausgestellt. Das Covid-19-Zertifikat soll sowohl in Papierform, wie auch digital für eine Verwendung am Smartphone ausgestellt werden. Der Schweizer Impfpass wird mit jenem in der EU kompatibel sein. Die persönlichen Daten für das Zertifikation sollen nicht zentral gespeichert werden. Erste Zertifikate werden ab dem 7. Juni ausgestellt. Sie werden voraussichtlich nur kurz zum Einsatz kommen. Sobald genügend Menschen geimpft sind, soll das Land ohne Zertifikat sowie weiteren Massnahmen in die Normalität zurückfinden. Davor wird es ausschliesslich für Aktivitäten im sogenannt «Roten Bereich» Pflicht sein; für den internationalen Reiseverkehr, Diskotheken und Grossveranstaltungen. Im «Orangen Bereich» wie Restaurants, kleinere Sport- und Kulturveranstaltungen mit weniger als 1000 Personen ist kein Zertifikat nötig – ausser, die epidemiologische Lage verschlechtert sich und die privaten Betreiber fordern es als Eintrittsgrundlage.

Welche Massnahmen gelten seit Ende Mai landesweit?

Am 26. Mai hat der Bundesrat erneut weitgehende Öffnungsschritte beschlossen, die am 31. Mai in Kraft traten. Hier finden Sie dazu die wichtigsten Antworten.

Vor dem Sommer plant der Bundesrat nur noch einen weiteren, umfassenden Öffnungsschritt, über den er am 23. Juni entscheiden will und der am 1. Juli in Kraft treten soll.

Das Wichtigste in Kürze:

Einkaufen

Alle Läden sind geöffnet, die Anzahl der Kundinnen und Kunden wird allerdings beschränkt.

Maskenpflicht

In öffentlichen Innenräumen muss in der Schweiz eine Maske getragen werden. Das gilt beispielsweise für den öffentlichen Verkehr, Geschäfte, Banken und Poststellen. Ausserdem sind Masken auch draussen Pflicht, wenn sich dort viele Leute aufhalten und der Abstand nicht eingehalten werden kann. Am Arbeitsplatz gilt dort eine Maskenpflicht, wo sich mehr als nur eine Person in einem Raum aufhält. Das Maskentragen an den Schulen regeln die Kantone. Für Freibäder wird es eine Sonderregelung der Maskenpflicht geben; im Wasser etwa soll diese entfallen.

Beruf

Für Unternehmen, die regelmässig testen, kann die Home-Office-Pflicht in eine Empfehlung umgewandelt werden. Für alle anderen gilt weiterhin eine Home-Office-Pflicht. Die Arbeitgeber sind verpflichtet, Home-Office überall dort anzuordnen, wo dies aufgrund der Art der Aktivität möglich und mit verhältnismässigem Aufwand umsetzbar ist. Der Arbeitgeber schuldet den Arbeitnehmenden keine Auslagenentschädigung, etwa für Strom- oder Mietkosten, da die Anordnung nur vorübergehend ist.

Besonders gefährdete Personen werden spezifisch geschützt. Dazu werden das Recht auf Home-Office oder ein gleichwertiger Schutz am Arbeitsplatz oder eine Beurlaubung für besonders gefährdete Personen eingeführt. Gefährdete Personen in Berufen, in denen die Schutzbestimmungen nicht umgesetzt werden können, muss der Arbeitgeber unter voller Lohnzahlung von der Arbeitspflicht befreien.

Freizeit

Die Innenräume und Terrassen der Restaurants und Bars sind wieder geöffnet. Drinnen dürfen bis zu vier Personen an einem Tisch bedient werden, draussen bis zu sechs. Die Sperrstunde ab 23 Uhr entfällt, am Tisch muss keine Maske getragen werden.

Museen sowie Lesesäle von Archiven und Bibliotheken sind geöffnet. Die Aussen- und Innenbereiche von Zoos, botanische Gärten und Freizeitanlagen sind wieder zugänglich – mit Maske und Abstand sowie begrenzter Kapazität.

Ebenfalls offen sind Sportanlagen im Freien wie Kunsteisbahnen, Tennis- und Fussballplätze.

