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Dells neues XPS 13 ist der Laptop, an dem sich die Konkurrenz messen muss

watson.ch-Logo watson.ch 16.06.2020 Pascal Scherrer

Mit seiner XPS-Modellreihe hält sich Dell seit Jahren an der Spitze der Windows-Laptop-Charts. Nun hat der US-Konzern das XPS 13 neu aufgelegt. Dabei hat Dell erfreulicherweise auch auf User-Feedback gehört und so einen Laptop abgeliefert, bei dem es auf den ersten Blick schwer ist, Mängel zu finden. Dell hat uns das Gerät zwei Wochen zur Verfügung gestellt. In unserem Test haben wir dann doch den einen oder anderen Kritikpunkt ausgemacht.

Nicht randlos, aber fast

Der Trend der möglichst randlosen Displays ist auch bei den Laptops schon länger ein Thema. So war es beispielsweise Dell, das 2015 mit einem äusserst schmalen Display-Rand überraschte. Der Rand des XPS 15 war damals nur wenige Millimeter breit, wodurch sogar das MacBook Pro plötzlich etwas angestaubt wirkte.

Allerdings hatte Dell damals einen kleinen Trick angewandt: Denn während die Ränder links, rechts und oben sehr schmal waren, fand man unten einen dicken, schwarzen Balken vor. Das zog sich nun über vier Jahre hin, doch mit den XPS-Modellen der aktuellen Auflage hat Dell das endlich geändert.

Der untere Rand konnte um mehr als die Hälfte reduziert werden. Das ergibt ein stimmiges Bild eines beinahe randlosen Displays. Auch links und rechts wurde der Rahmen noch ein kleines bisschen schmaler. Insgesamt hat Dell es so geschafft, das Display um fast sieben Prozent zu vergrössern – ohne, dass das Gehäuse gewachsen ist. Das klingt jetzt nicht nach viel, aber wer hat nicht gerne möglichst viel Display, wenn man sich auf ein so kleines Gehäuse begrenzen muss?

Durch die schmaleren Ränder ändert sich auch das Bildschirmverhältnis. Das 16:9-Format wird zu 16:10. Das dürfte Filmenthusiasten womöglich nicht so gefallen, zum Arbeiten ist es aber um einiges angenehmer. Und seien wir mal ehrlich: Einen guten Film sollte man sich auch nicht auf einem so kleinen Notebook anschauen.

Leider hat es Dell verpasst, auch die Variante ohne Touch-Display edler zu gestalten. Ja, der Rand ist schmal, aber da das Display im Rahmen «versenkt» ist, wirkt das einfach nicht wie aus einem Guss. Das ist etwas unschön, aber auch Geschmacksache. Wichtig ist schlussendlich, dass das Display entspiegelt ist und Reflexionen minimiert werden.

Bei der Variante ohne Touchscreen ist der Bildschirm im Rahmen versenkt.

Bei der Variante ohne Touchscreen ist der Bildschirm im Rahmen versenkt. © watson Bei der Variante ohne Touchscreen ist der Bildschirm im Rahmen versenkt.

Tolle Tastatur, grosses Touchpad

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Bei der Tastatur gibt es nichts zu bemängeln. Die Tasten haben einen ordentlichen Widerstand, was aber, wenn man viel schreiben muss, angenehmer ist. Schön sind auch solche kleinen Details wie die grossen Links/Rechts-Tasten, die man so viel einfacher bedienen kann. Überhaupt ist die Tastatur gegenüber dem 2019er-Modell etwas gewachsen. Laut Dell sind die einzelnen Tasten neun Prozent grösser als zuvor. In der Theorie trifft man die Tasten so natürlich viel besser, was schlussendlich zu weniger Fehlern führt.

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Ebenfalls gewachsen ist das Touchpad. Hier hat Dell auf die Rückmeldungen der User gehört. Nun gibt es fast 20 Prozent mehr Fläche zur Bedienung des Cursors. Ansonsten gibt es beim Touchpad gegenüber dem Vorjahresmodell keinen merklichen Unterschied. Das liegt vor allem daran, dass Dell beim 2019er-Modell bereits ein tolles Touchpad abgeliefert hat, das man wohl kaum übertreffen kann.

Sound lässt keine Wünsche offen

Die Lautsprecher hat Dell beim XPS 13 seitlich auf der Unterseite des Gehäuses versteckt. Zu meckern gibt es hier nichts. Die Lautsprecher klingen tipptopp, auch, wenn man das Gerät auf den Knien oder auf der Bettdecke hat.

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Wenn man jetzt unbedingt meckern möchte, kann man die Lautsprecher auf 100 Prozent aufdrehen und hört unter Umständen einen leicht verzerrten Ton. Aber das ist wirklich Jammern auf sehr hohem Niveau. Der Durchschnittsnutzer wird hier vermutlich nichts wahrnehmen und bei normaler Lautstärke klingen die Lautsprecher einwandfrei.

