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Corona-Pandemie: Wann ist ein Risikogebiet ein Risikogebiet?

Handelsblatt-Logo Handelsblatt 01.10.2020 Neuerer, Dietmar
Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt nach gemeinsamer Analyse und Entscheidung durch das Bundesgesundheitsministerium, das Auswärtige Amt und das Bundesinnenministerium. © dpa Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt nach gemeinsamer Analyse und Entscheidung durch das Bundesgesundheitsministerium, das Auswärtige Amt und das Bundesinnenministerium.

Die Bundesregierung hat schon öfter Länder oder Regionen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Wie kommen solche Entscheidungen zustande? Die wichtigsten Antworten.

Deutschland hat seine wegen der Coronakrise verhängte globale Reisewarnung für Länder außerhalb der Europäischen Union (EU) aufgehoben.

„Seit dem 1. Oktober 2020 gelten wieder umfassend differenzierte Reise- und Sicherheitshinweise beziehungsweise Reisewarnungen für einzelne Länder“, erklärte das Auswärtige Amt am Donnerstag auf seiner Internet-Seite.

Reisewarnungen im Zusammenhang mit der Virus-Pandemie sollen künftig nur noch für Risikogebiete gelten. Zu diesen zählen allerdings noch immer die meisten Länder der Welt.

Viele Bürger fragen sich deshalb: Ab wann gilt ein Land oder eine Region als Risikogebiet?

Das sind die wichtigsten Antworten zu dem Thema:

Wer entscheidet über die Risikogebiet-Einstufungen?

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt nach gemeinsamer Analyse und Entscheidung durch das Bundesgesundheitsministerium, das Auswärtige Amt und das Bundesinnenministerium. Die Liste der Risikogebiete wird vom Robert Koch-Institut (RKI) geführt.

Auf welcher Basis wird entschieden?

Die Einstufung als Risikogebiet basiert auf einer zweistufigen Bewertung. Zunächst wird festgestellt, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gab. In einem zweiten Schritt wird nach qualitativen Kriterien festgestellt, ob für Staaten oder Regionen, die den genannten Grenzwert nominell unterschreiten, dennoch die Gefahr eines erhöhten Infektionsrisikos vorliegt.

Woher kommen die Informationen?

Für den zweiten Bewertungsschritt liefern insbesondere das Auswärtige Amt auf der Grundlage der Berichterstattung der deutschen Auslandsvertretungen, gegebenenfalls auch andere Ministerien Berichte zur Lage vor Ort. Dabei werden auch die jeweils getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie berücksichtigt.

Welche Kriterien sind besonders relevant?

Maßgeblich für die Bewertung sind insbesondere die Infektionszahlen und die Art des Ausbruchs, ob dieser lokal begrenzt oder flächendeckend ist. Außerdem werden Testkapazitäten sowie durchgeführte Tests pro Einwohner sowie in den Staaten ergriffene Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens berücksichtigt. Dazu zählen etwa Hygienebestimmungen und die Kontaktnachverfolgung. Für die Bewertung spielt auch eine Rolle, wenn keine verlässlichen Informationen für bestimmte Staaten vorliegen.

Mehr: Lesen Sie hier, was das Ende der globalen Reisewarnung für Wirtschaft und Verbraucher bedeutet

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