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Bundesrat berät über Hilfe: Der Sport muss auf Ambri-Fan Maurer hoffen

Blick-LogoBlick 03.11.2020 Stephan Roth und Alain Kunz
Der Sport muss auf Ambri-Fan Maurer hoffen © Keystone Der Sport muss auf Ambri-Fan Maurer hoffen

Vor einer Woche handelte der Bundesrat. Um die zweite Welle der Corona-Infektionen in den Griff zu kriegen, wurden die Massnahmen verschärft. Auch den Sport traf es: Landesweit wurden Geisterspiele verhängt. Maximal 50 Zuschauer dürfen noch in die Stadien.

Ein harter Schlag für die Fussball- und Eishockey-Klubs. Sie kämpfen nun ums Überleben, nachdem ihnen die Einnahmen aus dem Ticketing und dem Gastro-Bereich ganz wegbrechen. Zumal niemand damit rechnet, dass die Tore für die Fans so bald wieder geöffnet werden.

Auf breiter Linie forderten die Vertreter der Profi-Klubs und -Ligen staatliche Unterstützung wie in anderen Sektoren, um die Branche, an der rund 100'000 Jobs hängen, zu retten. Dabei geht es um Millionen, die jedem Sport-Unternehmen unverschuldet fehlen. In einer Branche, die bestenfalls selbsttragend aber nicht unbedingt gewinnorientiert arbeitet.

Maurer hat die Tresorschlüssel

Noch am Tag des Bundesrats-Entscheids traf sich Sportministerin Viola Amherd an einem virtuellen Runden Tisch zum Austausch mit Vertretern des Sports. Sie nahm die Forderungen entgegen und kündigte an, dies im Bundesrat zur Sprache zu bringen. Versprechen wollte sie aber keine machen.

Am Mittwoch beschäftigt sich der Bundesrat nun mit dem Thema von wirtschaftlichen Corona-Stützungsmassnahmen. Die Schlüsselfigur aus Sicht des Sports: Bundesrat Ueli Maurer, der als Finanzminister die Tresorschlüssel des Landes in der Hand hält. Ob er Lust hat, zu helfen? Staatsverschuldung mag der SVP-Mann nicht. Doch man kann dem Zürcher nicht vorwerfen, er sei nicht sportaffin. Er ist Ambri-Fan und war bis 2015 noch Sportminister.

Mix aus Darlehen und A-fonds-perdu-Beiträgen?

Welche Hilfs-Möglichkeiten stehen im Raum? Bereits verabschiedet haben die Räte im Covid-Gesetz zinslose Darlehen (mit Rangrücktritt) für die Profi-Klubs in maximaler Höhe von drei Vierteln des Sport-Betriebsaufwands der Saison 2018/19. Da liegt der Ball bezieungsweise der Puck nun beim Bundesrat.

Doch auch A-fonds-perdu-Beiträge, wie von Klubs und Ligen gefordert, stehen zur Debatte, wie Amherd in einem Interview mit der «NZZ» sagte. «Man muss die Forderungen ernsthaft diskutieren. Der Bundesrat wird das tun – im Gesamtkontext mit allen anderen Branchen, die in einer schwierigen Situation sind. Ich sage sicher nicht, dass A-fonds-perdu-Beiträge für die Profiklubs gar nicht infrage kämen», so die Walliserin. «Vielleicht finden wir eine Mischlösung aus Darlehen und A-fonds-perdu-Beiträgen.» Dies wäre im Notrecht zügig machbar, ohne dass das Parlament einbezogen wird.

Geld für Schutzkonzepte ausgegeben

Ein weitere Massnahme zur Hilfe in der Not für die Profi-Klubs sind Kurzarbeitsentschädigungen für befristete Verträge. Dazu braucht es eine Gesetzesänderung.

Verständlich ist auch der Wunsch, für den Aufwand entschädigt zu werden, der für die Schutzkonzepte, die nun ohne Zuschauer zumindest momentan hinfällig sind, betrieben wurde. Dabei handelt es sich um sechstellige Beträge pro Klub, beim SC Bern eine halbe Million.

Amherd fordert auch Lohn-Transparenz von den Ligen. Sowohl im Fussball als auch im Eishockey kann dargelegt werden, dass die Spieler bei zahlreichen Klubs bereits namhafte Lohnverzichte eingegangen sind.

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