Die Webcam erfüllt das Minimum

Wie schon beim Vorgängermodell hat Dell die Webcam nicht mehr im unteren Rahmen verbaut, sondern oben, wo sie hingehört. Damit erscheint man beim Videochat nicht aus der Froschperspektive und muss keine Angst haben, dass das Gegenüber einem ins Nasenloch gucken kann.

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Die Webcam in dem dünnen Rahmen unterzubringen scheint aber seinen Tribut zu fordern: Die Bildqualität ist nicht gerade berauschend. Aufgelöst wird in 720p, was bei einem Topmodell durchaus besser sein dürfte. Das Bild wiederum wirkt oft, als hätte man einen Weichzeichnungsfilter oder einen sonstigen «Verwaschen-Filter» darüber gelegt.

Grundsätzlich wäre eine etwas schlechtere Webcam wohl nicht der Rede wert, lebten wir nicht in einer Zeit, in der Videochats äusserst angesagt sind. Wer also Wert auf eine gute Webcam legt, sollte sich nach Alternativen umschauen – oder sich eine externe Cam besorgen.

Entsperren mit Gesicht und Finger funktioniert zuverlässig

Bei einer solch dürftigen Webcam erwartet man fast, dass die Gesichtserkennung via Windows Hello Mühe bekundet. Vor allem, da die Webcam das Bild bei wenig Licht eher dunkel wiedergibt. Dennoch funktioniert die Gesichtsentsperrung via Webcam zuverlässig und selbst bei schummrigem Licht tipptopp.

Sollte es dann einmal doch nicht funktionieren, kann man auf den Fingerabdrucksensor zurückgreifen. Dieser ist in die Ein- und Ausschalttaste integriert und reagiert blitzschnell. Einzig das Einrichten des Fingerabdrucks nervt etwas, da der Sensor doch etwas gar oft reklamiert, er habe den Finger nicht erkannt. Es scheint fast, als nähme es der Sensor äusserst genau, denn hat man diese Hürde erst einmal geschafft, funktioniert er äusserst zuverlässig.

Ein treues Arbeitsgerät

Ja, das XPS 13 ist kompakt in seinen Abmessungen und verleitet einen beinahe dazu, es daher leistungsmässig zu unterschätzen.

Das Notebook kommt im gewohnten XPS-Design daher.

Das Notebook kommt im gewohnten XPS-Design daher. © watson Das Notebook kommt im gewohnten XPS-Design daher.

Die weisse Farboption wird in der Schweiz leider nicht angeboten.

Die weisse Farboption wird in der Schweiz leider nicht angeboten. - Auf Anfrage von watson hat Dell gesagt, dass im Moment kein Markstart für die weisse Variante geplant sei. © watson Die weisse Farboption wird in der Schweiz leider nicht angeboten. - Auf Anfrage von watson hat Dell gesagt, dass im Moment kein Markstart für die weisse Variante geplant sei.

Das Vorgängermodell gab es hierzulande noch in Weiss zu kaufen.

Das Vorgängermodell gab es hierzulande noch in Weiss zu kaufen. © watson Das Vorgängermodell gab es hierzulande noch in Weiss zu kaufen.

Hier schlägt das Herz der Schweizer wohl nur für die silberne Ausführung.

Hier schlägt das Herz der Schweizer wohl nur für die silberne Ausführung. © watson Hier schlägt das Herz der Schweizer wohl nur für die silberne Ausführung.

Beim Gewicht ist das XPS 13 mit 1,2 Kilogramm etwas schwerer als vergleichbare Geräte.

Beim Gewicht ist das XPS 13 mit 1,2 Kilogramm etwas schwerer als vergleichbare Geräte. © watson Beim Gewicht ist das XPS 13 mit 1,2 Kilogramm etwas schwerer als vergleichbare Geräte.

Die bei uns getestete Version kam mit einem i7-Intel-Prozessor der 10. Generation, 16 RAM Arbeitsspeicher und einer Intel-Iris-Plus-Grafikkarte. Damit hat das XPS 13 keinerlei Probleme, den normalen Computeralltag zu meistern.

Für Tab-Fetischisten, die ihre hundert Tabs offen haben müssen, hat dieser Laptop nur ein müdes Lächeln übrig. Es ist kein Problem, wenn dabei in mehreren Tabs parallel Videos laufen und gleichzeitig noch Musik gestreamt wird. (Zugegeben, kein sehr realistisches Alltagsszenario, aber man muss das Gerät ja etwas fordern).

Sehr schön: Das XPS 13 wird auch unter Vollast nur selten laut. © watson Sehr schön: Das XPS 13 wird auch unter Vollast nur selten laut.

