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«Black Lives Matter»-Protest in Zürich – trotz Corona-Verbot zogen rund tausend Demonstranten durch die Stadt

Neue Zürcher Zeitung-Logo Neue Zürcher Zeitung 01.06.2020 Fabian Baumgartner

In Zürich versammelten sich Demonstranten zu einer Solidaritätskundgebung für George Floyd. Die Polizei liess die Aktivisten trotz Verstoss gegen die Covid-19-Verordnung gewähren.

Am Pfingstmontag sind Zürcherinnen und Zürcher gegen den gewaltsamen Tod von George Floyd auf die Strasse gegangen. Im Bild: die Bahnhofstrasse, Zürich. Alexandra Wey / Keystone © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Am Pfingstmontag sind Zürcherinnen und Zürcher gegen den gewaltsamen Tod von George Floyd auf die Strasse gegangen. Im Bild: die Bahnhofstrasse, Zürich. Alexandra Wey / Keystone

In Zürich sind am frühen Montagnachmittag trotz Corona-Verbot rund tausend Personen auf die Strasse gegangen, um gegen Rassismus zu demonstrieren. Unter dem Slogan «Black Lives Matter» zogen die Teilnehmer durch die Zürcher Innenstadt.

Die Demonstranten führten Schilder mit Aufschriften wie «Stop police brutality» oder «Silence is violence» mit und skandierten unter anderem «Black lives matter». Die Protestaktion führte vom Bullingerplatz im Zürcher Kreis 4 über die Langstrasse zum Hauptbahnhof und von dort über die Bahnhofstrasse und den Paradeplatz bis zur Stadthausanlage. Dort stoppte der Umzug, einige Aktivisten hielten Reden. Die Polizei mahnte die Teilnehmer schliesslich ab, worauf sich die Demonstration kurz nach 14 Uhr auflöste.

Hintergrund der Aktion in Zürich ist der gewaltsame Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis vor einer Woche. Floyds Tod hat die Proteste in den USA in den vergangenen Tagen eskalieren lassen. Auch in anderen Ländern kam es am Wochenende zu Demonstrationen.

Der Umzug führt durch die Langstrasse in Zürich. Alexandra Wey / Keystone © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Der Umzug führt durch die Langstrasse in Zürich. Alexandra Wey / Keystone

Aufgrund der Covid-19-Verordnung des Bundes wären Demonstrationen von der Grösse wie in Zürich derzeit eigentlich verboten. Der Bund lässt gegenwärtig nur Kundgebungen von Kleinstgruppen bis maximal fünf Personen zu.

Im Fall des «Black Lives Matter»-Protests hat die Polizei die Aktivisten allerdings gewähren lassen. In einer Mitteilung schreibt die Stadtpolizei, man habe sich zwar im Hintergrund bereitgehalten, auf das Stoppen des Umzugs sei aus Gründen der Verhältnismässigkeit aber verzichtet worden. Unter den Demonstranten hätten sich viele Familien mit Kindern befunden, einige Teilnehmer hätten zudem Masken getragen. Und: «Die Demonstration verlief äusserst friedlich, und entlang der Route kam es zu keinerlei Sachbeschädigungen.»

Demonstrationen unterbunden

In den letzten Wochen hatte die Polizei politische Aktionen allerdings noch unterbunden. Zuletzt am Wochenende: Am Freitagabend büssten die Einsatzkräfte mehrere Teilnehmer der Velodemonstration «Critical Mass». Die Velofahrer hatten sich trotz Abmahnungen durch die Polizei auf ihre Tour begeben. Mehrere Velos mit Anhängern, Musikanlagen und Lautsprechern seien präventiv sichergestellt worden, hielt die Stadtpolizei danach in einer Mitteilung fest.

Die Organisatoren der «Critical Mass» erklärten in einer Stellungnahme auf ihrer Website hingegen, die Protestaktion habe nur in kleinen Grüppchen stattgefunden, damit das Versammlungsverbot eingehalten werde. «Leider wurde die ‹Critical Mass› überschattet vom repressiven Verhalten der Stadtpolizei», kritisierten sie.

Auch als am frühen Samstagmorgen eine Gruppe von rund dreissig Velofahrern beide Fahrspuren auf der Hardbrücke blockierte, griff die Polizei ein und löste die Demonstration auf. Mehrere Teilnehmer der Aktion wurden verzeigt.

Am Samstag wiederum versammelten sich auf dem Sechseläutenplatz mehrere Gruppierungen zur «Corona-Mahnwache». Die Polizei liess die «Corona-Skeptiker» zuerst gewähren. Doch als die verstreuten Demonstranten in einer orchestrierten Aktion die Bundesverfassung in die Höhe streckten und den Schweizerpsalm anklingen liessen, sprach die Polizei eine Mahnung aus. Bussen oder Verzeigungen gab es hingegen keine.

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