Erlaubt sind Sportaktivitäten für Gruppen von maximal 50 Personen. Sportarten mit direktem Körperkontakt, etwa Schwingen, Tanzen, Judo oder Boxen sind in Innenräumen ohne Maske nur in beständigen Gruppen mit maximal vier Menschen erlaubt. Fitnessstudios, Hallen- und Thermalbäder und Wellnesseinrichtungen dürfen wieder öffnen. Pro Wasserfläche von 15 Quadratmetern ist jedoch nur eine Person zugelassen. Für ruhige Sportarten in Innenräumen, wie etwa Yoga, wird die Flächenvorgabe von 15 auf 10 Quadratmeter pro Person angepasst.

Aufführungen von Laienkulturschaffenden sind wieder möglich, im Freien sind Chorkonzerte wieder zugelassen. Es gelten die Regeln für Publikumsanlässe.

Veranstaltungen

An privaten Veranstaltungen in Innenräumen dürfen höchstens 30 Personen teilnehmen. Kinder werden dazugezählt.

Draussen sind private Treffen und Menschenansammlungen im Familien- und Freundeskreis bis maximal 50 Person wieder zulässig. Die Polizei kann bei Nichteinhalten der Massnahmen Ordnungsbussen verteilen.

Für Veranstaltungen mit Publikum wie Open-Air-Konzerte, Kinos, Theater oder Public Viewing gilt: draussen mit 300, drinnen mit 100 Personen. Seit dem 31.5. darf die Hälfte, statt wie bisher ein Drittel, der Raumkapazität genutzt werden. Die Sitzplätze müssen nicht mehr fest zugeordnet werden.

Veranstaltungen ohne Publikum, wie etwa Hochzeiten oder Geburtstagsfeiern, die nicht in privaten Räumlichkeiten stattfinden, sind innen, wie aussen, neu 50 Personen zugelassen.

Drei-Schritte-Prinzip für Grossanlässe

    Pilotveranstaltungen ab dem 1. Juni: Pro Kanton können fünf Pilotveranstaltungen mit jeweils maximal 600 Personen in Innenräumen oder 1000 Personen im Freien stattfinden.

    Grossveranstaltungen ab dem 1. Juli: In Innenräumen sind 3000 Personen, im Freien mit Sitzpflicht 5000 Personen, bei Stehpätzen (wie etwa bei Openairs) 3000 Personen zugelassen. Beim Einlass zu diesen Veranstaltungen soll das Covid-Zertifikat zur Anwendung kommen.

    Grossverantaltungen mit bis zu 10 000 Teilnehmenden ab dem 20. August: Dieser dritte Schritt ist eng mit dem Eintritt in die Stabilisierungsphase verknüpft und kann nur eintreten, wenn alle Impfwilligen Personen vollständig geimpft worden sind.

Auslandreisen

Genesene und Geimpfte sind für sechs Monate von der Kontakt- und Reisequarantäne ausgenommen. Wer zudem eine vollständige Impfung vorweisen kann, ist im gleichen Zeitraum auch von der Pflicht zum Test und zur Angabe der eigenen Kontaktdaten entbunden. Das Gleiche gilt für Personen unter 16 Jahren.

Reisende aus Risikoländern müssen bei der Einreise weiterhin einen negativen Corona-Test vorlegen, selbst wenn sie geimpft oder genesen sind. Damit die Kantone einen Überblick über die Kontaktdaten haben, müssen sie zudem ein elektronisches Einreiseformular ausfüllen. Grenzgänger sind davon ausgenommen. Nach der Einreise müssen alle Einreisenden aus Risikoländer, ebenso wie nicht geimpfte oder genesene Personen – wie bisher – in eine zehntägige Quarantäne. Diese kann neu nach sieben Tagen beendet werden, wenn erneut ein Test durchgeführt wird, der negativ ist.