Selbst wenn man dann noch Photoshop öffnet, verrichtet der Laptop seine Arbeit ohne zu murren. Videoschnitt ist ebenfalls möglich, auch wenn man vielleicht nicht seinen nächsten abendfüllenden Familienfilm in 4K auf dem XPS 13 schneiden sollte. Wer aber zwischendurch mal kürzere Clips schneiden möchte, kann das problemlos tun (auch in 4K, allerdings braucht ihr da manchmal etwas Geduld).

Anschlüsse fallen mager aus

Etwas enttäuschend fallen die Anschlüsse aus. Das ist im Wesentlichen der kompakten Bauform geschuldet. Das Gehäuse ist so dünn, dass ein HDMI-Anschluss unmöglich Platz haben würde. Doch auch wer auf einen SD-Kartenslot gehofft hat, geht leer aus. Immerhin hat Dell sich hier erbarmt und einen microSD-Kartenleser integriert.

Ansonsten gibt es gerade einmal zwei Thunderbolt-3-Anschlüsse. Über diese wird der Laptop auch geladen, wodurch eine der beiden Buchsen von Zeit zu Zeit besetzt ist. Immerhin legt Dell einen USB-A-Adapter bei, allerdings stellt sich hier die Frage, ob ein Adapter für HDMI nicht nützlich gewesen wäre. Zu guter Letzt gibt es noch den klassischen 3,5-Millimeter-Kopfhöreranschluss.

Bild © watson Bild Bild © watson Bild

Eine Akkuladung reicht nicht ganz einen Tag

Beim Akku kann das XPS 13 auf 52 Wh zurückgreifen. In der Praxis reicht das nicht ganz für einen Arbeitstag. Fängt man morgens um 8.00 Uhr an zu arbeiten, geht dem Laptop spätestens um 16.00 Uhr der Saft aus. Abzüglich einer Stunde Mittagspause ergibt sich also eine Akkulaufzeit von sieben Stunden.

Das ist ein ordentlicher Wert, auch wenn das XPS 13 damit nicht zur absoluten Spitze gehört. Dennoch wurde das Notebook in diesen sieben Stunden nicht geschont. Nebst permanentem Surfen beinhaltet diese Akkulaufzeit auch zwei Stunden YouTube, drei Stunden Musikstreaming über Bluetooth-Kopfhörer und etwa 30 Minuten Photoshop-Arbeiten.

Der Ladeadapter ist angenehm klein. © watson Der Ladeadapter ist angenehm klein.

Das Energiemanagement wurde komplett der Dell-Software überlassen. Dabei lief alles immer flüssig, selbst, als der Laptop in den Energiesparmodus gewechselt hat. Hier muss man allerdings im Hinterkopf behalten, dass die Varianten mit Touch-Screen mehr Strom verbrauchen – wobei es da auch eine stromhungrige 4K-Variante gibt, womit die sieben Stunden Akkulaufzeit ziemlich sicher nicht erreicht werden.

Spezifikationen und Preis des getesteten Modells

Fazit

Dell erfindet den Laptop mit dem XPS 13 nicht neu. Das muss der Hersteller auch nicht, denn die Modellreihe war schon zuvor auf einem sehr hohen Niveau. Vielmehr hat Dell an kleinen Dingen geschraubt und dabei auf das Feedback der User gehört.

Herausgekommen ist ein kompakter Laptop, an dem es kaum etwas auszusetzen gibt. Die Leistung überzeugt, das Touchpad ist gross und präzise und die Tastatur ist für Vielschreiber ein Genuss. Der Akku hat eine ordentliche Laufzeit, auch wenn das XPS 13 sich schlussendlich im oberen Mittelfeld einordnen muss. Hier hielt das HP Dragonfly in unserem Test länger durch.

Das Display beeindruckt mit einem äusserst schmalen Rahmen, der allerdings nur bei den Modellen mit Touchscreen optisch schön aussieht. Dennoch kriegt man aktuell wohl kein anderes Notebook mit so viel Screen in so einem kompakten Gehäuse.

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Abzug gibt es dafür für die wenigen Anschlüsse. Zwar integriert Dell immerhin noch einen Kartenslot für microSD, ansonsten gibt's aber nebst dem obligatorischen Kopfhöreranschluss nur zwei Thunderbolt-3-Anschlüsse. Hier hat man der kompakten Bauweise gegenüber der Funktionalität den Vorzug gegeben.

Erwähnen muss man auch die eher mässige Webcam. Es mag sein, dass das für viele keine Rolle spielt. Wer aber mindestens Full-HD-Auflösung möchte und Wert auf ein knackiges, klares Bild legt, wird hier enttäuscht.

Wer mit der eher schlechten Webcam und den wenigen Anschlüssen leben kann, kriegt unter dem Strich ein tolles Notebook für unterwegs. Schreiben ist auf dem Gerät ein Genuss, aber auch Photoshop oder Illustrator meistert das Gerät souverän – und dank des entspiegelten Displays kann man sich bei Sonne auch mal in den Garten setzen – dann aber bitte gut eincremen.

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