Auf der Liste der Risikoländer stehen Staaten und Gebiete, deren 14-Tage-Inzidenz um 60 höher ist als in der Schweiz. Ausnahmen gelten für Grenzregionen. Die Flug- und Reisecargesellschaften werden angewiesen, kranke Passagiere nicht zu transportieren. Wer sich nicht an die Quarantäne hält, riskiert eine Busse von bis zu 10 000 Franken. Zudem müssen bei Einreisenden aus Risikoländern die Kontaktdaten erfasst werden. Diese Pflicht gilt für die Einreise mit sämtlichen Verkehrsmitteln, also Flugzeug, Eisenbahn, Privatfahrzeug oder Schiff.

Die wichtigsten Antworten zu Reisen ins Ausland.

Wie sieht die Impfstrategie der Schweiz aus?

Swissmedic hat bisher drei Impfstoffe zugelassen, jenen von Moderna, jenen von Biontech/Pfizer und jenen von Johnson & Johnson. Während die Schweiz von Moderna und Biontech/Pfizer Impfstoff bestellt hat, ist dies bei Johnson & Johnson bisher nicht der Fall. Ausserdem hat die Schweiz Impfstoffe der Hersteller AstraZeneca, Novavax und Curevac bestellt – für diese gibt es noch keine Zulassung.

Mitte Mai hat der Bundesrat 1,2 Milliarden Franken gesprochen, um zusätzliche Impfdosen gegen das Coronavirus zu beschaffen. Damit will die Regierung ausreichend Impfstoff bis ins Jahr 2023 sichern und weitere Lockdowns verhindern. Dabei setzt der Bundesrat weiterhin auf die mRNA-Vakzine. Verhandlungen für Reservationen bei den Herstellern laufen.

Anfang Januar wurde mit der Covid-19-Impfung begonnen. Prioritär sollen besonders gefährdete Gruppen, also ältere Personen und solche mit Vorerkrankungen, geimpft werden. Danach sind das Gesundheitspersonal und Menschen, die mit besonders gefährdeten Personen zusammenleben, an der Reihe. Nach den priorisierten Gruppen sollen die Impfstoffe dann allen anderen Personen ab 16 Jahren zur Verfügung stehen, die sich impfen lassen möchten. Bis Ende August könnten laut Bundesamt für Gesundheit alle Impfwilligen geimpft sein. Eine Impfpflicht ist seitens des Bundes nicht vorgesehen.

Der Bund hat im April zudem einen Vertrag mit dem Unternehmen Roche für die Beschaffung von Arzneimitteln gegen das Coronavirus abgeschlossen. Es handelt sich um 3000 Dosen von Kombinationen von Casirivimab / Imdevimab, die von der Firma Regeneron Pharmaceuticals in Partnerschaft mit Roche entwickelt wurden. Die Lieferung traf im Mai ein. Die Infusion mit dem Antikörper-Cocktail werde idealerweise in einem frühen Krankheitsstadium eingesetzt, denn bei schweren Verläufen sei es nicht mehr gleich wirksam, sagten die Experten des Bundes an der Medienkonferenz.

Wie steht es um Corona-Tests und die Corona-App?

Alle Kantone sollen die Übertragungsketten flächendeckend zurückverfolgen (Contact-Tracing). Dazu sollen sich alle Personen testen lassen können – der Bund übernimmt alle Kosten der Corona-Schnelltests inklusive Selbstbehalten und Franchisen, seit 15. März unabhängig von Risikokontakten und Symptomen. Positiv getestete Personen werden isoliert und Kontaktpersonen unter Quarantäne gestellt.

Seit Anfang April sind schweizweit Selbsttests verfügbar. Jede Person hat die Möglichkeit, über die Krankenkasse fünf Selbsttests pro Monat zu beziehen. Die Abgabe erfolgt nur gegen Vorweisen der persönlichen Krankenversicherungskarte. Die Selbsttests werden per Nasenabstrich durchgeführt. Die Teststäbchen müssen jedoch nicht so tief eingeführt werden wie etwa bei einem PCR-Test. Ein Ergebnis ist innert weniger Minuten verfügbar. Im Vergleich zu den PCR-Tests, wie sie von Gesundheitsfachpersonen durchgeführt werden, sind die Resultate bei Selbsttests weniger genau. Es kann vorkommen, dass der Selbsttest das Virus nachweist, auch wenn es nicht mehr vorhanden ist. Ein positives Testergebnis muss daher mittels PCR-Test verifiziert werden.

Der Bevölkerung wird seit letztem Jahr eine App zur Verfügung gestellt, die ihre Nutzer informiert, wenn sie zu lange in der Nähe von Infizierten waren: Die SwissCovid-App ist im Apple Store und im Google Play Store verfügbar. Die Schweizer App ist kompatibel mit der deutschen Corona-Warn-App. So soll auch länderübergreifend über eine mögliche Ansteckung informiert werden können.

Was Sie zur Tracing-App wissen müssen, finden Sie hier.

Was kostet die Corona-Krise, und wie stark ist die Wirtschaft betroffen?

Die Schweiz hat im Corona-Jahr 2020 den stärksten Wirtschaftseinbruch seit der Erdölkrise von 1975 erlebt. Dies zeigen die am 26. Februar 2021 veröffentlichten Zahlen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco). Im Gesamtjahr 2020 ist das Bruttoinlandprodukt (BIP) um 2,9% zurückgegangen. Die wirtschaftliche Entwicklung glich einer Achterbahnfahrt. In der ersten Jahreshälfte gab es einen historisch tiefen Einbruch von 8,9%. Dem folgte im Sommerquartal eine eindrückliche Aufholbewegung von 7,6%. Im letzten Quartal des Jahres 2020 kam die Erholung mehr oder weniger zum Erliegen (+0,3%).

In der Corona-Krise verändert sich die Wirtschaftslage allerdings fast im Wochenrhythmus. Wir zeigen mit neuartigen Daten den Verlauf der Krise.

Nicht berücksichtigt in der Seco-Berechnung ist, dass die Wirtschaft ohne Pandemie mit grosser Wahrscheinlichkeit gewachsen wäre. Laut Schätzungen der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) beträgt der Wertschöpfungsverlust gegenüber einem sogenannten Basisszenario (ohne Pandemie) rund 30 Mrd. Franken. Für 2021 dürfte der erlittene Verlust damit nochmals 15 Mrd. Fr. betragen.

Für das laufende Jahr 2021 ist bis jetzt der zweite Teil-Lockdown prägend gewesen. Laut Echtzeitdaten dürfte die Schweiz wirtschaftlich recht glimpflich durch den neuerlichen Lockdown gekommen sein. Laut derzeitigen Prognosen dürfte das BIP um 1 bis 2% zurückgehen.

Die kombinierten Kosten aus Wirtschaftseinbruch und Todesfällen lagen in der Schweiz bis jetzt bei umgerechnet 4,3% des BIP. Damit schneidet die Schweiz bei der Schadensbilanz besser ab als die Nachbarländer sowie beispielsweise auch als die USA oder Grossbritannien

Die eidgenössische Finanzverwaltung (EFV) prognostiziert laut Mitteilung vom 9. März für 2020 ein kumuliertes Defizit von Bund, Kantonen und Gemeinden von 18,2 Milliarden Franken. 2021 fällt die Prognose mit einem Minus von 25,3 Milliarden Franken noch düsterer aus. Mit den Defiziten wird auch die Verschuldung von knapp 40 Prozent im Jahr 2019 der Schweizer Wirtschaftsleistung auf knapp 46 Prozent 2021 ansteigen.

In Anbetracht der desaströsen wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise hat sich der Arbeitsmarkt bisher als erstaunlich widerstandsfähig erwiesen. Der Rückschlag war gleichwohl gewaltig. Im Januar 2021 waren 48 735 Personen arbeitslos. Das sind über 40 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote, die 2019 im Jahresdurchschnitt 2,3 Prozent betragen hatte, erreichte im Januar 3,7 Prozent. Dass die Arbeitslosigkeit nicht weit höher ist, wird vor allem der Kurzarbeit verdankt.

Der Staat hat ein grosses Hilfspaket geschnürt. Über 31 Milliarden hat der Bund bisher bezahlt, dazu kommen Bürgschaften und Garantien von über 41 Milliarden Franken. Dazu kommen die Härtefallhilfen, die der Bundesrat jetzt von Maximal 5 auf 10 Milliarden Franken aufstocken will.

Im Bundeshaushalt hinterlässt die Pandemie damit auch tiefe Spuren. 2020 schliesst er mit einem rekordhohen Defizit von 15,8 Milliarden Franken ab. Die grössten Posten bilden die Kurzarbeit (10,8 Mrd.) und der Erwerbsersatz (2,2 Mrd.). Im laufenden Jahr erwartet der Bund gemäss den neusten Schätzungen ein Defizit von gesamthaft rund 20 Milliarden Franken. Vorgesehen sind derzeit ausserordentliche Corona-Ausgaben von rund 17 Milliarden Franken.

Wie kann man sich schützen?

Das BAG hat Hygiene-Empfehlungen zum Schutz vor dem Coronavirus herausgegeben und ergänzt diese laufend. Ende September startete das BAG eine Kampagne gegen den sogenannten «fist bump»: Die Begrüssung mit «Ghettofaust» sei aus hygienischer Sicht keine Alternative zum Händedruck. «Hand ist Hand», lautet der Slogan des BAG.

Weiterhin sollte man unter anderem regelmässig die Hände mit Wasser und Seife oder einer alkoholbasierten Lösung reinigen. Begrüssungsküsschen oder Händeschütteln sollen vermieden werden, weil sich ansteckende Tröpfchen aufgrund von Husten oder Niesen an den Händen befinden könnten.

Muss man husten oder niesen, sollte man Mund und Nase mit einem Taschentuch oder der Armbeuge bedecken, das Taschentuch hinterher in einem geschlossenen Behälter entsorgen und die Hände waschen. Zudem darf man nur nach telefonischer Anmeldung in einer Arztpraxis oder auf einer Notfallstation erscheinen.

Für Innenräume empfiehlt das BAG regelmässiges Lüften bei weit geöffneten Fenstern. Räume, in denen sich mehrere Personen längere Zeit aufhalten (z. B. Arbeitsräume, Aufenthaltsräume, Home-Office-Räume) sollten alle 1 bis 2 Stunden für 5 bis 10 Minuten gelüftet werden. Klassenräume sollten nach jeder Lektion gelüftet werden.

Ausserdem rät das BAG, Abstand zu halten. Dies gilt zum Beispiel für das Anstehen in einer Schlange. Um die besonders gefährdeten älteren Menschen zu schützen, soll das Abstandhalten vor allem für sie und ihnen gegenüber gelten. Auch Teilnehmende von Sitzungen sollen körperlich auf Distanz gehen.

Welche Maske ist die richtige?

Sehen Sie im Video, wie Sie sich und andere schützen können.

Coronavirus, Covid-19, Sars-CoV-2: Was bedeuten die verschiedenen Bezeichnungen?

Coronavirus: Coronaviren sind eine Virusfamilie, zu der auch das derzeit weltweit grassierende Sars-CoV-2 gehört. Da es anfangs keinen Namen trug, sprach man in den ersten Wochen vom «neuartigen Coronavirus».

Sars-CoV-2: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab dem neuartigen Coronavirus den Namen Sars-CoV-2 («Severe Acute Respiratory Syndrome»-Coronavirus 2). Mit der Bezeichnung ist das Virus gemeint, das Symptome verursachen kann, aber nicht muss. Mittlerweile sind bereits mehrere Mutationen des Virus bekannt.

Covid-19: Die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Atemwegserkrankung wurde Covid-19 (Coronavirus Disease 2019) genannt. Covid-19-Patienten sind dementsprechend Menschen, die das Sars-CoV-2 in sich tragen und Symptome zeigen.

Ein ausführliches Glossar mit den 20 wichtigsten Begriffen im Zusammenhang mit der Pandemie finden Sie hier.

Mitarbeit: wej., len., gam., cts., cb., ase., alg., toc., eru., ran., med., nil., ni., amü., wde., bso., ela., gds., naw., tsf., bbu., fsr.; mit Agenturmaterial.

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von NZZ

Neue Zürcher Zeitung
Neue Zürcher Zeitung
| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon